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Grünpflege kostet jährlich 35 Millionen

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Windig ist es auf der Autobahnbrücke, in der Luft liegt der Duft von frisch gemähtem Gras. Sieben Unterhaltsmitarbeiter machen sich in ihren orangen Tenues auf und entlang des Pannenstreifens zu schaffen, während Autos und Lastwagen mit 80 Stundenkilometern vorbeibrausen.

Nicht jeden Tag ist ein Medientermin so abenteuerlich. Es war das Bundesamt für Stras­sen (Astra), das gestern zum Augenschein an der Autobahn A 12 von Freiburg nach Bern einlud. An mehreren neuralgischen Punkten konnte man dabei die nötigen Arbeiten eins zu eins miterleben. Bei Freiburg-Nord, in Richtung Düdingen, wurden die Ankunft der Sicherheitsfahrzeuge, die Sicherung des Arbeitsplatzes, die Mähmaschinen sowie der ferngesteuerte Roboter zum Grasmähen demonstriert.

Auf dem Rastplatz Fillistorf bei Düdingen wurden vor allem das Littering, das mit neuen Abfallkübeln bekämpft werden soll, sowie der Umgang mit invasiven gebietsfremden Pflanzen thematisiert. Zu diesen sogenannten Neophyten gehören etwa das Schmalblättrige Greiskraut, die Ambrosie oder der Japanische Knöterich. Sie behindern nicht nur das Wachstum der einheimischen Pflanzen, sondern können als Allergene auch für Menschen gefährlich werden.

Grösser als Basel-Stadt

Entlang der 1840 Kilometer Schweizer Nationalstrassen gibt es 4236 Hektaren Grünräume. Dies entspricht einer Fläche, die grösser als der Kanton Basel-Stadt ist. Zum grössten Teil handelt es sich dabei um Böschungen, Hecken, Wiesen bei Ein- und Ausfahrten, Spielwiesen auf Rastplätzen oder weitere Freiflächen.

Die Grünpflege auf diesen Flächen wird im Auftrag des Astra von dessen elf Gebiets­einheiten umgesetzt. In der Regel sind dies die kantonalen Tiefbauämter. Die Kosten dafür belaufen sich auf jährlich rund 30 bis 35 Millionen Franken und werden zu 100 Prozent von der Eidgenossenschaft getragen, in erster Linie aus Einnahmen, die von den Mineralölsteuern und der Autobahnvignette stammen.

Wertvolle Lebensräume

Die Grünräume im Umfeld der Nationalstrassen sind einerseits Elemente der Landschaftsgestaltung, andererseits aber auch unverzichtbar für den Betrieb der Autobahnen, wie Astra-Vizedirektor Jean-Bernard Duchoud ausführte. Hecken stabilisieren die Böschungen, niederer Pflanzenbewuchs verhindert die Erosion, Bäume bilden einen natürlichen Schutz vor Lawinen und spenden Schatten auf den Rastplätzen. Aber auch als Lebensraum und vernetzende Elemente sind sie ökologisch wertvoll. In intensiv genutzten Landschaften stellen die Böschungen der Nationalstrassen Rückzugsräume für Pflanzen und Tiere dar.

Dank einer spezifischen Richtlinie gibt es prägnante Kriterien, um Gestaltungsziele festzusetzen – dies unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Anliegen von Landschaft, Biodiversität, Strassenentwässerung, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit. Dabei werden laut Duchoud folgende Grundsätze berücksichtigt: die Eingliederung der Nationalstrassen in die Landschaft, die Ermöglichung der Vernetzung von Grünräumen, das Festlegen von Biodiversitäts-Schwerpunkten sowie die Gestaltung von Grünräumen als Pufferzonen.

Zwei Zonen unterschieden

Gemäss Pablo Julia, Chef Betrieb beim Astra, wird bei der Grünpflege entlang der Autobahnen klar zwischen zwei Zonen differenziert: In der ersten, intensiven Zone, die zwischen zwei und vier Meter Breite ab der Fahrbahn umfasst, sind ausschliesslich Wiesen vorgesehen. Denn hier handelt es sich um den in seiner Ausgestaltung und Breite klar definierten Sicherheitsbereich.

