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Gottéron im Comedy-Modus

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Ein Pflichtsieg hätte es im Kampf um die Playoff-Plätze für Gottéron gestern beim abgeschlagenen Schlusslicht Rapperswil werden sollen. Stattdessen erlitten die Freiburger einen herben Rückschlag. Die mit ihren bescheidenen Mitteln wacker kämpfenden Rapperswiler besiegten ein miserables Gottéron völlig verdient 3:0. Für die St. Galler war es erst der siebte Sieg im 37.  Spiel. Erstmals überhaupt in dieser Saison blieb ihr Torhüter Melvin Nyffeler ohne Gegentor. Dies, obwohl die Freiburger zum ersten Mal mit vier ausländischen Stürmern antraten. Allerdings brachte die überraschende Last-Minute-Nomination von Jim Slater das Team mehr durcheinander, als dass es irgendeinen Nutzen gebracht hätte.

Holos mit dem Zug wieder heim

Alles begann mit einem Anruf auf dem Handy von Jonas Holos. Auf dem Weg zum Spiel erfuhr der Norweger im Car, dass seine Frau womöglich am Abend ihr gemeinsames Kind zur Welt bringen wird. Da der eigentliche Termin erst in drei Wochen gewesen wäre, hatten weder der Club noch der Spieler damit gerechnet. So wurde improvisiert und Holos am Bahnhof von Rapperswil abgesetzt, damit er per Zug ins Spital reisen konnte. Aus sportlicher Sicht war dies gestern besonders ärgerlich, da mit Ralph Stalder und Marc Abplanalp zwei weitere Verteidiger etwas überraschend verletzt fehlten. Um überhaupt irgendwie auf sechs Verteidiger zu kommen, gab deshalb Sebastian Schilt früher als geplant sein Comeback, zudem kam einmal mehr Dan Weisskopf vom Partnerteam Ajoie.

Slater und die Ausrüstung

Profiteur des Ausfalls von Holos war Jim Slater – eigentlich. Denn der Amerikaner machte zwar die Reise nach Rapperswil mit. Da der Stürmer aber als überzähliger Ausländer vorgesehen war, nahm er seine Ausrüstung nicht mit. Trainer Mark French verpflichtet die überzähligen Spieler in der Qualifikation nicht, mit an die Spiele zu reisen. Slater sei bloss dabei gewesen, weil er gerne bei der Mannschaft sei, erklärte Pressechef Pierre Reynaud. Es sei von Trainer zu Trainer unterschiedlich, so Reynaud weiter, andere Gottéron-Trainer hätten das in der Vergangenheit auch schon anders gehandhabt, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Es habe wohl einmal so etwas passieren müssen, damit man daraus lerne, sagte Captain Julien Sprunger nach der Partie.

Gestern hingegen wurde bei Freiburg munter improvisiert. Sportchef Christian Dubé, der eigentlich zu Hause bleiben wollte, fuhr spontan in die Kabine im St. Leonhard, um die Ausrüstung Slaters zu holen und sie nach Rapperswil zu bringen. Ganz rechtzeitig schaffte es der Amerikaner, der das Einwärmen noch mit der Ausrüstung von Holos absolviert hatte, allerdings nicht, seine Ausrüstung anzuziehen. Erst nach gut drei Minuten stand er bereit vor der Got­téron-Kabine, um beim nächsten Unterbruch in den Rink zu gelangen.

Dass French daraufhin mit einer Center-Rochade die Linien durcheinanderwirbelte, tat dem Spiel der Freiburger nicht gut. Trotz vier ausländischer Stürmer passte offensiv im Gegensatz zum 7:2-Sieg am Dienstag gegen Zürich überhaupt nichts zusammen.

Bereits nach dem ersten Drittel konnten die Gäste froh sein, dass sie nicht in Rückstand lagen. 11:3 lautete das Schussverhältnis nach dem Startabschnitt zugunsten des Schlusslichts. Gottéron hatte es vor allem Torhüter Reto Berra zu verdanken, dass es nach 20 Minuten noch 0:0 stand.

