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Dorfplatzsanierung geht in die nächste EtappeGute Zusammenarbeit zwischen dem Amt für Archäologie und der Gemeinde Bösingen

Autor: Von NICOLE BASIEUX

Im Vorfeld der Umstrukturierung des Dorfzentrums in Bösingen fanden kontinuierlich archäologische Ausgrabungen statt. Schon lange ist bekannt, dass das Gebiet des heutigen Dorfkerns in vergangenen Zeiten einer römischen Villa angehörte. Jacques Monnier, verantwortlicher Leiter der Ausgrabungen, betont den Reichtum und die Macht des damaligen Besitzers. Dies sei nicht nur anhand der Fundstücke erwiesen, sondern die ganze Topografie weise auf die Macht-Demonstration gegenüber Bediensteten und Volk hin, erzählt der Archäologe. Glücklicherweise waren solche Macht-Demonstrationen nicht nötig zwischen dem Amt für Archäologie des Kantons Freiburg und der Gemeinde Bösingen. Die Gemeinde sei sehr interessiert und tolerant. «Die Zusammenarbeit klappt sehr gut!», freut sich Monnier, der genau weiss, dass ein solch zuvorkommendes Verhalten nicht selbstverständlich ist.Mitten im Dorf um die Jakobskirche befindet sich zurzeit der Ausgrabungsort. Gedeckt mit weissen Planen erinnert der trockene Platz an Ausgrabungen in Filmen. Überall Löcher, Gruben und Unebenheiten. Zehn bis zwölf junge Leute kratzen und schaufeln in der Erde und zeichnen und dokumentieren die Funde und Flächen. Es sind dies Studenten der Universität Basel. Zwei unter ihnen, Clémentine Reymond und Xenja Herren, studieren Altertumswissenschaften und absolvieren während fünf Wochen in Bösingen ein Praktikum. Die Arbeit gefällt ihnen, obwohl sie manchmal ziemlich anstrengend ist. Auf die Frage, ob sie schon etwas Aussergewöhnliches gefunden hätten, antwortet Reymond lächelnd: «Ja, ein Glöcklein aus Bronze, Bronze- und Keramikstücke.»

Herkunft des Hausherrn unbekannt

Über die Herkunft des damaligen Hausherrn der römischen Villa auf der schön und praktisch gelegenen Terrasse über dem Zusammenfluss von Saane und Sense ist bis heute nichts bekannt. Wie kleine Puzzleteile fügen sich die Funde zu einem Plan der insgesamt acht Hektaren umfassenden Residenz zusammen. Natürlich fehlen immer noch viele Teile, doch um diese zu erhalten, müsste man systematische und grossflächige Ausgrabungen starten. Aus finanziellen wie auch praktischen Gründen sei dies jedoch nicht möglich, erklärt Monnier. Er ist sich sicher, dass unter dem Friedhof und der Käserei weitere Teile der römischen Villenanlage zum Vorschein kämen.

Löwenpfote gefunden

Seit insgesamt über 20 Jahren wird in Bösingen gegraben. Bisher konnten unter anderem Teile von Mauern, Heissluftbodenheizungen, sogenannte Hypokauste, Säulen sowie Wand- und Deckenmalereien aus der Zeit vom 1. bis ins 4. Jahrhundert nach Christus gefunden werden. Viele kleine Keramikstücke deuten auf einen regen Austausch mit mediterranen Gebieten hin. Letzten Sommer wurde eine Pfote einer Löwenfigur aus Marmor ausgegraben. Leider fehlen sämtliche anderen Teile und Hinweise. Der verantwortliche Ausgrabungsleiter vermutet jedoch, dass diese steinerne Löwentatze früher zu einer Statue oder einem Brunnen gehörte.

Keine Ausgrabungen

In den nächsten Jahren sei in Bösingen ausgrabungstechnisch nichts mehr geplant, sagt Jacques Monnier. Die Arbeit ist für die Archäologen jedoch noch lange nicht abgeschlossen. Viel Material wurde gefunden und zusammengetragen. Dieses gilt es nun genauestens zu studieren und dazu auch zu recherchieren. Am Ende wird ein Gesamtbericht über die ganze Ausgrabung erstellt. Weiter sind auch Projekte, wie eine Tafel mit einer Zusammenfassung und eine Ausstellung, mit der Gemeinde geplant.

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