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Gottéron fällt noch tiefer

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Man muss wohl kein grosser Eishockeyprophet sein, um zu sagen, dass spätestens gestern für Freiburg der Abstiegskampf begonnen hat. Auch wenn die Verantwortlichen und die Spieler selbst nach der sechsten Niederlage in Folge den Teufel noch nicht an die Wand malen wollen, ergibt ein Blick auf die Tabelle ein anderes Bild. Die beiden Spiele gegen Zug und Ambri haben gezeigt, dass man sich mit den Meriten aus der Champions League nichts kaufen kann. Beide Male konnten die Freiburger optisch zwar gut mithalten, vor den gegnerischen Toren ging jedoch überhaupt nichts.

Zug überall besser

Ganze 47 Sekunden im Mitteldrittel konnten die Freiburger Fans am Samstagabend in Spiel gegen den EV Zug auf ein positives Ergebnis ihrer Lieblinge hoffen. Nach gut einer halben Stunde gelang es Andrei Bykow endlich, den starken Tobias Stephan mit einem präzisen Schuss in die nahe hohe Ecke zu bezwingen. Zuvor waren die Gäste durch Treffer von Goldhelm Lino Martschini und Verteidiger Samuel Erni schon in Führung gegangen.

Die Freude über den An­schluss­treffer dauerte im Lager des späteren Verlierers jedoch nur ein paar Sekunden, dann machte Zugs Doppeltorschütze Jarkko Immonen mit dem 3:1 praktisch schon alles klar. Auch bei diesem Gegentor sah die Freiburger Abwehr inklusive Goalie Benjamin Conz alles andere als gut aus. Got­té­ron versuchte vor allem im Schlussdrittel, nochmals Druck aufzusetzen, die Innerschweizer, die ja schon am Vorabend im Einsatz gestanden waren, liessen es nach dem vierten Tor allerdings etwas gemütlicher angehen. Dies konnte man problemlos, denn im Gegensatz zu den Freiburger hat der EVZ ein funktionierendes Defensivkonzept und zudem einen starken Goalie zwischen den Pfosten. Ausser einem weiteren Überzahltor von Verteidiger Yannick Rathgeb – zwei Zuger sassen zu diesem Zeitpunkt draussen – schaute für Got­té­ron nicht Zählbares mehr heraus. Als man kurz vor Schluss beim HCF ohne Torhüter auf Alles oder Nichts schaltete, kam auch noch Carl Klingberg beim Sieger zu einem Empty-Netter.

Zug hatte in diesem einseitigen Match alle Vorteile auf seiner Seite. Das begann beim Torhüterduell und endete beim Vergleich zwischen den beiden Topskorern, wo der kleine, aber wiselflinke Lino Martschini für einmal Julien Sprunger die Show stahl. Und auch punkto Ausländer sind eben die Innerschweizer weitaus ausgeglichener besetzt. Ausser zwei, drei schönen Zuspielen von Roman Cervenka gelang dem Freiburger Söldnerquartett kaum etwas Spezielles. Klar beklagten die Freiburger drei Stangenschüsse, aber insgesamt reichte diese durchzogene Leistung gegen einen EVZ, der in dieser Form bei der Vergabe des Titels sicher auch ein Wort mitreden wird, ganz einfach nicht.

Tessiner Luft bekommt nicht

Innert nur einer Woche hat Gottéron zweimal auswärts gegen die beiden Tessiner NLA-Vereine den Kürzeren gezogen, beide Male schenkte man dem Gegner die Punkte praktisch auf dem Tablett. Ambris Doppeltorschütze Lukas Lhotak sagte nach dem Spiel nicht umsonst, als die Montanara der eigenen Fans schon verstummt war, dass man noch selten in dieser Saison so leicht zu den Toren gekommen sei.

Trotz der am Vortag dürftigen Leistung stellte Coach Larry Huras auch am Sonntagnachmittag Conz ins Tor. Mit dem Resultat, dass der völlig verunsicherte Goalie im ersten Drittel zwei von drei Schüssen passieren lassen musste und im letzten Drittel nach dem sechsten Gegentor völlig entnervt den Kasten freiwillig räumte.