Überraschend lethargisch

Der Favorit brachte auch danach kein Bein vors andere und wirkte angesichts der angespannten Lage am Playoff-Strich überraschend lethargisch. Rapperswil blieb das bessere Team. Und als ob der Abend an Geschichten nicht bereits reich genug gewesen wäre, sorgte auch Sandro Forrer noch für seine eigene Dumm-gelaufen-Geschichte. Bei seinem ersten Einsatz überhaupt verlor der 14. Stürmer kurz nach Spielmitte bei einem riskanten Dribbling an der eigenen blauen Linie den Puck und war damit der Hauptschuldige an Roman Schlagenhaufs wegweisenden Treffer. Direkt nach dem Tor musste sich der junge Stürmer, der nächste Saison in Rapperswil spielt, von Reto Berra die Leviten lesen lassen. Wenig überraschend blieb es für Forrer bei diesem einen Shift. 14 Sekunden Spielzeit reichten dem Thurgauer also, um sein Team auf die Verliererstrasse zu bringen.

Sprungers klare Worte

Die Niederlage nur dem jungen Stürmer in die Schuhe zu schieben, wäre allerdings vermessen. Es war ein kollektives Versagen der Freiburger, die sich kaum Ausgleichschancen erarbeiteten. Es fehlte an allem: vom Tempo über die Präzision bis hin zur Laufbereitschaft.

Und als fünf Minuten vor Schluss Rapperswils Topskorer Danny Kristo mit einer Schwalbe Gottéron die Chance ermöglichte, im Powerplay doch noch zum Ausgleich zu kommen, folgte der nächste Aussetzer: Philippe Furrer und Andrew Miller vertändelten an der blauen Linie den Puck und ermöglichten Jan Mosimann, in Unterzahl alleine auf Berra loszuziehen und das 2:0 zu erzielen. Das 3:0 ins leere Tor war aus Freiburger Sicht dann nur noch traurige Zugabe.

Julien Sprunger fand nach dem Spiel klare Worte. Ein «Non-Match» sei es gewesen. «Wir haben das System nicht befolgt, haben nicht aufs Tor geschossen und schlicht nicht gearbeitet.» Die Geschichte um Slater und Holos wollte er nicht als Entschuldigung gelten lassen. «Auf unserem Niveau dürfen solche Dinge keinen Einfluss haben. » Vor dem Spiel gegen Zürich habe French die Linien auch durcheinandergewirbelt, damals habe es Energie ins Team gebracht. «Wenn du gegen das Team, das in der Liga klar die meisten Schüsse aufs Tor erhält, nach zwei Dritteln bloss sieben Mal aufs Tor geschossen hast und dich dominieren lässt, ist das nicht ein Problem der Linien, sondern der Einstellung.»

Bereits morgen kann Gottéron eine Reaktion zeigen. Die Aufgabe ist allerdings alles andere als eine einfache: Im St.  Leonhard wartet der Tabellenzweite SC Bern.

Telegramm

Rapperswil – Gottéron 3:0 (0:0, 1:0, 2:0)

3676 Zuschauer. – SR Salonen/Urban, Kaderli/Duarte. Tore: 31. Schlagenhauf (Wellman, Clark) 1:0. 56. Mosimann (Hüsler/Ausschluss Kristo!) 2:0. 58. Wellman 3:0 (ins leere Tor). Strafen: 3-mal 2 plus 10 Minuten (Hüsler) gegen die Lakers, 2-mal 2 Minuten gegen Gottéron.

Rapperswil-Jona Lakers: Nyffeler; Hächler, Maier; Iglesias, Schmuckli; Helbling, Profico; Gurtner, Berger; Kristo, Knelsen, Spiller; Mosimann, Mason, Casutt; Clark, Schlagenhauf, Wellman; Primeau, Ness, Hüsler.

Freiburg-Gottéron: Berra; Schneeberger, Furrer; Chavaillaz, Schilt; Weisskopf, Marco Forrer; Rossi, Schmutz, Micflikier; Bertrand, Walser, Mottet; Sprunger, Miller, Marchon; Vauclair, Meunier, Lhotak; Slater, Sandro Forrer.

Bemerkungen: Lakers ohne Schweri und Gilroy (beide verletzt), Gähler (krank), Rizzello und Lindemann (beide überzählig), Gottéron ohne Abplanalp, Stalder und Bykow (alle verletzt) sowie Holos (Partnerin in Erwartung). – Gottéron von 55:44 bis 56:53 sowie ab 57:00 bis 57:11 ohne Torhüter.

Die FN-Besten: Nyffeler, Berra.

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