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Goaliefrage sorgt beim SCD für Unruhe

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Vier Spiele, ein Punkt, vorletzter Tabellenplatz – dem SC Düdingen läuft es in der 1.-Liga-Meisterschaft noch überhaupt nicht nach Wunsch. Nach der katastrophalen letzten Saison mit der zwischenzeitlichen Trainerbeurlaubung und dem in extremis geschafften Ligaerhalt hatten sich die Anhänger des SCD für dieses Jahr positivere Auftritte erhofft. Doch davon ist man momentan um einiges entfernt. Wie überall, wo es sportlich nicht läuft, werden auch in Düdingen die Kritiker mit jedem verlorenen Spiel lauter und zahlreicher. Im Umfeld des Vereins sind inzwischen viele der Meinung, dass man letzte Saison besser in die 2. Liga interregional abgestiegen wäre und dort einen Neuanfang gemacht hätte. Und gar mancher findet, dass es ein Fehler war, Martin Lengen als Trainer zurückzuholen. Der Geschmähte nimmt die Vorwürfe an seine Person gelassen. «Egal, was man macht, es wird immer geredet. Da höre ich gar nicht mehr hin», sagt Lengen. «Die Saison ist noch jung, da kann noch viel passieren. Ich bin zuversichtlich, dass wir den Ligaerhalt schaffen werden.»

Am Ende des Artikels kannst du deine Meinung zur Goaliefrage abgeben.

Auch wenn sich der 43-jährige Cordaster betont ruhig gibt, beim SCD liegt derzeit einiges im Argen. Für Diskussionen sorgten zuletzt auch die Leistungen der Torhüter und Lengens Wechsel auf der Goalieposition. Vor zwei Wochen wurde Roger Wingeier, Stammgoalie der letzten beiden Saisons, durch den 19-jährigen Kai Stampfli ersetzt. Und nun muss der junge Düdinger seinerseits dem neu verpflichteten Franzosen Maxime Brenet (25) Platz machen. Zwei Torhüterwechsel innerhalb eines Monats, das ist ungewöhnlich und eigentlich so gar nicht Lengens Stil. Er war bisher stets ein Verfechter einer klaren Nummer eins im Tor.

Wingeier zeigt sich selbstkritisch

Roger Wingeier kann die von seinem Trainer getätigten Wechsel – nicht ganz unerwartet – nicht nachvollziehen. «Vor der Saison hat der Verein gross kommuniziert, dass er die Lehren aus der letzten Saison gezogen habe, dass er sich ein neues Gesicht geben wolle, mit Spielern aus der Region. Und dann engagiert man einen ausländischen Goalie und verbannt dafür zwei Hiesige auf die Bank», kritisiert der 31-Jährige. «Natürlich hat niemand Anspruch auf einen Stammplatz, nur weil er Sensler ist. Die Leistung muss stimmen, aber das war der Fall.»

«Ich werde den Eindruck nicht los, dass man mich zum Sündenbock für die schlechten Resultate stempeln will.»

Roger Wingeier

Goalie SC Düdingen

 
 

Bei der Beurteilung seiner bisherigen Auftritte gibt sich Roger Wingeier durchaus selbstkritisch. «Bei der 1:5-Niederlage im Cup gegen Münsingen hätte ich bei der Standardsituation, die zum dritten Gegentor geführt hat, herauslaufen sollen.» Matchentscheidend sei diese Situation aber nicht gewesen, sondern der Platzverweis gegen Elvis Corovic. «Auch beim 1:2 gegen Thun nehme ich bei einem Gegentor eine Mitschuld auf mich.» In dieser Situation habe allerdings die ganze Mannschaft geschlafen, findet Wingeier. «Dass man nun mir bereits nach zwei Runden das Vertrauen entzieht, kann ich nicht nachvollziehen.»

Hier riskiert Wingeier Kopf und Kragen für den SC Düdingen.

Ungünstiger Zeitpunkt

Der Goaliewechsel sei ein gut überlegter Schritt gewesen, entgegnet Trainer Martin Lengen. Die Leistungen von Wingeier hätten bereits in der letzten Rückrunde nachgelassen. «Weil wir wussten, was er konnte und kann, haben wir im Sommer dennoch mit ihm verlängert, auch wenn wir einen anderen Goalie als Option hatten, der heute in der Promotion League spielt. Wir glaubten an ihn und hofften, dass er wieder zu alter Stärke auflaufen würde. Das ist ihm leider nicht gelungen, weder in der Meisterschaft noch in den Trainingsspielen zuvor. Er war nicht mehr der Rückhalt wie in den Jahren zuvor. Ein Goalie muss auch mal einen Unhaltbaren halten.» Nach zehn Spielen, und nicht zwei, habe man sich deshalb zu einem Torhüterwechsel entschieden. «Klar wäre es toll, einen Sensler im Tor stehen zu haben, Priorität hat aber die Leistung, und nicht die Herkunft. Die Leute wollen Siege sehen.»

Hier geht’s zum Interview mit Martin Lengen vor dem Saisonstart.

Dieser Schritt mag nötig und gut überlegt gewesen sein, vollzogen hat ihn der SCD allerdings zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Nach den ausgebliebenen Resultaten ist die Verunsicherung im Team gross, die ständigen Goaliewechsel haben noch für zusätzliche Unruhe gesorgt.

