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Homogener, grösser, stärker

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Julien Sprunger, letzte Saison machte Gottéron einen klaren Schritt nach vorne und erreichte nach dem Playout-Jahr in der Saison zuvor wieder souverän die Playoffs. Kann Freiburg in dieser Saison den nächsten Schritt nach vorne machen?

Das ist das Ziel. Der Club hat Transfers getätigt, die darauf hoffen lassen, dass wir in dieser Saison ein stärkeres Team haben. Bessere Spieler haben wir auf dem Papier jedenfalls. Bis jetzt habe ich ausserdem das Gefühl, dass wir eine sehr gute und gesunde Gruppe beisammenhaben – die guten Spieler dürften also tatsächlich ein gutes Team bilden.

Letzte Saison schloss Gottéron die Regular Season auf Rang fünf ab. Das dürfte schwierig zu toppen sein …

Das ist so. Zumal sich einige direkte Konkurrenten wie Lausanne, Biel und Genf ebenfalls mit guten Spielern verstärkt haben. Die Konstanz aufzubringen, um in den Top  4 zu spielen, ist alles andere als leicht. Aber im Spitzensport darf man nie stehen bleiben, sondern muss immer weiter nach vorne schauen und sich hohe Ziele setzen.

Der Club war auf dem Transfermarkt sehr aktiv. Neun Spieler sind neu in Freiburg. Was haben sie in die Mannschaft gebracht?

Was auffällt, ist, dass fast ausschliesslich Deutschschweizer Spieler verpflichtet wurden. Und es bestehen nun einmal Unterschiede zwischen Deutschschweizern und Romands. Man spürt sofort die professionelle Einstellung und Herangehensweise der Neuen, eine gewisse Strenge, Härte und Intensität. Die neuen Spieler haben zudem einen neuen Konkurrenzkampf ins Team gebracht. Viele von ihnen haben in grossen Clubs gespielt. Ich denke da an Noah Schneeberger und Samuel Walser, die aus Davos kamen, oder Philippe Furrer von Lugano. Spieler aus Topclubs, die in ihrer Karriere bereits Titel gewonnen haben. Es ist sehr gesund für eine Gruppe, wenn sich jeder – auch Spieler, die schon lange im Club sind – wieder neu behaupten muss.

Die beschriebenen Unterschiede zwischen den Deutschschweizern und den Romands klingen sehr klischeehaft.

Na ja, in meinen Augen gibt es aber nun einmal kulturelle Unterschiede. Romands ticken anders als Deutschschweizer, und die Tessiner noch einmal anders. Das gilt nicht bloss für das Eishockey. Natürlich ist es nicht so, dass alle welschen Eishockeyspieler Touristen sind, die sich bloss amüsieren wollen, und dass die Deutschschweizer nie lachen. Aber einige der neuen Spieler waren doch überrascht von dem guten Teamgeist, darüber, wie freundschaftlich es zu und her geht und dass viele Spieler auch neben dem Eis gemeinsam Zeit verbringen und Dinge unternehmen. Und gleichzeitig staunen wir Romands, wenn die neuen Spieler ohne Umschweife jeden Morgen schnurstracks mit ihren Übungen beginnen und auf den Hometrainer steigen. Natürlich absolvieren wir am Ende alle stets das gleiche Programm. Aber die Herangehensweise ist doch unterschiedlich. Ich glaube, da ist ein ganz interessanter Mix entstanden.

Bevor Yannick Rathgeb Freiburg vor drei Wochen in Richtung NHL verliess, sagte er, dass beispielsweise beim Essen immer die Deutschschweizer untereinander sind und Romands untereinander. Gibt es einen Röstigraben?

Nein, es ist ja nicht so, dass ein Tisch für die Deutschschweizer und einer für die Romands reserviert wäre. Wir versuchen manchmal, zu durchmischen. Aber wenn du über andere Dinge als Eishockey reden willst, über Politik, Filme, Ernährung oder was auch immer, ist es einfacher, mit jemandem zu reden, der deine Muttersprache spricht. Es sei denn, du bist perfekt zweisprachig – das ist jedoch die Ausnahme. Aber nein, einen Röstigraben gibt es definitiv nicht. Es kann Sprachbarrieren bei bestimmten Themen geben, aber in Sachen Sport und Teamgeist ist überhaupt nichts davon zu spüren.

