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Hilfe in Notlagen seit zehn Jahren

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«Wir kommen zu den Menschen und nehmen sie so, wie sie sind und wo sie sind. Wir helfen, Notsituationen zu bewältigen, unabhängig von Person, Religion oder Konfession», sagt Jean-Marie Juriens. Der Pfarrer aus Gurmels ist wie auch Peter Altorfer Mitbegründer der Organisation Care Team See, die es seit zehn Jahren gibt. «Das Ziel ist, dass die Betroffenen wieder selbstständig ihren Weg gehen können», sagt die Leiterin des Teams, Irène Hämmerli-Mülhauser.

Ein Beispiel: Auf der Strasse ereignet sich ein schlimmer Unfall, der Fahrer wird schwer verletzt. Die Ambulanz kümmert sich um den Verletzten, die Polizei um den Verkehr. Der Beifahrer ist nicht verletzt, aber traumatisiert. Das Care Team nimmt sich dieses Menschen an, bis jemand aus der Familie oder aus dem Bekanntenkreis kommt. «Das kann ganz unterschiedlich lange dauern», sagt Hämmerli, «meist dauert unser Einsatz rund zwei Stunden, er kann aber auch länger dauern.»

Grenzsituationen

Jean-Marie Juriens, der neben seinem Einsatz für das Care Team See noch das Care Team Sense leitet, sieht Einfühlungsvermögen und Spontaneität als wichtige Eigenschaften für die Notfallseelsorge. «Man weiss nie, welche Situation einen erwartet, und sollte den Überblick behalten.» Und die Einsatzkräfte sollten belastbar sein: «Besonders schlimm sind Suizide und der Tod von Kindern oder jungen Menschen», sagt Juriens. Teils seien die betroffenen Menschen nach einem solchen Schicksalsschlag verstört, aggressiv, aufgelöst oder einfach völlig von der Rolle, sagt Hämmerli. «Es sind Grenzsituationen und es ist wichtig, den Menschen zu sagen, dass ihre Reaktionen völlig in Ordnung und normal sind.»

 Ein notwendiger Teil ihrer Arbeit sei auch zu erklären, was rundherum abläuft: «Je nachdem kommt die Spurensicherung oder auch die Gerichtsmedizin», sagt Hämmerli. Hat sich ein Suizid in der Wohnung ereignet, sei die Situation besonders schwierig für die Angehörigen: Es sei ein langes Warten für die Familie, die nichts verändern darf im Raum. «Wir vom Care Team erklären, dass die Arbeit der Polizei nötig ist, auch um eine eventuelle Einwirkung von aussen auszuschliessen.» Besonders wenn der oder die Verstorbene den Tod bereits angekündigt hatte oder ein Abschiedsbrief vorliegt, sei dies manchmal zuerst unverständlich für die Familie.

Oft seien es auch plötzliche natürliche Todesfälle, die für Angehörige traumatisch sind: «Herzinfarkte gibt es viele», sagt Juriens. Wenn er dann zum Beispiel mit der Ehefrau des Verstorbenen in der Wohnung sei, sage er ihr, sie solle jemanden aus der Familie anrufen. «Wenn sie zu nervös ist, um die Nummer zu wählen, mache ich das», sagt der Pfarrer aus Gurmels. Sprechen müsse sie aber unbedingt selber. «Es ist Teil des Verarbeitungsprozesses für die Angehörigen, jemandem sagen zu können, was passiert ist», sagt Hämmerli. Manchmal sei es aber auch einfach nur gut, um einen Tee zu bitten, so dass der oder die Betroffene etwas zu tun habe und dadurch etwas zur Ruhe kommen könne.

In einem nächsten Schritt sei es für die Betroffenen wichtig zu realisieren, wie es weitergehe. «Zum Beispiel vereinbaren wir einen Besuch im Spital, wenn nötig einen Termin mit dem Pfarrer oder dem Bestatter», sagt Hämmerli. «Wir haben für unsere Einsätze immer einen Rucksack dabei, in dem wir auch wichtige Telefonnummern und Adressen bereit haben.» Auch Spielsachen, etwas zu essen, Getränke und eine Leuchtweste mit dem Schriftzug «Care Team See» seien immer für die Einsätze bereit.

Sieben Mal war Jean-Marie Juriens in diesem Jahr im Seebezirk bereits im Einsatz. Wenn er wieder zu Hause ist, gehe er zwei Stunden mit seinem Hund spazieren. «Das hilft, wenn es mir sehr nahegeht», so Juriens. «Wir tauschen uns auch oft mit der Ambulanz aus», ergänzt Hämmerli. Regelmässige Treffen des Teams und auch das Verfassen des Berichts nach jedem Einsatz helfen den Mitgliedern, das Erlebte zu verarbeiten.

Notfallseelsorge: Über die Nummer 144

I n Freiburg gibt es das Care Team See, das Care Team Sense und die Equipe mobile urgence psychosocial, die mehrheitlich für den französischsprachigen Teil des Kantons zuständig ist. Aufgeboten werden die Mitglieder der Teams immer über die Notrufnummer 144, auf Initiative der Ambulanz, der Polizei oder der Feuerwehr, falls es die Betroffenen wünschen. Die Ausbildung zum «Care Giver» bietet das Bundesamt für Bevölkerungsschutz in Schwarzenburg an. Die Arbeit bei den Care Teams See und Sense wird mit Spesenentschädigungen abgegolten. emu

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