Fehlende Unterstützung

Es ist das undankbare Schicksal des Torhüters, immer wieder bezwungen zu werden. Der Goalie wird nur schwer zum Helden, aber leicht zum Versager. Greift er daneben, landet der Ball im Netz; schlägt ein Stürmer über den Ball, steht es einfach weiterhin 0:0. Umso wichtiger ist es, dass die Mannschaft ihren Goalie unterstützt, die Verteidigung ihn abschirmt und Schüsse blockt, die Offensivabteilung nach hinten arbeitet und gefährliche Torchancen gar nicht erst entstehen lässt. Dieses Sich-Aufopfern für den eigenen Torwart liess der SC Düdingen allerdings des Öfteren vermissen – und das nicht erst seit dieser Saison. « Ich habe Fehler gemacht, alle anderen aber auch. Ich werde den Eindruck nicht los, dass man mich zum Sündenbock für die schlechten Resultate stempeln will», sagt Wingeier. «Wir haben noch kein Spiel wegen uns Goalies verloren.»

«Kai Stampfli hat sehr viel Talent, aber er braucht noch Zeit, um sich zu entwickeln.»

Martin Lengen

Trainer SC Düdingen

 

Für seinen Ersatzmann Stampfli findet Wingeier lobende Worte. Am Sonntag in Portalban bei der 1:3-Niederlage möge Kai bei einem Tor etwas unglücklich ausgesehen haben, dafür habe er einen Penalty gehalten und sei bei allen Freistössen zur Stelle gewesen. «Wieso gibt man nicht ihm die Chance, in der 1. Liga den Rhythmus zu finden, Erfahrungen zu sammeln und Fortschritte zu machen?»

Negative Fehlerkultur

Martin Lengen hält grosse Stücke auf Kai Stampfli und sieht seinen Youngster, der am Kollegium Gambach das vierte Jahr absolviert, beim SCD als Goalie der Zukunft. Für den Sprung in die 1. Liga sei er aber noch nicht bereit. «Wir haben ihn schon vor zwei Jahren, als er noch B-Junior war, ins Kader der ersten Mannschaft geholt. Wir wollen ihn behutsam aufbauen. Er hat sehr viel Talent, aber er braucht noch Zeit, um sich zu entwickeln. Das hat er uns in einem Gespräch selber bestätigt.»

Martin Lengen sieht seinen jungen Keeper Stampfli als Versprechen für die Zukunft.

Dereinst soll Stampfli eine tragende Rolle im Düdinger Fanionteam übernehmen. Dafür soll Adrian Schneuwly sorgen, der seit diesem Sommer auf dem Birchhölzli als Torhütertrainer engagiert ist. Den Vertrag mit Stefan Sojcic, der zuvor viele Jahre diese Funktion ausgeübt hatte, wollte der SCD nicht verlängern. Ein Entscheid, den Roger Wingeier bedauert. «Ädu macht sehr gute Trainings, aber er ist nur einmal pro Woche da. Stefan war mindestens viermal auf dem Platz, da konnte man viel mehr profitieren.»

Zudem herrsche beim SCD eine negative Fehlerkultur, kritisiert Wingeier. «Vom Trainer, vom Präsidenten, vom Goalietrainer – jeden Fehler, den man macht, kriegt man mindestens dreimal unter die Nase ­gerieben.»

Brenet die neue Nummer eins

Wenig ermutigend dürfte für Wingeier derweil sein, dass er am kommenden Samstag im Heimspiel gegen das Team Waadt (17.30 Uhr) auf der Tribüne Platz nehmen muss. Der neu verpflichtete Maxime Brenet (25), der zuletzt bei Yverdon unter Vertrag stand und in der Saison 2014/15 auch schon das Trikot des FC Freiburg getragen hat, wird die Nummer eins sein. Stampfli, der bereits letzte Saison als Backup-Goalie im Kader des SCD stand, allerdings ohne Einsatz blieb, sieht das Ganze pragmatisch. «Es war cool, zwei Spiele in der 1. Liga zu machen. Jetzt schaue ich halt wieder zu. Ich war von Anfang an als Nummer 2 vorgesehen, für mich ändert sich nichts.»

Vor dem Saisonstart haben wir den SCD im Training besucht.

Dass er ins dritte Glied zurücktreten muss, kam für Roger Wingeier derweil wenig überraschend. «Der Verein wartet nur darauf, dass ich das ganze Theater satthabe und freiwillig gehe. Für den SCD wäre dies praktisch, dann könnte er den Vertrag auflösen und müsste mir keinen Lohn mehr zahlen. Ich werde aber weiter ins Training gehen und meine Arbeit machen. Ich will bereit sein, sollte man mich nochmals benötigen. Auch wenn ich persönlich nicht mehr mit Einsätzen in der 1. Liga rechne.»

Trainer Martin Lengen versichert derweil, dass die Türe für seine ehemalige Nummer eins noch offen ist. «Maxime Brenet hat nur einen Vertrag für die Vorrunde. Mitte November werden wir Bilanz ziehen und schauen, wie es weitergeht. Ich hoffe sehr, dass Roger den Konkurrenzkampf annimmt und sich ins Team zurückkämpft. Ich schätze Roger mit seiner Kämpfermentalität sehr.»

Team und Goalie in der Pflicht

Zumindest vorläufig ist damit die Goaliefrage beim SCD geklärt. Ob nun auch Ruhe einkehrt, wird sich zeigen. Das Team und insbesondere der neue Torwart stehen in der Pflicht. Denn eines ist klar: Ein Auswärtiger im Tor und kein Erfolg – das wäre eine Kombination, die bei den Fans schlecht ankäme.

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