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Fressen, trinken, zunehmen

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Gelb, flauschig, winzig–so kommen die Küken beim Landwirt Florian Sturny in Galteren an. Sie sind in Kisten verpackt, Florian Sturny und sein Vater nehmen sie vorsichtig heraus und legen sie auf den Stallboden. Die kleinen Tiere–sie wiegen zu diesem Zeitpunkt zwischen 37 und 42 Gramm–tapsen neugierig umher, gewöhnen sich langsam an die neue Umgebung und piepsen. Bei fast 20 000 Tieren ist das ziemlich laut. Sturny bezieht die Küken–es sind Männchen und Weibchen–von einer Brüterei in Belp. Dort braucht es jeweils genau 21 Tage, bis die Küken aus den Eiern schlüpfen. «Das ist praktisch, weil es das Ganze planbar macht», sagt Sturny. Jeden siebten Freitag erhält er eine neue Ladung Küken.

Frisch geschlüpft

 Bei der Ankunft der Tiere ist es 34 Grad warm im Stall. «Sie sind in den letzten 24 Stunden geschlüpft und an die Temperatur des Brutkastens gewöhnt», erklärt Sturny. Im Stall tun die Tiere dann Folgendes: Sie fressen, trinken und nehmen als Folge davon zu.

In neun Reihen sind in der ganzen Länge des 1100 Quadratmeter grossen Stalls Futtertröge und Wassernippel aufgehängt, aus denen die Poulets selbständig fressen und trinken. Das Futter wird automatisch nachgefüllt, wozu sich neben dem Stall drei Silos befinden. Während der Mastzeit von 40 Tagen frisst ein Poulet 3,65 Kilogramm Körner und trinkt 6,6 Liter Wasser. Zehn Tage nach der Ankunft wiegen die Tiere bereits rund fünf Mal mehr als am Anfang, nämlich 220 Gramm. Nochmals vierzehn Tage später wiegen sie bereits rund ein Kilogramm.

Die Poulets sehen auch bald nicht mehr so süss aus wie zu Beginn: Das flauschige Gelb verwandelt sich in weisse Federn, von denen sie jedoch nicht viele tragen, so dass die rötliche Haut gut sichtbar ist. Das ist typisch für Mastpoulets; Sturny bekommt meist jene der Rasse Ross 308. «Sie sind darauf gezüchtet, dass sie viel Fleisch liefern und vor allem grosse Brüstchen haben.»

 Herzinfarkte kommen vor

Das rasche Wachstum ist eine Belastung für den Körper, so dass Herzinfarkte vorkommen können. Zwischen zwei und fünf Prozent der Tiere sterben, während sie bei Sturny sind. «Herzinfarkte sind aber nicht der häufigste Grund, sie können auch krank werden, wenn die Hygiene unzureichend ist, wenn das Klima nicht stimmt oder aufgrund von Viren, die sie schon in sich tragen.» In seltenen Fällen muss der Landwirt auch Antibiotika einsetzen. «Das aber maximal während drei bis fünf Tagen und fast ausschliesslich zu Beginn der Mastzeit.»

 Die grösste Herausforderung für den Landwirt ist denn auch die Feuchtigkeit im Stall. «Aufgrund des Kots und der Atmung ist diese sehr hoch, das ist aber gefährlich für Krankheiten.» Eine Lüftung regelt den Feuchtigkeitsgehalt automatisch. Auch Hygiene ist wichtig; wer den Stall betritt, muss sich vorher umziehen und Hände und Schuhe desinfizieren. Zweimal pro Tag machen Florian Sturny oder sein Vater eine Runde durch den Stall. Sie lockern die Einstreuung auf, kontrollieren, ob Wasser und Futter fliessen, ob nirgends Wasser auf den Boden tropft. Sie nehmen auch die toten und kranken Tiere aus dem Stall. Letztere töten die Landwirte selbst. «Damit sie nicht unnötig leiden müssen», sagt Sturny.

Den grössten Aufwand bringt das sogenannte Ausstallen mit sich; wenn die Poulets die Halle verlassen und zum Schlachthof gebracht werden.

