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Im Farneraholz wachsen Douglasien und Traubeneichen heran

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Die Robin-Hood-Kampagne von Wald Freiburg soll aufzeigen, wie stark der Wald durch das Klima bedroht ist und damit auch dessen Nutzung. Im Farneraholz wachsen nun Douglasien und Eichen heran. Pro Natura Freiburg spricht sich jedoch klar gegen starke Eingriffe aus. 

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Die Robin-Hood-Kampagne von Wald Freiburg soll aufzeigen, wie stark der Wald durch das Klima bedroht ist und damit auch dessen Nutzung. Im Farneraholz wachsen nun Douglasien und Eichen heran. Pro Natura Freiburg spricht sich jedoch klar gegen starke Eingriffe aus. 

«Komm zu den Robin Hoods», lautet der Slogan einer Kampagne der Freiburger Waldbesitzer. Sie wollen der Bevölkerung klarmachen, dass Fällen und Neupflanzungen den Wäldern helfen, sich zu regenerieren und dem Klima anzupassen. Nun, knapp zwei Monate seit Beginn der Offensive, kann Wald Freiburg knapp 800 Mitglieder und damit Robin Hoods zählen. Die meisten stammen aus den Bezirken Saane und Greyerz. Aus dem Seebezirk stammen rund 50 Mitglieder, aus dem Sensebezirk sind es rund deren 30. Dies zeigt eine Auswertung von Wald Freiburg. 

Für jedes Mitglied pflanzt der Verband einen Baum, wie Präsident Fritz Burkhalter gegenüber den FN erklärt. Die Frage, ob es sich dabei um zusätzliche Bäume gegenüber vorgesehenen Pflanzungen handelt, beantwortet Burkhalter mit einem deutlichen Ja. Die Mitgliedschaft bei den Robin Hoods ist kostenlos. Was hat denn Wald Freiburg davon? «Es geht um Verständnis für die Waldnutzung», erklärt der Präsident. «Die Leute begreifen oft nicht, warum wir Bäume fällen.» Es brauche zum Teil drastische Massnahmen. «Wir wollen mit der Kampagne erklären, warum das so ist.» Es gehe um die Reputation, die Mitgliedschaften sollen die Waldnutzung stärken. «Bei der Holzbewirtschaftung nehmen wir nur das, was nachwächst. Es ist ein Riesengeschenk der Natur.» 

Traubeneichen und Winterlinden

Ein Beispiel für die Rodung einer grösseren Waldfläche findet sich im Farneraholz bei Bösingen. Unterhalb dieses Waldstücks schlängelt sich die Sense durch das Land. «Der Borkenkäfer ist der Grund dafür, dass wir hier grossflächig holzen mussten, es wäre sonst zu gefährlich, und der Käfer könnte sich weiter ausbreiten», erklärt Burkhalter. «Der Schlag grösserer Flächen ist nicht die Regel», betont Dominique Schaller, Vorsteher des Amts für Wald und Natur (WNA), im Farneraholz. Auch Pflanzungen seien die Ausnahme: «Sonst arbeiten wir mit Naturverjüngung.» Rund um die Rodungsfläche im Farneraholz finden sich Buchen und Fichten. Doch diese Baumarten haben es schwer mit dem Klimawandel unter diesen geografischen Bedingungen, insbesondere mit der Trockenheit. Deshalb pflanzte der Forstbetrieb Sense im Farneraholz rund 90 Traubeneichen, 135 Winterlinden sowie 425 Douglasien und über 200 Bergahorne, wie im Aufforstungspapier des Forstbetriebs Sense zu lesen ist.

Fritz Burkhalter (links) und Dominique Schaller vor geschützten Eichensetzlingen im Farneraholz.
Aldo Ellena

«Die Traubeneiche kommt gut zurecht mit der Trockenheit», sagt Schaller. «Die Eiche ist eine Zukunftsart auf dieser Höhe.» Die Linden begleiten die Eichen während ihres Wachstums und schützen sie», sagt Burkhalter. Ein zusätzlicher Punkt, der für die Winterlinde spricht, ist die Diversität: «Je diverser ein Wald ist, desto wertvoller ist er», sagt Schaller. In Gruppen angeordnet werden sich die Bäume ihren Platz streitig machen: «Es ist immer ein Lichtkampf im Wald.»

