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Gehört Münchenwiler bald zu Freiburg?

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Christoph Neuhaus, die Berner Exklave Clavaleyres will mit Murten fusionieren. Die Gemeindeversammlung Münchenwiler hat als Folge zum zweiten Mal das Thema Fusion mit Clavaleyres traktandiert. Wäre für Sie eine bernische Fusion der beiden Exklaven die bessere Lösung?

Ich habe mit der Gemeindepräsidentin von Münchenwiler, Priska Marti, Kontakt aufgenommen, weil die Situation von Clavaleyres und Münchenwiler den Kanton Bern ja schon länger beschäftigt. Unser Ziel ist es, leistungsfähigere Gemeinden in Bern zu haben, die ihre Aufgaben erfüllen können. Für das braucht es aber in der Regel eine gewisse Grösse. Clavaleyres mit 50 Einwohnern ist sicher zu klein. Münchenwiler arbeitet finanziell wie politisch mit seinen 500 Einwohnern zwar gut und kann auch den Gemeinderat besetzen. Dies kann sich aber schnell wieder ändern. Deshalb ist es wichtig, dass sich Münchenwiler bereits heute, aus einer Position der Stärke heraus, Gedanken macht.

 

Müssen diese beiden Gemeinden aus Ihrer Sicht also fusionieren?

Nein, nicht unbedingt. Eine Fusion ist für beide Gemeinden im Augenblick nicht zwingend. Aber auf längere Sicht ist eine Fusion für beide Gemeinden sicher der richtige Weg. Für Clavaleyres ist es jetzt auch ein guter Zeitpunkt. Sie haben ihre Ortsplanung revidiert und weisen finanziell eine gute Basis vor. Clavaleyres ist damit sicher ein guter Fusionspartner, für Murten, aber auch für eine andere Gemeinde.

 

Aber eine Fusion zwischen den beiden Berner Exklaven sehen Sie weniger?

Ja, das macht in meinen Augen keinen Sinn. Das habe ich dem Gemeinderat von Münchenwiler auch so gesagt. Eine Fusion von Clavaleyres und Münchenwiler ist nicht der grosse Befreiungsschlag, der die möglichen Probleme der beiden Gemeinden lösen kann. Eine solche Fusion könnte nur eine Zwischenetappe sein. Eine fusionierte Gemeinde Clavaleyres und Münchenwiler müsste sich irgendwann nach weiteren Partnern umsehen, damit sie eine langfristige Zukunft hätte. Deshalb macht es keinen Sinn, nur für eine Zwischenetappe einen grossen Aufwand zu betreiben, den eine solche Fusion zwangsläufig bedeutete.

 

Sie haben bereits früher grünes Licht für den Zusammenschluss von Clavaleyres mit Murten signalisiert und würden damit sogar einen Kantonswechsel akzeptieren. Sehen Sie die Situation von Münchenwiler ähnlich?

 Ich bedaure es noch immer, dass sich damals im Jahr 2008 Münchenwiler gegen eine Fusion mit Clavaleyres ausgesprochen hat. Jetzt, da sich Clavaleyres Richtung Murten orientiert, muss sich auch Münchenwiler überlegen, wie es weitergeht. Ich habe dem Gemeinderat bei unserem Gespräch deutlich gesagt, dass wir bereit sind, einen grossen Aufwand für den möglichen Kantonswechsel von Clavaleyres zu betreiben, aber dann nicht ein paar Jahre später die gleiche Übung für Münchenwiler wiederholen wollen.

 

 Der Kanton Bern würde dafür aber einfach so zwei Exklaven zum Kanton Freiburg ziehen lassen?

 Das tönt jetzt so, als wären uns Münchenwiler und Clavaleyres egal. Das ist natürlich nicht so. Für uns ist es einfach wichtig, dass wir Gemeinden haben, die ihre Arbeit eigenständig machen können, was eine gewisse Grösse voraussetzt.

Über einen Kantonswechsel würden wir sicher nicht jubeln, wir würden aber auch keine Truppen in Münchenwiler aufmarschieren lassen. Wir wollen für beide Gemeinden eine gute Zukunft.

 

 Wie sieht jetzt die Zukunft von Münchenwiler aus?

 Ich finde es gut, dass der Gemeinderat sich der Diskussion stellt und die Bevölkerung offen einbezieht. Es liegt mir fern, Münchenwiler etwas aufzuzwingen. Die Gemeinde tut aber sicher gut daran, alle Optionen ziemlich bald abzuklären: sei es die Selbstständigkeit, eine Fusion mit einer Berner Gemeinde oder den Sprung auf den Fusionszug mit Clavaleyres und Murten.

Christoph Neuhaus, Berner Regierungspräsident. Bild zvg

Fusion unter Bernern: Münchenwiler will keine Fusionsgespräche mit Clavaleyres

Z wei bernische Exklaven in der Region Murten machen sich Gedanken um ihre Zukunft. Die eine, Clavaleyres, ist eine kleine Gemeinde mit gerade mal 50 Einwohnern. Für Clavaleyres ist eine Fusion sinnvoll, deshalb hat die Gemeinde auch Fusionsgespräche mit Murten aufgenommen. Für Münchenwiler mit rund 500 Einwohnern steht eine Fusion im Moment grundsätzlich nicht zur Diskussion. Trotzdem war das Thema Fusion auf der Traktandenliste an der Gemeindeversammlung von Donnerstagabend. Dies, weil sich Münchenwiler an die gescheiterte Fusion der beiden Exklaven vor sechs Jahren erinnerte. An der Gemeindeversammlung vor einem halben Jahr war deshalb der Vorstoss eines Bürgers, Fusionsgespräche mit Clavaleyres noch einmal in der Versammlung zu diskutieren, deutlich angenommen worden.

Das zweite Nein

Die Gemeindeversammlung entschied am Donnerstagabend aber ein weiteres Mal, keine Fusion mit Clavaleyres anzustreben, allerdings eher knapp, mit 24 Nein- zu 18 Ja-Stimmen. Bei der regen Diskussion wurde deutlich, dass viele die frostige Atmosphäre bedauern, die seit dem Nein zur Fusion im Jahr 2008 zwischen den beiden Berner Gemeinden herrscht. Viele der 44 anwesenden Stimmbürger diskutierten an der Gemeindeversammlung offen über eine Fusion, aber auch über die schlechte Beziehung der beiden Gemeinden. Einig waren sich fast alle Votanten, dass eine Fusion kaum Sinn mache, weil eine fusionierte Gemeinde mit nur 550 Einwohnern keine Vorteile brächte. Deshalb argumentierten die Befürworter von weiteren Gespräche mit Clavaleyres vor allem mit der Gesprächsbereitschaft an und für sich. Man solle Gesprächsbereitschaft signalisieren, um die Ressentiments zu überwinden. Man spürte an der Versammlung, dass die Bürger von Münchenwiler die Beziehung zu Clavaleyres verbessern wollen. Fusionsgespräche seien aber nicht das richtige Mittel, befand die Mehrheit mit ihrem Entscheid. tk

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