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Hintergründe zur Abschaffung eines Studienganges

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«Im Zweifelsfall für die Biomedizin an der Uni» FN vom 16. September

 Während vieler Jahre bestand das Pharmaziestudium an der Universität Freiburg im Wesentlichen darin, dass pro Jahrgang ca. ein Dutzend Studierende zusätzlich Vorlesungen und Praktika in den Grundlagenfächern Physik, Chemie und Biologie belegten, was zu einem vertretbaren Mehraufwand führte. Daneben gab es noch eine pharmaziespezifische Ausbildung, die in hingebungsvoller Weise von einer zu 85 Prozent angestellten Lektorin vermittelt wurde.

Vor einigen Jahren begann aber die Zahl der Pharmaziestudierenden an unserer Uni drastisch zu steigen, bis wir 2012 zwei Jahrgänge zu fast 40 Leuten zu betreuen hatten, was schmerzliche Engpässe in den Praktika zur Folge hatte, wo die Studierenden intensiv betreut werden müssen. Auch wurde klar, dass die Pharmazie-Lektorin mit ihrer Teilzeitstelle auf Dauer unmöglich so viele Studentinnen und Studenten betreuen konnte. Die Naturwissenschaftliche Fakultät trat daher mit der Forderung ans Rektorat, den Studiengang Pharmazie mit mehr Personal- und Sachmitteln zu unterstützen, unter anderem mit der Begründung, dass die ausserkantonalen Beiträge für die zahlreich gewordenen Pharmaziestudierenden diese Mehrkosten längst decken würden (jeder Pharmaziestudierende kostet den Kanton, aus dem er stammt, 25 000 Franken pro Jahr–ein Betrag, der an den Kanton geht, an dessen Uni das Pharmaziestudium stattfindet). Dass das Rektorat sich daraufhin trotzdem entschlossen hat, den Studiengang Pharmazie zu schliessen, hat mit dem schweizweit einmaligen Finanzierungsmodus unserer Uni zu tun: Netto kommen nämlich die ausserkantonalen Beiträge (für 40 Studierende ca. eine Million) nicht der Uni, sondern der Staatskasse zugute. Das Rektorat sieht von den Mehreinnahmen durch diese Beiträge keinen Rappen, weil das Budget der Uni plafoniert ist und in keiner Weise von der Anzahl und der Art der Studierenden abhängt. Es ist daher verständlich, dass das Rektorat kein Interesse an zusätzlichen Studierenden hat, die Mehrausgaben verursachen, welche vom Kanton nicht kompensiert werden. Da die Mehrkosten zur Aufrechterhaltung des Pharmaziestudiums weit unter den Mehreinnahmen durch die ausserkantonalen Beiträge gelegen hätten, ist die Abschaffung der Pharmazie gesamtwirtschaftlich gesehen tatsächlich ein schlechtes Geschäft.

Dass die politischen Instanzen dies trotzdem geschehen liessen, hat damit zu tun, dass die oben beschriebenen Fakten vom Staatsrat nie offen dargelegt werden. Auf Anfrage hin erklärt er gewöhnlich, dass die ausserkantonalen Beiträge voll an die Uni überwiesen würden, verschweigt aber, dass der kantonale Beitrag an die Uni um die entsprechenden Beträge gekürzt wird, so dass für die Uni netto nichts herausschaut. Es wäre Zeit, dass sich der Grosse Rat einmal dieses Problems annimmt, das einer gesunden Entwicklung unserer Universität oft im Weg steht.

 

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