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Harter Stein und weiches Herz

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Wenn Paul Freiburghaus über seinen 2006 verstorbenen Sohn Res spricht, schwingt nicht nur die Liebe eines Vaters zu seinem Kind mit, sondern auch der Respekt eines Künstlers vor der Arbeit eines anderen Künstlers. Der Maler Paul Freiburghaus sagt über den Bildhauer Res: «Er war ein grosser Schaffer, und ich bewundere, wie er mit dem Stein umging. Er hat mit dem Stein gearbeitet und ihn nicht vergewaltigt.» Und der Vater sagt über den Sohn: «Steinhauer sind es gewohnt, mit Hartem umzugehen und darum oft hart im Umgang. Aber Res hatte ein weiches Herz.»

Spuren aus Stein

Der gebürtige Berner Res Freiburghaus kam 1976 als 18-Jähriger für seine Steinmetzausbildung nach Freiburg und blieb der Stadt bis zu seinem Tod treu. Und er hat als Restaurator und Bildhauer in Stadt und Kanton Freiburg viele in Stein gemeisselte Spuren hinterlassen: in der Kathedrale St. Niklaus etwa, an den Fassaden von Stadthäusern oder im Garten der Auberge aux 4 Vents.

Der Gegensatz zwischen Hartem und Weichem ist in seinen Arbeiten allgegenwärtig, sei es in den frühen Frauen- und Schneckenfiguren mit dem wiederkehrenden Element von aus Stein gehauenem, fliessendem Haar, sei es in den späteren abstrakten Werken, in denen der Stein weiche und filigrane Formen erhält, in denen harte Steinplatten scheinbar zerfliessen und in denen Freiburghaus seine Steinskulpturen mit Arbeiten der Glasbläserin Sonja Bischofsberger verschmilzt.

Sein erstes Freiburger Atelier hatte Res Freiburghaus im Perollesquartier, ehe er sich an der Neiglenstrasse am Ufer der Saane einrichtete. Dort arbeitete er bis zu seinem Tod, und viele seiner Werke stehen bis heute da. «Es ist selten geworden, dass Leute vorbeikommen, um sich die Arbeiten anzusehen», sagt Paul Freiburghaus. Darum hätten sich Familie und Freunde des Bildhauers entschlossen, am Wochenende die Türen des Ateliers zu öffnen und die rund 70 verbliebenen Werke in einer Ausstellung zu zeigen.

«Früher hat immer Res die Initiative ergriffen, jetzt müssen wir das für ihn tun», so Vater Paul Freiburghaus. Eine ähnliche Ausstellung fand 2008 statt und stiess auf grosses Interesse. Paul Freiburghaus hofft, dass das auch dieses Mal der Fall sein wird und dass das eine oder andere Werk gar einen Käufer finden wird. Der Erlös aus der Verkaufsausstellung fliesst in die Res-Freiburghaus-Stiftung, welche die Familie nach dem Tod des Bildhauers gegründet hat. Ziel der Stiftung ist es, die Erinnerung an Res Freiburghaus und sein künstlerisches Schaffen zu erhalten und seinen Nachlass zu verwalten. Die Stiftung ist auch verantwortlich für das Atelier. Dieses befindet sich im Besitz der Stadt und wird derzeit von zwei Steinhauern genutzt. Ob es weitere Ausstellungen geben werde, sei offen, sagt Paul Freiburghaus. Eigentlich wünsche sich die Stiftung eine endgültige Lösung für die nicht verkauften Werke. Eine solche sei aber schon aus Platzgründen kaum zu finden: «Viele der Werke sind gross und schwer. Nicht einmal das Museum für Kunst und Geschichte hat genug Platz dafür.»

Atelier des Neigles,Neiglenstrasse 31, Freiburg (bei der Neiglen-Passerelle). Vernissage: Fr., 1. Juni, 17 Uhr. Offen am Sa. und So., 2. und 3. Juni, 10 bis 18 Uhr.

 

Rund 70 Werke von Res Freiburghaus stehen noch im Atelier in der Freiburger Unterstadt.Bild Charles Ellena

Zur Person

Berufliche Anfänge in der Kathedrale

Res Freiburghaus wurde 1958 in Bern geboren und ist in Oberdiessbach aufgewachsen, wo seine Eltern heute noch leben. 1976 kam er nach Freiburg, um hier im Rahmen der Restaurationsarbeiten an der Kathedrale seine Steinhauerlehre zu absolvieren. Nach dem Abschluss seiner Lehre 1979 blieb er in Freiburg, wo er ein eigenes Atelier unterhielt. Seinen Lebensunterhalt verdiente er als Restaurator und als Künstler. Seine Arbeiten waren regelmässig in Einzel- und in Gruppenausstellungen zu sehen, und mehrere Werke stehen bis heute im öffentlichen Raum. Res Freiburghaus starb am 16. Dezember 2006, wenige Tage vor seinem 48. Geburtstag, an einem Gehirntumor. cs

Res Freiburghaus im Jahr 2002.Bild Vincent Murith/a

Vater Paul Freiburghaus.Bild Charles Ellena

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