Trotz diesen Aussetzern gelang es Freiburg, lange Zeit den Match offenzuhalten, erst im letzten Abschnitt kosteten wiederum unglaubliche defensive Schnitzer wichtige Punkte. Besonders weh tat natürlich, dass beim etwas glücklichen Sieger neben Ex-Trainer Hans Kossmann mit Thibaut Monnet und Michael Ngoy ausgerechnet jene Leute das Grab der Drachen schaufelten, die man in letzter Zeit an der Saane ausgemustert hatte. Aber Hand aufs Herz: Wenn man selbst gegen das ebenfalls äussert schwache Ambri solche Spiele nicht gewinnen kann, gegen wen dann?

Für Freiburgs erfolglosen Coach Larry Huras wird es von Meisterschaftspartie zu Meisterschaftspartie immer schwerer, Erklärungen für den Krebsgang zu finden: «Eigentlich gibst nichts zu sagen, wir machen immer die gleichen Fehler, schiessen keine Tore und kassieren dafür viel zu viele.» Nicht offen ausgesprochen, aber doch zwischen den Zeilen angetönt hat der Kanadier, dass sein Team im Moment praktisch «ohne Goalie» spiele und dass es so eben schwierig sei, Spiele zu gewinnen.

Für Captain Julien Sprunger wurde in letzter Zeit genug geredet, jetzt müsse man auf dem Eis endlich Leistungen zeigen. Jeder Spieler solle in den Spiegel schauen und die Fehler nicht immer beim Mitspieler suchen: «Wir sind in der Tabelle komplett hinten, und da soll doch im Moment niemand mehr von den Playoffs träumen.»

Telegramme

Gottéron – Zug 2:5 (0:2, 1:1, 1:2)

5693 Zuschauer. – SR Mandioni/Mollard, Fluri/Kovacs. Tore: 9. Martschini (Diaz, Holden) 0:1. 14. Erni 0:2. 31. (30:01) Bykow (Mottet, Abplanalp) 1:2. 31. (30:48) Immonen (Klingberg) 1:3. 46. Immonen (McIntyre, Diaz/Ausschluss Neuenschwander) 1:4. 51. Rathgeb (Cervenka, Birner/Ausschlüsse Alatalo, Schlumpf) 2:4. 60. (59:45) Klingberg 2:5 (ins leere Tor). Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Freiburg-Gottéron, 7-mal 2 Minuten gegen Zug.

Freiburg-Gottéron: Conz; Rathgeb, Picard; Stalder, Leeger; Abplanalp, Chavaillaz; Sprunger, Cervenka, Birner; Fritsche, Rivera, Neuenschwander; Mauldin, Bykow, Mottet; Chiquet, Schmutz, Neukom.

EV Zug: Stephan; Helbling, Grossmann; Diaz, Morant; Schlumpf, Erni; Lüthi, Alatalo; Klingberg, Immonen, Senteler; Martschini, Holden, Suri; Zangger, McIntyre, Lammer; Peter, Marchon, Schnyder.

Bemerkungen: Gottéron ohne Ritola, Loichat, Kienzle, Schilt, Maret (alle verletzt) und Marchon (Ajoie). Zug ohne Diem (verletzt). – Pfosten/Lattenschüsse: 28. Mottet, 38. Cervenka, 45. Neuenschwander, 47. Suri. – Timeouts: Gottéron (59.); Zug (60.). – Gottéron von 57:48 bis 59:45 ohne Goalie.

Die FN-Besten: Bykow und Stephan.

