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Gottéron steht vor dem Aus

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Die Hoffnung, die Playoff-Serie (best of 7) mit einem Heimsieg im ausverkauften St. Leonhard auszugleichen, war für die treuen Gottéronfans leider nur von kurzer Dauer. Zum vierten Mal in Folge kassierten die Freiburger am Samstag früh einen Gegentreffer, konnten zwar dann schnell ausgleichen, aber danach lief der spannende und hart umkämpfte Match einmal mehr für die viel effizienter spielenden Tessiner. Im Mitteldrittel, das der Heimklub mehr oder weniger klar dominierte, schuf Lugano dann die relativ frühe Entscheidung: Zweimal konnten die Freiburger Verteidiger einen Puckabpraller ihres Torhüters nicht wegwischen, Jani Lajunen und Luca Cunti sagten artig Dankeschön.

Schon beim ersten Gegentor hatte der HCF Pech. Es war umstritten, ob Jonas Holos, der erstmals in diesen Playoffs zum Einsatz kam, den Puck vor oder hinter der Linie aus dem Freiburger Tor bugsierte. Schiedsrichter Didier Massy gab den Treffer nach Videokonsultation. Klar zu sehen war der Treffer auch im Video nicht; die Regel besagt aber, dass der Unparteiische ein angezeigtes Tor nur dann annullieren darf, wenn er bei der Konsultation am TV klar sieht, dass seine vorherige Entscheidung falsch war.

Wer keine Tore schiesst, kann nicht gewinnen

Spätestens seit der Olympiapause stockt bei Gottéron die schon vorher nur limitierte Torproduktion bedenklich, und gegen ein offensiv starkes Lugano ist das natürlich eine kaum zu überwindende Hypothek. Mit ganzen 30 Schüssen aufs Tor konnte man auch am Samstag wieder nur ein Törchen erzielen. Das ist ganz einfach zu wenig, um diesen kompakten Gegner zu besiegen. Klar, der Lette Elvis Merzlikins war auch diesmal in Beanspruchung von etwas Glück der bessere Goalie, aber die vielen Versuche der Drachenstürmer sind zum Teil viel zu ungenau und gut zu antizipieren. Für Trainer Mark French war das zweite Drittel entscheidend: «Eigentlich hatten wir 20 Minuten lang das Spiel im Griff. Statt Tore zu schiessen, kassierten wir aber kurz vor Ende sogar das völlig unnötige 1:3.»

Was war passiert? Captain Julien Sprunger kassierte hinter dem gegnerischen Tor eine unnötige Strafe, und am Ende eines guten Powerplays konnte der völlig ungedeckte Luca Cunti den Puck aus kurzer Distanz einnetzen. «Diesmal lief das Spiel für uns, letzten Donnerstag war das noch anders, so ist eben Playoff-Hockey», sagte der langjährige Nati-Center in Diensten der Tessiner nach dem Match.

Bei den Einheimischen musste Jim Slater nach seinem Einsatz in Lugano diesmal wieder passen, seine Schulterverletzung lässt im Moment keinen richtigen Einsatz zu. Und ohne den Amerikaner ist das Sturmspiel des Tabellenfünften nur die Hälfte wert, vor allem an den wichtigen Bullies hatte Lugano die Vorteile auf seiner Seite.

Jetzt spricht natürlich vieles für Lugano

Sowohl Verteidiger Benjamin Chavaillaz als auch Stürmer Killian Mottet wollten nach der unglücklichen Niederlage noch nichts von einer Entscheidung wissen, aber ihre Durchhalteparolen hörten sich trotzdem mehr nach Verzweiflung denn nach Optimismus an. Killian Mottet – am Donnerstag noch Schütze des Game winning Goals – trauerte vor allem den vielen Tormöglichkeiten nach. Man habe es einmal mehr verpasst, für mehr Verkehr vor dem Tor von Merzlikins zu sorgen. Verteidiger Chavaillaz sah seinerseits wiederum ein sehr gutes Lugano, das eben nur schwer zu bezwingen sei. «Aber solange wir nicht viermal verloren haben, müssen wir an uns glauben. Dass wir auch im Tessin gewinnen können, haben wir diese Saison schon gezeigt.»