Seit Jahren sucht Gottéron einen Schweizer Topgoalie und einen Schweizer Verteidiger von internationalem Format. Nun hat Freiburg mit Reto Berra und Philippe Furrer auf einen Schlag beides gefunden. Wie sehr pusht das Sie und die übrigen Mitspieler?

Das war sehr wichtig. Letztes Jahr hatten wir zwar einen exzellenten Goalie, aber der war eben nicht Schweizer, so dass wir einen ausländischen Feldspieler weniger einsetzen konnten. Der Zuzug von Berra kann viel bewirken. Der Goalie macht viel aus, alle Spitzenteams haben einen Topgoalie. Als Jonas Hiller nach Biel wechselte, hat das die ganze Mannschaft verändert. Auch die Verpflichtung von Furrer ist natürlich überaus positiv. Nicht nur rein sportlich, sondern auch als Signal, das der Club mit solchen Transfers aussendet. In den letzten Jahren hatte Gottéron Mühe, Schweizer Nationalspieler zu verpflichten, die gingen alle zu den ganz grossen Clubs. Solche Transfers haben immer auch einen Domino-Effekt. Das hat man bereits gesehen: Man darf nicht vergessen, dass mit Samuel Walser und Noah Schneeberger zwei weitere Spieler mit Nationalmannschaftserfahrung neu im Team sind. Das sind tolle Signale. Kommt hinzu, dass Gottéron mit dem neuen Stadion noch attraktiver werden wird. Der Club ist wirklich gut aufgestellt.

Im Vergleich zum letzten Jahr hat die Mannschaft vielleicht einen Tick weniger Offensivtalent, dürfte aber in der Defensive deutlich solider sein. Teilen Sie diesen Eindruck?

Ja, durchaus, Roman Cervenka ist einer der besten Offensivspieler der Liga. Er kann ein Spiel alleine entscheiden. Sein Wechsel zum ZSC hinterlässt sicher eine Lücke bei uns. Und da mit Yannick Rathgeb auch noch einer der besten Offensivverteidiger der Liga den Club verlassen hat, haben wir offensiv zwei sehr talentierte Individuen verloren. Aber heutzutage ist das Eishockey stark auf die Defensive und die Taktik ausgerichtet. Und da sind wir definitiv stärker geworden. Wenn wir nicht vier Tore kassieren, müssen wir auch nicht fünf schiessen.

Das Powerplay droht jedoch zum Sorgenkind zu werden. Rathgeb und Cervenka waren zwei der besten Überzahl- Spieler der Liga.

Natürlich sind das exzellente Spieler, die unsere erste Powerplay-Linie geprägt haben. Aber nun beginnen wir halt wieder bei null und müssen neue Lösungen finden. Das Potenzial ist vorhanden. Furrer kann sehr gut Powerplay spielen. Andrew Miller ist in der Schweiz noch unbekannt, hat aber sehr gute Hände, eine ausgezeichnete Spielübersicht und einen guten Pass.

Für den Teamgeist dürfte der Abgang des als divenhaft geltenden Roman Cervenka zudem nicht allzu schlecht sein.

Vom Charakter her betrachtet war er sicher nicht ein Typ, der sich gross eingebracht hat. Er machte viele Dinge für sich alleine, sei es in der Kabine oder im Kraftraum. Und natürlich hatte er sogar auf dem Eis ein wenig die Tendenz, zu machen, was er wollte. Aber es ist nicht so, dass Cervenka alles egal gewesen wäre und ihn das Schicksal des Teams nichts anging. Er ist ein Siegertyp, der unbedingt gewinnen will. Und auch wenn er in der Kabine kaum einmal etwas sagte, war er einer, der auf dem Eis voranging. Man darf nicht vergessen, dass er ein Spieler ist, der eine Partie fast im Alleingang gewinnen kann. Solche individuelle Ausnahmekönner sind manchmal schwierig zu handeln, aber ich glaube, der Trainer hat das sehr gut gemacht, es gab nie wirklich Probleme mit Roman. Klar: Sein Ersatz Andrew Miller ist ein ganz anderer Typ, der sich sofort sehr gut integriert hat und viel diskutiert. Aber man sollte nie die Qualitäten unterschätzen und vergessen, die Roman in das Team gebracht hat.