Schnelles Ende

Nach rund 30 Tagen werden die ersten 5400 Tiere abgeholt. «Sonst wird es zu eng im Stall», erklärt Sturny. Aus diesen gibt es meist Grillpoulets, die ganz verkauft werden, zum Beispiel an den Ständen am Strassenrand. Nach 40 Tagen ist es dann für alle Hühner und Hähne so weit: Florian Sturny verpackt sie mit rund zehn Helfern in Kisten und lädt sie in einen Lastwagen. Dann werden die Poulets zu einem Schlachthof in den Thurgau gefahren. Dort geht ihr Leben schnell zu Ende: Sie werden an den Füssen aufgehängt, kopfvoran in Wasser getaucht, ein Stromstoss betäubt sie, danach wird ihnen die Kehle durchgeschnitten. «Gut möglich, dass sie ein paar Stunden später bereits über den Ladentisch gehen», sagt Sturny.

Putzen für die Nächsten

Im Stall in Galteren reinigt Sturny zusammen mit seinem Vater die Halle: Sie misten aus, waschen alles ab, lassen das Ganze trocknen und desinfizieren die Halle. Meist bleibt der Stall dann für rund zehn Tage leer, bevor die nächsten 20 000 Küken ankommen …

Bisher erschienen: «Viele Körner für ein Brot» (15. Juli), «Der Igel frisst die Eier direkt ab Hof» (18. Juli), «Von der Kuh zur Cremo» (23. Juli), «Bataviasalat» (24.7.), «Nur wenige Egli zappeln im Netz» (30.7), «Respekt für Tier als Erfolgsfaktor» (31.7.).

Die Küken bei der Ankunft im Stall … Bild Charles Ellena… zweieinhalb Wochen später … Bild Aldo Ellena… und nach knapp 40 Tagen, kurz vor der Schlachtung. Bild Aldo Ellena

Umweltschutz: Zu eng darf es nicht werden

I n der Schweiz sind die Vorschriften für das Führen einer Poulethalle relativ streng. So hält beispielsweise das Tierschutzgesetz fest, dass sich im Stall pro Quadratmeter maximal 30 Kilogramm Lebendgewicht Tiere aufhalten darf. Die Halle von Florian Sturny ist 1100 Quadratmeter gross; 30 Tage nach Erhalt der 20 000 Küken, muss er 5400 Tiere weggeben, damit der Platz nicht zu eng wird. In der EU sind mindestens 1,5 Mal mehr Lebendgewicht erlaubt.

Im Gegensatz zur EU ist in der Schweiz auch vorgeschrieben, dass die Tiere Tageslicht haben müssen. «Das hat auch Vorteile, im Sommer brauchen wir so für das Licht keinen Strom», so Sturny. In der Schweiz ist Pflicht, dass die Tiere Auslauf erhalten. «Vor kurzem hat mich ein Holländer besucht, der konnte das nicht glauben. Haben die Tiere viel Tageslicht und Auslauf, fressen sie weniger und brauchen mehr Energie», erzählt Florian Sturny.

«Unter diesen Umständen ist das Halten der Tiere wirklich gut vertretbar», sagt der Landwirt. Für ihn war ein Bio-Betrieb nie ein Thema. «Ich hätte den gesamten Betrieb umstellen müssen.» mir

Zahlen und Fakten

Frifag übernimmt die ganze Organisation

Seit 2010 betreibt der 31-jährige Florian Sturny die Poulethalle in Galteren. Der Bau hat eine Million Franken gekostet. Alle sieben Wochen erhält Sturny knapp 20000 Küken. Der durchschnittliche Futterverbrauch während einer Mastzeit beträgt 70 Tonnen Futter und 127000 Liter Wasser. Nach 30 Tagen wiegen die Tiere 1,7 kg (Schlachtgewicht: 1,25kg), nach 40 Tagen 2,3 Kilogramm (Schlachtgewicht: 1,7kg). Sturny bekommt für ein Tier zwischen 75 Rappen und 1,40 Franken; abgezogen sind die Kosten für die Küken und das Futter. Die auf Poulets spezialisierte Frifag AG übernimmt die Organisation, schlachtet die Tiere und verkauft sie. Abnehmer sind etwa die Migros Ost-Schweiz, Aldi und Lidl sowie Grossmetzgereien, unter anderem die Fleisch und Brau AG.mir

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