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Information oder Demonstration?

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Die Leserbriefseite der FN vom 28. Februar ist in ihrer Gestaltung erstmalig. So wurden meines Wissens Leserbriefe zu einem Thema (hier Asylzentrum Guglera) noch nie in zwei Spalten aufgeteilt: Links die «Nein»-Leserbriefe, derjenigen, die zwar nicht grundsätzlich gegen das Asylzentrum sind, aber bezüglich des Vorgehens sagen: «Nein, so nicht»; rechts die «Ja»-Leserbriefe von Personen, die für die Schaffung des Asylzentrums Guglera sind und auch das Vorgehen des Kantons und des Bundes in dieser Angelegenheit richtig finden.

Aufgefallen ist mir dabei auch, dass die «linksseitigen» Leserbriefschreiber alle im Sense-Oberland wohnen; sie sind also vom Vorhandensein eines solchen Zentrums betroffen. Die «rechtsseitigen» Schreiber wohnen in der Stadt Freiburg oder in Oberwangen–haben sich also nicht mit allfälligen Problemen zu befassen, die daraus entstehen könnten. «Heiliger Sankt Florian, verschone unsere Häuser, zünd lieber andere an!»

Dass die Ja-Sager den Giffersern und Rechthaltnern raten, wie sie sich Asylanten gegenüber zu verhalten haben, mag noch angehen, sie aber unterschwellig als Fremdenhasser zu bezeichnen, geht zu weit. Man kann den Ammännern dieser beiden Gemeinden nicht verübeln, dass sie «behördenkritisch» sind, haben sie doch die kantonalen und eidgenössischen Behörden in dieser für sie sehr wichtigen Frage vollständig ignoriert. Hätten sich die gleichen Behörden in einem für die Bevölkerung so wichtigen Entscheid an irgendeinem Ort in der Schweiz so verhalten, wäre es nicht wie in Giffers bloss zu einer Demonstration des Unwillens, sondern wahrscheinlich zu einem Aufstand gekommen.

Eine Informationsveranstaltung dient normalerweise dazu, einer Bevölkerung das Vorhaben einer Behörde mitzuteilen und es ihr schmackhaft zu machen. Das wäre im Fall Guglera auch möglich und vor allem notwendig gewesen. Der weitaus grösste Teil der betroffenen Bevölkerung hätte die Notwendigkeit und Nützlichkeit dieses Zentrums eingesehen. Stattdessen «informierte» man die Anwesenden über einen «fait accompli», den sie gefälligst zur Kenntnis zu nehmen hatten. Dass die Überbringer dieser für viele eben doch schlechten Nachricht keine Jubelrufe erwarten konnten, ist ja auch irgendwie verständlich. Die Zeiten, in denen die gnädigen Herren den Untertanen per Dekret befehlen konnten, was sie zu tun, ja, zu denken haben, sind zum Glück vorbei – sogar im Senseland!

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