Seine Qualitäten auf dem Eis sind unbestritten …

… aber selbst neben dem Eis war er ein guter Typ. Niemand hasste ihn. Natürlich war wohl kaum einer mal bei ihm zum Nachtessen eingeladen oder mit ihm in den Ferien. Aber er ist nicht irgendein bösartiger Idiot, der auf niemanden Rücksicht nimmt, sondern schlicht eher ein Einzelgänger. Probleme mit Mitspielern gab es jedoch nie.

Zurück zum diesjährigen Kader: Wo sehen Sie Gottérons Hauptstärken in dieser Saison?

Wir sind als Team homogener geworden, der Unterschied zwischen den ersten zwei Linien und der dritten und vierten ist kleiner. Alle vier Linien können sowohl verteidigen als auch Tore schiessen. Defensiv sind wir definitiv stärker geworden. Nicht nur aufgrund des Torhüters und der Verteidiger, sondern beispielsweise auch wegen einem Stürmer wie Samuel Walser, der in der Defensivbewegung viel Stabilität reinbringt. Zudem sind wir grösser und stärker geworden durch körperlich robuste Zuzüge wie Philippe Furrer, Marco Forrer, Samuel Walser, Noah Schneeberger oder Lukas Lhotak. Sie bringen Kilos in das Team, die uns in den letzten Jahren vielleicht ein wenig gefehlt haben.

Und wo liegen die Schwächen im Team?

Das ist schwierig zu sagen zu diesem Zeitpunkt. Etwas, das ich zwar nicht gerade als Schwäche bezeichnen würde, aber als zusätzliche Herausforderung, sind die Ausgangslage und die Erwartungshaltung. Letzte Saison hatten wir nach der katastrophalen Saison im Jahr zuvor eine recht gute Saison. Es liegt nun an uns, diese zu bestätigen. Etwas zu bestätigen ist im Sport allerdings nie einfach.

Welche Teams sind in Ihren Augen die Topfavoriten auf die vorderen Plätze?

Da erwarte ich keine grossen Überraschungen. Bern und Zürich sind schon seit Jahren die besten Teams der Liga – und nun haben sie sich noch einmal verstärkt. Wenn man zum Beispiel sieht, wie die Zürcher auf dem Transfermarkt zugeschlagen haben! Sie haben unter anderem Maxim Noreau, Roman Cervenka, Simon Bodenmann und Denis Hollenstein verpflichtet … Jeder andere Club wäre zufrieden, nur einen dieser Spieler zu haben. Zwischen dem Duo Bern/Zürich und dem Rest der Liga besteht eine kleine Lücke. Dahinter schätze ich auch die Bieler stark ein, sie hatten eine sehr gute letzte Saison und haben noch einmal gute Transfers getätigt. Allerdings werden auch sie ihre starke Saison nun bestätigen müssen, was ebenfalls nicht leicht ist.

Zum Schluss noch ein Wort zu Ihnen. Letzte Saison verpassten Sie wegen einer schweren Gehirnerschütterung den Grossteil der Saison. Wie lauten Ihre persönlichen Ziele für die kommende Spielzeit?

Ich fühle mich gut. Nach der langen Pause musste ich bei meinen Einsätzen gegen Ende der letzten Saison körperlich mehr oder weniger bei null anfangen. Nun hatte ich aber den ganzen Sommer Zeit, um wieder auf das normale Niveau zu kommen. Meine Rolle im Team bleibt dieselbe: Ich bin hier, um Tore zu schiessen, die Offensive und das Powerplay mitzutragen – in erster Linie aber, um ein Motor dieser Mannschaft zu sein. Ich will das Team immer pushen, auch wenn ich an einem Abend oder in einer Situation einmal eine weniger offensive Rolle habe. In meinem Alter stellt man das Wohl des Teams definitiv vor alles andere. Wenn ich mich in einen Schuss werfen muss, um mit gutem Beispiel voranzugehen, werde ich deshalb auch das tun.

«Wir Romands staunen, wenn die neuen Spieler jeden Morgen schnurstracks mit ihren Übungen beginnen und auf den Hometrainer steigen.»

«In der Defensive sind wir stärker geworden. Und wenn wir nicht vier Tore kassieren, müssen wir auch nicht fünf schiessen.»

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