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«Irgendjemanden fände man dann schon»

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 In den 25 Gemeinden des Seebezirks haben seit den Wahlen vom Frühling 2011 insgesamt 40 Gemeinderäte den Rücktritt erklärt oder sind im Amt verstorben. Die meisten Wechsel hatten die Exekutiven von Wallenried, Courtepin, Bärfischen, Villarepos, Gurwolf und Fräschels zu verkraften. In zwei Gemeinden wurde derselbe Sitz gar gleich mehrfach neu besetzt.

Die meisten Rücktritte sind auf berufliche oder gesundheitliche Gründe zurückzuführen. In einigen Exekutiven zeichnen sich auf das Ende der Legislatur zwar Wechsel an, doch nur in wenigen Fällen machen sich die Gemeinderäte Sorgen darüber, ob sie langfristig genug Nachfolger rekrutieren können. Beat Aeberhard aus Ulmiz sagt über die letzte Ersatzwahl: «Die Suche war mit viel Aufwand verbunden. Und dieser wird noch zunehmen.» Vielerorts ist zu hören, dass fragen funktioniere: Ein Anruf oder ein Besuch genügt, und die Bürger machen mit. Manchmal reiche gar ein schlagendes Argument, um die Bürger zum Mitmachen zu animieren, zum Beispiel dasjenige einer drohenden Fusion, wie Peter Goetschi, Amman von Greng, bestätigt.

Im Übrigen ist auch die Nachfolge von Walter Zürcher geregelt. Der Langzeitsyndic von Merlach verabschiedet sich nach 50 Jahren definitiv aus der Lokalpolitik. Ihm soll Josiane Zeyer nachfolgen.

Ideen gehen aus

Die Gemeinde St. Antoni hatte in der laufenden Legislatur vier Demissionen zu verzeichnen–ein Höchstwert im Sensebezirk. Heute funktioniere die Gemeindepolitik nicht mehr so wie früher, erklärt Ammann Urs Klemenz den Hauptgrund der Instabilität: «Der Nachwuchs fehlt und somit eine solide Basis. Private Interessen haben meist Vorrang, da findet kaum jemand noch Zeit für Öffentlichkeitsarbeit.» Und wer sich politisch engagieren wolle und sich bereit erklärt habe, hierfür einen Teil seiner Freizeit einzusetzen–je nach Ressort bedeute das für einen Gemeinderat ein Pensum von 10 bis 20 Prozent–, sei oft auf die Herausforderungen zu wenig vorbereitet. Viele gäben ihr Amt schon vor Ende der Legislatur wieder ab, sagt Klemenz: «Die Anforderungen an Gemeindepolitiker werden immer höher und fachspezifischer.» Die Suche nach Kandidaten werde in St. Antoni durch die massiv gesunkene politische Kultur zusätzlich erschwert, findet der Syndic: «Ich bin seit mehr als 20 Jahren mit der Suche nach Personen beschäftigt; langsam gehen mir die Ideen aus. Zumal die Rekrutierung eigentlich nicht dem Gemeinderat, sondern den Parteien obliegt.» Vor 20 Jahren seien den Bürgern noch mehrere Parteilisten zur Wahl vorgelegen, erinnert sich Klemenz. Heute gebe es nur noch eine Einheitsliste.

Gemeinderat verkleinern

Seit über zwanzig Jahren ist Georges Baechler Gemeinderat von Givisiez, seit gut zwei Jahren ist er Syndic. Givisiez verfüge über ein relativ stabiles Gremium, sagt er. Die Zusammenarbeit funktioniere sehr gut, auch sei die Gemeinde nicht politisiert. «Wir müssen uns nicht nach einer politischen Agenda richten. Jeder kann viel selbst entscheiden. Das motiviert.» Dennoch wird Givisiez den Gemeinderat in einem Jahr von neun auf sieben Personen verkleinern. Manche Gemeinderäte hätten 2011 noch eine Legislatur angehängt im Wissen, dass nach einer Fusion mit Granges-Paccot, Corminboeuf und Chésopelloz Sitze wegfallen würden. «Die Fusion ist gescheitert; die Leute wollen aber trotzdem aufhören.»

So hätten von den neun Gemeinderäten fünf–darunter auch der Syndic–ihren Rücktritt angekündigt. «Fünf neue Leute wären nicht gut für den Gemeinderat, zudem sind sie schwierig zu finden.» Bereits jetzt sei er deshalb auf der Suche nach potenziellen Kandidaten. Eine stärkere Politisierung würde die Suche nicht vereinfachen, sagt er: «Irgendjemanden fände man dann schon. Ob es die Richtigen sind, ist eine andere Frage.»

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