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Im Dialog mit dem Künstler weg vom Abstrakten

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: URS HAENNI

Mal ganz ehrlich, wem geht es nicht manchmal so: Man steht vor einem Gemälde, es gefällt einem ganz gut, man hat aber keine Ahnung, was es darstellt oder was der Künstler damit sagen wollte?

Da gibt es die einen, die wollen lieber selber entdecken, was hinter einem Bild steckt. Und die anderen, welche gerne einige Informationen hätten, um ihre eigene Betrachtung des Bildes anzureichern.

Das Museum Murten ist nun den Leuten entgegengekommen, die lieber die zweite Variante haben. Es hat erstmals zur Ausstellung des Freiburger Künstlers Pierre-Alain Morel einen Künstler-Dialog organisiert. Im Gespräch führten Morel und die Kunsthistorikerin Caroline Schuster Cordone die Besucher durch die zwei Ausstellungsräume des Museums mit den 31 Bildern, Collagen und Skulpturen.

«Viel weniger spontan, als es aussieht»

Der offizielle Ausstellungstext gibt eine Idee über Morels Schaffen. Der Künstler wolle eine Spannung erzeugen zwischen der Linie und der Fläche. Doch ist es wirklich das, was der Betrachter wissen will? Der Künstler-Dialog vom vergangenen Mittwoch warf beim eher spärlichen Publikum ganz andere Fragen auf: «Warum hat es auf jedem Bild Schwarz? Ist es auch im Kopf des Künstlers schwarz?» Morel klärte auf: «Man hat mich schon gefragt, ob es mir nicht gut ginge, wegen all dem Schwarz. Aber diese Farbe hat für mich keine negative Konnotation. Es ist einfach die Farbe mit dem stärkstmöglichen Kontrast.»

Da meinte ein Besucher, daran sehe man, dass Morel ein Freiburger sei. Tatsächlich lebt der 41-Jährige in Villaz-St-Pierre und unterrichtet bildnerisches Gestalten an der welschen Abteilung der Orientierungsschule Region Murten.

Morels Erklärungen – selbst für den Vater ein Novum

Eine Besucherin meinte: «Es sieht alles so spontan aus.» Darauf Morel: «Wenn Sie sagen, es sehe spontan aus, so macht mich das sehr zufrieden. Es ist aber viel weniger spontan, als es aussieht. Ein Bild braucht vielleicht zwei Monate. Die einzelnen Interventionen auf dem Bild sind wohl schnell, aber dann braucht es immer wieder neue Interventionen», führt er aus.

Eine weitere Frage betrifft die Wahl der Farben. Es falle auf, dass zum Beispiel Blau nie vorkomme. Ob Morel wohl etwas gegen Blau habe. Die Antwort des Künstlers ist simpel: «Ich war im Süden Frankreichs. Da hat es so viele Ockerfarben. Dort habe ich auch mal Sand genommen und es in die Bilder integriert. Da passt Blau einfach nicht dazu.»

Die Form des Künstlerdialogs wirkt aber nicht nur für das Publikum bereichernd. Pierre-Alain Morel sagt, dass er pro Woche ungefähr zehn Stunden alleine im Atelier ist und an sich selber arbeitet, aber das Echo der anderen Leute sei für ihn super wichtig.»

Sogar für den Vater von Pierre-Alain Morel brachte der Künstler-Dialog im Museum Murten etwas Neues: «Es ist das erste Mal, dass ich höre, wie du deine Bilder kommentierst.»

Die Werke von Pierre-Alain Morel werden noch bis am 1. Juni im Museum Murten gezeigt.

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