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«Höllenkinder» suchen sich selbst

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Die Theatergruppe der OS Düdingen im Podium

Autor: Von Carole Schneuwly

«Höllenkinder»: Düster und eigentümlich beklemmend wirkt der Titel dieses Theaterstücks, der so gar nicht zu einer harmlosen Schülerproduktion passen will. Ebenso wenig übrigens wie das Werbeplakat von Gerhard Maurer, das drei verbissen dreinblickende und zu allem entschlossene, gleichzeitig aber auch unsicher und irgendwie desorientiert scheinende Teenager zeigt.

Sich selber treu bleiben

Ein Abbild dessen, woran viele denken mögen, wenn sie sorgenvoll von der «heutigen Jugend» sprechen? Der junge Drehbuchautor und Regisseur Sören Corpataux meint dazu, das Stück habe zumindest in gewisser Hinsicht schon einiges mit der Realität zu tun, einer Realität, auf die er auch in der eigenen Schulzeit immer wieder gestossen sei. Es gehe um ein Phänomen, das sich regelmässig dort zeige, wo Menschen sich in Gruppen versammelten, ganz besonders eben auch in Schulklassen: das Phänomen der Bildung natürlicher Hierarchien und damit einhergehend der ra-schen und gnadenlosen Ausgrenzung eines Sündenbocks, eines Ausgestossenen, eines typischen Aussenseiters eben.

Tatsächlich geht es in «Höllenkinder» um einen Aussenseiter: den Einzelgänger Manuel, der zurückgezogen in seinem Dachzimmer im Haus seines oft abwesenden Vaters lebt, allein mit sich, seinem Computer und drei Freunden und Beschützern, die nur er allein sehen kann. Und es geht um Markus, Manuels Bruder, den unerbittlichen Anführer einer ebenso angesagten wie gefürchteten Jugendbande, der Böses vorhat, dazu jedoch Manuels Hilfe benötigt.
Es geht um die Herausforderungen des Jungseins und Erwachsenwerdens, darum, einen Platz in der Gesellschaft zu finden, es geht um Probleme und Konflikte, um Rivalitäten und Machtkämpfe, um Feindschaft und Hass. Aber es geht auch um Freundschaft und Liebe, Loyalität und Vertrauen und um Mittel und Wege, Probleme zu lösen, so wie es auch Manuel am Ende des Stücks gelingt, und zwar nicht, wie Sören Corpataux betont, indem er aufgibt oder sich anpasst, sondern indem er sich selbst treu bleibt und konsequent seinen eigenen Weg geht.

«Gemeinsam sind wir stark»

Trotz aller Düsternis und Beklemmung erwartet den Zuschauer also ein versöhnliches Ende, welches Hoffnung aufkeimen lässt, dass es so schlimm ja vielleicht doch nicht steht mit unserer Jugend. Wie auch immer, mit den an «Höllenkinder» beteiligten Kids jedenfalls zeigten sich sowohl Sören Corpataux als auch die verantwortliche Lehrerin Marianne Martin zufrieden. Natürlich sei es nicht immer einfach, mit jungen Leuten zu arbeiten, da diese oft unsicher und nervös seien und sich leicht ablenken liessen. Schlussendlich hätten aber doch alle ihr Bestes gegeben und angesichts der Kürze des Semesters sogar mehr oder weniger bereitwillig das eine oder andere Wochenende für die Theatergruppe geopfert.

«Natürlich liesse sich immer noch etwas verbessern, aber ich bin auf jeden Fall zufrieden und stolz auf die Jugendlichen», so Sören Corpataux. Stolz auf das Resultat ihrer Arbeit dürfen denn auch alle Beteiligten zu Recht sein, getreu nach dem Motto «Gemeinsam sind wir stark», wie es so treffend an einer Stelle des Stücks heisst. Vielleicht eine der wichtigsten Erkenntnisse von «Höllenkinder».

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