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Gottéron dämpft Del-Curto-Euphorie

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Trotz dem gestrigen hochverdienten Sieg gegen die Zürcher: Bisher lief bei den Freiburgern, die den Vorgaben der Clubleitung weit hinterherhinken, nur wenig rund. Und auch neben dem Eis liegt offensichtlich so einiges im Argen. Während der Umbau der Eishalle wie geplant vonstatten geht, hat das ambitionierte Projekt zur auf Ende Saison angekündigten Demission von Präsident Michel Volet geführt, wie die Zeitung «La Liberté» gestern Abend auf ihrem Online-Portal und in der heutigen Printausgabe berichtet. Volet und Albert Michel, der Verwaltungsratspräsident der L’Antre SA, der Bauherrin des neuen Stadions, seien sich in vielen Belangen wie etwa der Gastronomie oder dem künftigen Namen der Eishalle uneins. Volet ziehe darum die Konsequenzen. Dies im Wissen, dass er in einem Egokräftemessen gegen Michel, seines Zeichens auch Verwaltungsratspräsident der Freiburger Kantonalbank – notabene des Mehrheitsaktionärs von Gottéron – wie bereits sein Vorgänger Charles Phillot, der 2014 ebenfalls wegen unterschiedlichen Vorstellungen bezüglich des Stadionprojekts seinen Hut genommen hatte, den Kürzeren ziehen würde. In der Pole-Position für die Nachfolge Volets, so berichtet «La Liberté» weiter, sei ein 56-jährige Sensler, Verwaltungsratsmitglied Hubert Waeber.

Viel Hype, wenig Punkte

Keine Probleme in der Führungsetage, dafür jedoch in der sportlichen Abteilung haben die ZSC Lions. Überraschend in den Strichkampf verwickelt, haben die kriselnden Zürcher Arno Del Curto als «Heilsbringer» engagiert. Und was gab es nicht alles Verrücktes, seit die HCD-Legende letzte Woche den als zu farblos taxierten Serge Aubin abgelöst und die Geschicke der Lions übernommen hat: das erste Training live auf Blick-Online, die «Arno-Cam» (eine Kamera des Bezahlsenders MySports, die bei seinem ersten Spiel an der ZSC-Bande in Langnau 60 Minuten einzig und allein auf Del Curto gerichtet war …), Arno-T-Shirts – die Hysterie um den 62-jährigen Engadiner kannte vorab in den Zürcher Medien und im Umfeld des Meisters keine Grenzen.

Nicht weniger euphorisch sind die Erwartungen an Del Curto, der die Lions nicht nur aus der Gefahrenzone am Strich, sondern vielmehr in Richtung Titelverteidigung führen soll. Einzig gilt es nach drei Spielen festzuhalten, dass der sechsfache Meistertrainer die Wende bei den Lions (noch) nicht herbeiführen konnte. Auswärtsniederlagen gegen die SCL Tigers und gestern in Freiburg steht bisher ein Heimsieg gegen Langnau gegenüber. Die fehleranfälligen Zürcher sind noch meilenweit vom Tempohockey entfernt, das Del Curto in seinen 22 Jahren beim HC Davos zu kultivieren pflegte. Gegen ein effizientes Gottéron kamen überdies noch eklatante defensive Mängel hinzu, und dies ausgerechnet bei der Premiere von Club-Ikone Mathias Seger als zweitem Assistenztrainer, der die Aufgabe hat, seine ehemaligen Verteidigerkollegen zu coachen.

Dem unter Druck stehenden Gottéron, das fünf der letzten sieben Heimpartien verloren hatte, konnte dies selbstredend nur recht sein. Anders als es Aubin beim ZSC gewesen war, ist Mark French aber kein Thema – obwohl die Freiburger in relevanten Statistiken wie dem Über- und Unterzahlspiel völlig ungenügende Werte aufweisen. Auch wenn natürlich in erster Linie die Spieler in der Pflicht stehen, werden angesichts der prekären Tabellenlage gleichwohl endlich auch vom Trainer Lösungsansätze und Siege erwartet, wenn es denn mit der Playoff-Qualifikation noch was werden soll.