Den grössten Anteil der Aufforstung machen jedoch die Douglasien aus. Das Holz dieser Baumart ist ähnlich verwendbar wie jenes der Fichte: Es kann für tragende Konstruktionen wie auch für Parkett oder Möbel zum Einsatz kommen. Weil die Douglasie besser mit den klimatischen Veränderungen zurechtkommt, ist sie beliebt bei Waldbesitzern. 

Subventionen für Pflanzungen

Der Perimeter umfasst eine Grösse von rund 1,7 Hektaren und gehört drei privaten Parteien. Der Forstbetrieb legte den Waldbesitzern gemeinsam mit dem WNA zwei Varianten vor, wie das Waldstück neu bepflanzt werden könnte. Die Waldbesitzer wählten die zweite Variante mit den Douglasien. Die erste Variante hätte die Pflanzung von über 1000 Eichen beinhaltet, und die Subventionen wären mit 33’600 Franken markant höher gewesen. Mit der zweiten Variante erhalten die drei Waldbesitzer lediglich knapp 7000 Franken Subventionen vom Staat. Die Pflege der Jungbäume ist insbesondere in den nächsten fünf Jahren intensiv. Die Forstarbeiter müssen Brombeeren und andere Gewächse zurückschneiden, damit die jungen Bäume nicht überwuchert werden und somit kein Licht sowie kaum mehr Nährstoffe erhalten. Dieser Aufwand ist in der Kostenaufstellung des Forstbetriebs bereits eingerechnet. Für die zweite Variante betragen die Kosten insgesamt knapp 12’000 Franken. Für die erste Variante mit mehrheitlich Traubeneichen wären es rund 33’800 Franken gewesen.

Noch genug Holz im Kanton 

Im ganzen Kanton gibt es rund 12’000 Waldbesitzer. Diesen gehören rund 40 Prozent des Freiburger Walds. Die verbleibenden 60 Prozent sind im Besitz von Gemeinden, Pfarreien, Kanton und Burgergemeinden. Im Sensebezirk sei der Anteil der privaten Waldbesitzer jedoch besonders hoch, «das ist eine Besonderheit dieses Bezirks», sagt Burkhalter. Die Mehrheit aller Waldbesitzer mache wenig mit dem Wald, sagt Burkhalter. Doch es mache Sinn, den Rohstoff Holz zu verwenden, betont der Präsident von Wald Freiburg: «Als Baumaterial kann es CO2 langfristig speichern, und beim Heizen stellt es eine lokale und CO2-neutrale Energie dar.» Es habe genug Holz im Kanton Freiburg: «Im Moment haben wir noch freie Kapazitäten.» Es gebe noch Steigerungspotenzial, sowohl bei Holzschnitzeln als auch beim Konstruktionsholz. Bis Eichen gross genug sind, um sie zu fällen, dauert es 150 bis 200 Jahre. Das ist in etwa doppelt so lange wie bei anderen Baumarten. «Wir ernten, was unsere Grosseltern gepflanzt haben», sagt Schaller dazu. 

Seillinien für Bodenschutz

Um den Waldboden zu schonen, sei genau festgelegt, wo die grossen Forstmaschinen zum Stehen kommen sollen. «Das wird festgehalten, sodass es in den Folgejahren wieder derselbe Standort ist und das Gewicht der Maschinen nicht weiteren Waldboden verdichtet», sagt Schaller. Grosse Maschinen auf Waldboden würden Schaden für die nächsten hundert Jahre anrichten. Auf die Frage, ob nicht auch mit Freibergerpferden, die das Holzrücken gelernt haben, gearbeitet werden kann, schütteln Schaller und Burkhalter die Köpfe: «Eine rationelle Forstwirtschaft erfordert heute eine professionelle Holzerei mithilfe von Maschinen», sagt Schaller. «Das Rücken mit Pferden gehört jetzt leider eher zur Folklore.» Der Einsatz von mobilen Seillinien, auch im Flachland auf relativ ebenen Flächen, sei eine Technik, die dazu beitragen soll, die Waldböden zu schützen.