Ambri – Gottéron 6:3 (2:2, 1:1, 3:0)

5017 Zuschauer. Tore: 8. Monnet (Emmerton, Mäenpää/Ausschluss Chiquet) 1:0. 10. Mauldin (Bykow, Leeger) 1:1. 14. Lhotak (Mäenpää, Oliver Kamber) 2:1. 15. Birner (Leeger) 2:2. 23. Rivera (Rathgeb) 2:3. 32. Emmerton (Janne Pesonen) 3:3. 42. Ngoy 4:3. 44. Lhotak (Fora/Ausschlüsse Rathgeb; Berthon) 5:3. 50. Zgraggen (Bastl) 6:3. Strafen: 5-mal 2 plus 10 Minuten (Lauper) gegen Ambri, 3-mal 2 Minuten gegen Gottéron.

Ambri-Piotta: Zurkirchen; Zgraggen, Ngoy; Fora, Gautschi; Berger, Mäenpää; Collenberg; Berthon, Hall, Lauper; Monnet, Emmerton, Pesonen; Lhotak, Kamber, Bastl; Guggisberg, Fuchs, Bianchi; Kostner.

Freiburg-Gottéron: Conz (50. Säikkönen); Rathgeb, Picard; Chavaillaz, Abplanalp; Stalder, Leeger; Fuchs; Sprunger, Cervenka, Birner; Mauldin, Bykow, Mottet; Fritsche, Rivera, Neuenschwander; Chiquet, Schmutz, Neukom; Fischer.

Bemerkungen: Ambri ohne D’Agostini, Duca, Jelovac und Trunz, Gottéron ohne Ritola, Loichat, Kienzle, Schilt, Maret (alle verletzt) und Marchon (Ajoie).

Die FN-Besten: Lhotak und Leeger.

Vertragsverlängerung

Rathgeb bleibt Gottéron treu

Die Gegenwart präsentiert sich für Gottéron zappenduster. Immerhin gab es für den Club am Wochenende eine gute Nachricht, was die Zukunft betrifft: Yannick Rathgeb, mit 8 Toren und 11 Assists mit Abstand der produktivste Verteidiger im Team, hat sich dafür entschieden, seinen Vertrag um zwei Jahre bis 2019 zu verlängern. Das ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Dem jungen Nationalspieler lagen Angebote von sämtlichen NLA-Clubs vor. Warum hat er sich für Freiburg entschieden? «Am Ende war es ein Bauchentscheid. Ich fühle mich wohl hier und kann im Team eine wichtige Rolle einnehmen und Verantwortung tragen.» Der 21-Jährige ist deshalb überzeugt, dass Gottéron für ihn der richtige Club ist, um weiter Fortschritte zu erzielen. «Es gibt in meinem Spiel noch einiges zu verbessern, ich denke da insbesondere an mein Defensivspiel und meine Geschwindigkeit.» Tatsächlich hat Rathgeb in Sachen Defensivspiel noch viel Luft nach oben. Mit minus 16 hat er die klar schlechteste Plus-Minus-Bilanz der gesamten Liga.

Ausstiegsklausel ab 2018

Der Langenthaler, der zwischen 2013 und 2015 in der nordamerikanischen Junioren-Liga OHL spielte, aber nie gedraftet wurde, weiss selbst, dass er sich in diesen Bereichen noch klar steigern muss, um seinen Traum von der NHL dereinst zu verwirklichen. Für die Saison 2017/18 hat er deshalb keine Nordamerika-Ausstiegsklausel im Vertrag, sondern erst für die Saison 2018/19. Bis dahin will er in Freiburg an sich und seinem Spiel arbeiten. Das ist auch der Grund, warum er nicht zu einem Spitzenclub wechselte. «Bern, Zürich oder Zug haben bereits Verteidiger mit einem ähnlichen Profil. Das wäre für meine Entwicklung nicht ideal gewesen.» So lagen zuletzt noch Lausanne, Genf und Freiburg im Rennen, ganz zum Schluss entschied sich Rathgeb zwischen Genf und Freiburg. «Diese drei Clubs haben mir allesamt eine offensive Rolle und viel Eiszeit zugesichert.» Dass er bei Gottéron eine tragende Rolle einnimmt, versteht sich von selbst. Der schussstarke Offensivverteidiger ist der einzige Blueliner im Team und deshalb insbesondere im Powerplay unverzichtbar. fm

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