In einer zweiten, extensiven Zone dürfen alle Vegetationstypen angelegt werden. Bei Hecken ist jedoch laut Julia auf die jeweiligen Verhältnisse vor Ort Rücksicht zu nehmen; denn eine Niederhecke habe einen Platzbedarf von mindestens drei Metern Breite. Wo dies möglich ist, sollen Vegetationstypen mit Gehölz hier stärker gefördert werden. Hochhecken können auch die Kollisionsgefahr mit Vögeln vermindern, da sie diese zwingen, die Strassen in einer bestimmten Höhe zu überfliegen.

Zahlen und Fakten

Die grösste Gebietseinheit der Schweiz

Die Astra-Gebietseinheit II umfasst die Kantone Freiburg, Waadt und Genf. Mit über 300 Kilometern Nationalstrassen – davon 22 Kilometern in Tunnels – ist sie diesbezüglich sogar die grösste Gebietseinheit des Landes. Täglich sind zwischen 90 000 und 130 000 Fahrzeuge auf ihren Nationalstrassen unterwegs, wobei der Verkehr auf der A 12 im Jahr 2015 um 4,7 Prozent zugenommen hat. Die Grünpflege betrifft hier ein Gebiet von rund 180 Hektaren, die von acht Dienstzentren betreut werden. Gegen 140 von schweizweit 850 Mitarbeitern sind für die Unterhaltsarbeiten in der Gebietseinheit II verantwortlich. Für den Abschnitt Freiburg-Nord ist das Dienstzentrum in Granges-Paccot zuständig. Rund 20 Fahrzeuge sind hier stationiert. Der Abschnitt umfasst 31,5 Kilometer auf der Autobahn A 12 zwischen Rossens und Flamatt sowie rund 400 000 Quadratmeter Grünfläche. Je einmal pro Jahr müssen hier die Mäharbeiten in der intensiven und der extensiven Zone ausgeführt werden. Momentan ist die intensive Zone dran, was laut Giuseppe Gambera, Dienstchef Freiburg, etwa zwei Wochen dauert. Ab August folgt dann die extensive Zone. Die Sicherheit für die Mitarbeitenden wird bei allen Unterhaltsarbeitenden des Astra grossgeschrieben: Gemäss Denis Rohrbasser, Dienstchef Lausanne-Blécherette, komme es verglichen mit den Tausenden Arbeitsstunden jährlich zu sehr wenig Unfällen, die aber dann in der Regel schwer oder sogar tödlich seien.

jcg

Littering ist eine wahre Volkskrankheit geworden

Eine Tonne Abfall pro Jahr und Autobahnkilometer

Abfall achtlos wegwerfen oder in öffentlichen Räumen einfach liegen lassen – dieses heute weitverbreitete Phänomen heisst Littering. Bei den Nationalstrassen sind laut Giuseppe Gambera, Dienstchef Freiburg der Astra-Gebietseinheit II (Freiburg-Waadt-Genf), besonders die Rastplätze davon betroffen, jene Haltestellen, auf denen es keine Restaurants gibt. Sowohl auf den Aussenanlagen mit Picknickplatz als auch in den Toiletten lassen viele ihren Haushaltabfall einfach liegen. Aber auch Raststätten mit Restaurants sowie die Strassenränder sind vom Littering betroffen.

Das Entfernen der Abfälle entlang der Autobahnen ist gemäss Astra-Mediensprecher Guido Bielmann mit einem erhöhten Sicherheitsrisiko für das Personal, aber auch für die Verkehrsteilnehmer verbunden. Wie viel Abfall auf den Nationalstrassen durch Littering anfalle, könne nur geschätzt werden. Denn die Gebietseinheiten führen diesbezüglich keine separaten Statistiken. Aufgrund der Erfahrungen und Schätzungen gehe das Astra aber von rund einer Tonne Littering-Abfall pro Autobahnkilometer und Jahr aus – wenn es auch sehr starke regionale Unterschiede gebe. Die damit verbundenen Reinigungskosten werden schweizweit auf rund zwei Millionen Franken jährlich geschätzt.

jcg

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