Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Interview: «Niemand sprach von den Geheimdiensten in Bern»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Jacques Baud, 54, ist Experte auf den Gebieten Geheimdienste, Terrorismus und Sicherheitspolitik. Der ehemalige Mitarbeiter des Strategischen Nachrichtendienstes (SND) war 2005 für die Vereinten Nationen im Sudan tätig. Das von ihm geschaffene Zentrum für humanitäre Minenräumung ist in 70 Ländern tätig.

Herr Baud, ist die Schweiz ein Spitzelstaat?

Jacques Baud: Im Gegenteil. Unser Land hat keinen eigenen Geheimdienst, sondern nur Nachrichtendienste. Deren Aktivitäten sind im Vergleich zu anderen Organisationen beschränkt. Allerdings kultivieren sie nur allzu gerne eine geheimnisvolle Aura. Die Öffentlichkeit weiss kaum etwas darüber.

Haben Sie deshalb eine Ausstellung über Geheimdienste vorgeschlagen?

Genau. Ich möchte den Menschen erklären, was unsere Arbeit ausmacht. Das muss nicht heissen, dass alle Details preisgegeben werden. Aber wie Geheimdienste funktionieren, was die Ziele und Mittel sind und welche Rolle sie im 20. Jahrhundert gespielt haben, davon handelt die Ausstellung.

Sie zeigen auch, dass alliierte Dienste während des Zweiten Weltkrieges auf Schweizer Boden tätig waren.

Für mich ist dies der wichtigste Teil der Ausstellung. Als die Schweiz in den 90er-Jahren dafür kritisiert wurde, mit Nazi-Deutschland kooperiert zu haben, war ich empört. Niemand sprach damals von den Geheimdiensten, die Quartier in Bern bezogen hatten. Sowohl die Amerikaner als auch die Briten koordinierten von hier einen Grossteil des Widerstandes in ganz Europa! Die Deutschen wussten Bescheid. Deshalb nahm die Polizei neben deutschen auch alliierte Agenten fest. Erschossen wurden aber nur die deutschen. Carolin Foehr

Mehr zum Thema