Trumpf Micflikier sticht

Tatsächlich versuchte French gestern etwas Neues und brachte mit Jacob Micflikier, der sein letztes Spiel am 23. Dezember in Zürich ausgetragen hatte, auf Kosten Jim Slaters einen neuen Ausländer und wirbelte auch sonst die Linien durcheinander. Keine drei Minuten waren gespielt, da hatte sich dieser Schachzug bereits ausbezahlt. Der Kanadier mit Torriecher zeichnete für die frühe Führung der Gastgeber verantwortlich. Dieser Treffer gab den Freiburgern Sicherheit. Nach Matthias Rossis 2:0 – der ausgezeichnet mit Flavio Schmutz und Micflikier harmonierte – konnten die Gäste kurz vor der ersten Pause im Powerplay zwar den Anschlusstreffer erzielen, bis zur Spielhälfte erhöhten Charles Bertrand, Tristan Vau­clair und Julien Sprunger für die entfesselten Freiburger mit einem starken Reto Berra zwische den Pfosten jedoch auf 5:1. Del Curto drohte damit ein ähnliches Debakel wie bei seinem letzten Auftritt im St Leonhard im November. Damals hatte er noch mit dem HCD in Freiburg mit 1:6 verloren. Gestern sollte es in der Tat noch schlimmer kommen. Zwar schossen die Zürcher noch einen zweiten Treffer, ein Restausschluss von Fabrice Herzog nach einem Bandenckeck gegen Ralph Stalder (41.) liess eine mögliche Aufholjagd aber jäh verpuffen. Micflikier mit seinem zweiten Tor und der überzeugende Andrew Miller (4 Skorerpunkte) machten mit den Freiburger Toren sechs und sieben den Deckel zu – nachdem Gottéron in den letzten Wochen gerade beim Toreschiessen nicht auf der Höhe gewesen war.

«Oftmals ist das Skoren eine Frage des Momentums», sagte Miclflikier nach dem Spiel. «Für mich persönlich war es natürlich toll, so schnell zu treffen – und auch dem Team hat es vieles erleichtert.» Dem Team sei nach der punktelosen Doppelrunde vom Wochenende die richtige Reaktion gelungen. Die gilt es bereits morgen in Rapperswil zu bestätigen. Einen Zähler hinter dem achtplatzierten Genf klassiert, winkt Gottéron dann der Sprung über den Strich.

Telegramm

Gottéron – ZSC Lions 7:2 (2:1, 3:1, 2:0)

St. Leonhard. – 5527 Zuschauer. Tore: 3. Micflikier (Bertrand, Miller/Ausschluss Blindenbacher) 1:0. 10. Rossi 2:0. 13. Noreau (Klein/Ausschluss Chavaillaz) 2:1. 21. (20:30) Bertrand (Miller/Ausschluss Phil Baltisberger) 3:1. 25. Vauclair (Sandro Forrer) 4:1. 32. Sprunger (Miller, Marco Forrer) 5:1. 40. (39:41) Suter (Klein) 5:2. 49. Micflikier (Schmutz) 6:2. 57. Miller (Marchon) 7:2. Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Freiburg-Gottéron, 4-mal 2 plus 5  Minuten (Herzog) plus Spieldauer (Herzog) gegen die ZSC Lions.

Freiburg-Gottéron: Berra; Abplanalp, Stalder; Holos, Chavaillaz; Schneeberger, Furrer; Marco Forrer; Rossi, Schmutz, Micflikier; Bertrand, Walser, Mottet; Sprunger, Miller, Marchon; Vauclair, Meunier, Lhotak; Sandro Forrer.

ZSC Lions: Flüeler (32. Schlegel); Klein, Phil Baltisberger; Noreau, Geering; Marti, Blindenbacher; Sutter, Berni; Pettersson, Backman, Herzog; Bodenmann, Suter, Hollenstein; Chris Baltisberger, Prassl, Bachofner; Hinterkircher, Schäppi, Miranda.

Bemerkungen: Gottéron ohne Slater (überzähliger Ausländer), Bykow und Schilt, ZSC Lions ohne Cervenka, Nilsson, Ulmann und Wick (alle verletzt), Moore (krank). – Timout ZSC Lions (10.).

Die FN-Besten: Miller und Schlegel.

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