Bei den Tessinern muss man laut Cunti im nächsten Spiel nochmals einen Zacken draufsetzen: «Jedes Mal kann man so enge Spiel so nicht gewinnen, aber zu Hause mit dem Publikum im Rücken können wir offensiv besser spielen.» Am Samstag spielte bei Lugano übrigens erstmals Goalgetter Linus Klasen wieder mit, den trickreichen Schweden-Stürmer sah man in der Freiburger Eishalle jedoch nur selten. Aber dank einem fast fehlerlosen Defensivverhalten reichte es auch so zum dritten Sieg in dieser Serie.

War es für viele Spieler ein Abschied?

Normalerweise werden Ende Saison wegziehende oder zurücktretende Spieler von der Klubleitung jeweils ordentlich verabschiedet. Das konnte bei der diesjährigen Ausgangslage in dieser Viertelfinal-Playoff-Begegnung am Samstag in Freiburg natürlich nicht vorgenommen werden. Aber einiges deutet darauf hin, dass zumindest ein halbes Dutzend Spieler des Drachenkaders vielleicht am Samstag zum letzten Mal vor heimischer Kulisse angetreten sind.

Einer davon ist auch der junge Sensler Andrea Glauser, der von Spiel zu Spiel besser wird und am Ende auch einen genauen Plan für das nächste Spiel hatte: «Wir müssen alle noch härter arbeiten, und eben dorthin gehen, wo es wehtut. Heute haben wir wohl einsatzmässig alles gegeben, aber manchmal treffen wir vor den beiden Toren falsche Entscheidungen, und das nützt Lugano jeweils postwendend zu Toren aus.» Mit seiner Analyse lag der Verteidiger, der nächste Saison für die SCL Tigers auflaufen wird, genau richtig: In dieser Serie war der mehrfache Schweizermeister und das viel routiniertere Playoff-Team Luganos nicht unbedingt die bessere Mannschaft, aber die viel clever spielende. Genau das müssen die Drachen möglichst schnell ändern, sonst könnte die bittere 1:3-Niederlage am Samstag möglicherweise ihr letzter Auftritt in der Freiburger Eisarena gewesen sein – nach der guten Saison 2017/18 doch eigentlich schade.

 

Telegramm

Gottéron – Lugano 1:3 (1:1, 0:2, 0:0)

6500 Zuschauer (ausverkauft). – SR Eichmann/Massy, Kovacs/Obwegeser. Tore: 4. (3:12) Lapierre (Morini) 0:1 (Eigentor Holos). 5. (4:07) Rossi (Bykow) 1:1. 29. Lajunen 1:2. 40. (39:15) Cunti (Sanguinetti, Furrer/Ausschluss Sprunger) 1:3. Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Freiburg, 5-mal 2 Minuten gegen Lugano. Stand Playoff-Viertelfinal (best of 7): 1:3.

Freiburg-Gottéron: Brust; Glauser, Stalder; Kienzle, Chavaillaz; Maret, Schilt; Holos; Sprunger, Cervenka, Birner; Rossi, Bykow, Mottet; Fritsche, Schmutz, Marchon; Neuenschwander, Meunier, Tristan Vauclair; Chiquet.

Lugano: Merzlikins; Sanguinetti, Ronchetti; Ulmer, Furrer; Wellinger, Riva; Lapierre, Lajunen, Klasen; Walker, Cunti, Hofmann; Bertaggia, Sannitz, Reuille; Fazzini, Morini, Romanenghi.

Bemerkungen: Freiburg ohne Slater, Abplanalp, Rathgeb (alle verletzt), Rivera (krank) und Kühni (überzählig). Lugano ohne Brunner, Bürgler, Chiesa, Julien Vauclair (alle verletzt), Etem und Johnston (überzählige Ausländer). – Pfosten-/Lattenschüsse: Rossi (10.), Glauser (14.), Birner (24.). – Timeout Freiburg (41.). – Freiburg von 57:58 bis 59:56 ohne Goalie. – Schussverhältnis: 30:27.

Die FN-Besten: Glauser und Lajunen.

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