Im Farneraholz sind Äste zu meterhohen Haufen aufgetürmt: «Das ist gut für die Biodiversität, Altholz ist sehr wertvoll», erklärt Schaller. Dem Borkenkäfer gefalle es nur in frischem Holz, in den trockenen Ästen am Boden sei er nicht anzutreffen. Diese Biotope seien jedoch nicht von allen Waldbesucherinnen und -besuchern gerne gesehen. «Die Leute haben auch das Gefühl, dass der Wald allen gehört, aber das stimmt nicht», sagt Burkhalter. «Jeder Wald hat Eigentümer, und die Leute sollten sich im Wald gut benehmen.» Quer durch den Wald Pilze zu suchen, sei in Ordnung, «eine wilde Crossvelobahn hingegen nicht». Auch bestehe im Wald immer ein gewisses Risiko, zum Beispiel wegen trockener Baumkronen oder Ästen, die herunterfallen können. «Es tauchen auch immer mehr Haftungsfragen auf.» Die Waldbesitzer seien aber nicht verpflichtet, ihren Wald zu pflegen, und es sei auch daran erinnert, dass in anderen Ländern wie Frankreich oder Belgien nur bestimmte Wälder für alle offen sind: «In der Schweiz hingegen ist im Zivilgesetzbuch verankert, dass der Wald öffentlich zugänglich ist.» 

Verschiedene Funktionen

Für den Kanton sei die Multifunktionalität des Waldes wichtig, betont Schaller und zählt auf: «Biodiversität, Holzproduktion, Erholung, Schutz vor Naturereignissen – unser Ziel ist, alles unter einen Hut zu bringen und je nach Waldmassiven Schwerpunkte zu setzen.» Die Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer erwarten Verständnis für die Nutzung des Rohstoffs Holz, die Spaziergängerinnen und Spaziergänger wollen sich im Wald erholen und die Natur geniessen. Die vielen kleineren und grösseren Lebewesen, die im Wald Unterschlupf finden, brauchen Ruhe. Ein Knigge für den respektvollen Waldbesuch verdeutlicht die verschiedenen Bedürfnisse und ist sowohl auf der Website des Kantons als auch bei Wald Freiburg abrufbar. 

Rund 25 Prozent der Fläche im Kanton Freiburg ist Wald. Im Bild ist eine stattliche Eiche im Galmwald zu sehen. Die Früchte der Traubeneiche sind ein beliebtes Wildfutter. Dies machten sich in früheren Jahrhunderten auch die Bauern zunutze und trieben ihr Vieh in die Wälder.
Aldo Ellena/a

Pro Natura

«Wir sollten dem Wald Zeit lassen, damit er sich selber anpassen kann»

Pro Natura Freiburg ist nicht einverstanden mit starken Eingriffen in den Wäldern. «Wir sollten dem Wald Zeit lassen, damit er sich selber dem Klimawandel anpassen kann», sagt Marc Vonlanthen, Präsident von Pro Natura Freiburg. Der Wald habe verschiedene Funktionen, eine davon sei die Holzproduktion. Auch eine wichtige Funktion sei jedoch die Biodiversität: «Der Zustand der Biodiversität ist allgemein ernst, auch wenn andere Ökosysteme als Wälder, wie Feuchtgebiete, noch stärker gefährdet sind. Dies rechtfertigt die Priorisierung der Biodiversitätsfunktion des Waldes gegenüber anderen Funktionen, insbesondere der Waldnutzung», betont Vonlanthen. Mit dem Klimawandel als Argument würden aktuell zu viele Eingriffe vorgenommen in den Wäldern. «Der Wald, wie alle Ökosysteme, besitzt seine eigene Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel. Diese Anpassungsfähigkeit kann der forstwirtschaftliche Interventionismus gefährden.» Tote Bäume seien wichtig für die Biodiversität im Wald. «Und dann wachsen auf natürliche Weise Bäume, die widerstandsfähiger sind.» Die Douglasie sei kein Baum aus der Schweiz, sondern aus Kanada, hält der Präsident von Pro Natura Freiburg fest.

Eine aktuelle Studie stützt die Bedenken von Pro Natura: Laut einem Forscherteam vom Institut für Soziale Ökologie der Universität für Bodenkultur Wien liegt der Schlüssel gegen den Klimawandel darin, die Holzernte zurückzufahren und die Entwaldung zu stoppen. In der Studie zeigt sich, dass der Wald zwischen 1990 und 2020 viel klimaschädliches Kohlendioxid hätte einlagern können, wenn der Mensch ihn nicht abgeholzt hätte. Bäume können grosse Mengen CO2 speichern. Die Wissenschaftler sehen es als gegeben an, dass eine Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs durch Wälder möglich gewesen wäre, wenn der Mensch sie gelassen hätte. Für den Untersuchungszeitraum rechnen die Forscher mit 27 Milliarden Tonnen CO2, das die Bäume hätten speichern können. Vor allem durch menschliches Zutun stiessen die Waldflächen laut der Studie jedoch 0,74 Milliarden Tonnen CO2 aus. sda/emu

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