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Isabelle Chassot: «Kultur ist die Lösung, nicht das Problem»

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Am 15. November tritt Isabelle Chassot nach acht Jahren als Direktorin des Bundesamtes für Kultur (BAK) zurück, um am 29. November ihre Arbeit als Ständerätin des Kantons Freiburg aufzunehmen. Ein Gespräch darüber, wie sie ihre Erfahrungen beim BAK als Politikerin einfliessen lassen wird.

«Es ist nicht der erste Übergang, den ich erlebe», sagt Isabelle Chassot im Interview mit Keystone-SDA in Bern. «Bevor ich seinerzeit in den Freiburger Staatsrat gewählt worden bin, habe ich im Stab des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements gearbeitet – eine Erfahrung, die für meinen Einzug ins Parlament sehr nützlich war und es auch dieses Mal sein wird.» So stellte sie beispielsweise fest, dass «ein Gespräch, ein direkter Austausch mit einem Beamten der Verwaltung oft nützlicher ist als die Einreichung eines parlamentarischen Antrags».

Kultursektor in der Pandemie

Auf die Frage, mit welchen wichtigen Themen sie sich in den letzten acht Jahren beschäftigt habe, ersetzt Isabelle Chassot das «Ich» durch das «Wir» und betont die Teamarbeit. Sie erwähnt die Pandemie und ihre Auswirkungen auf den Kultursektor. Dank der «Schnelligkeit», mit der in Zusammenarbeit mit den Kantonen, dem Verein Suisseculture sociale und den Kulturorganisationen ein «widerstandsfähiges» Unterstützungssystem eingerichtet wurde, habe eine «grössere Katastrophe» vermieden werden können, sagt sie.

Und fügt ihrer Liste der Errungenschaften einen weiteren Punkt hinzu: «Was nicht erwartet wurde, was wir aber erreicht haben, ist die Erhöhung des Kulturbudgets um 20 Prozent durch die beiden Kulturbotschaften, die dem Parlament vorgelegt wurden.» Diese Erhöhung entspreche mehr als dem üblichen Wachstum der föderalen Ausgaben.

Isabelle Chassot unterstreicht die Bedeutung der 2012 geschaffenen Kulturbotschaft: «Unter der Leitung der Departementsvorsteherin konnten wir die institutionelle Sicht auf die Kulturpolitik hinter uns lassen. Es ging nicht mehr darum, welche Aufgaben das Amt oder die Kulturstiftung Pro Helvetia übernehmen, sondern darum, zu sagen, wo die kulturpolitischen Prioritäten des Bundes liegen.»

Herzensangelegenheit Mehrsprachigkeit

Chassot betont zudem «die bedeutenden Schritte» im Bereich der schweizerischen Eigenheit der Sprachenvielfalt: «Ich bin Freiburgerin und die Frage der Mehrsprachigkeit in diesem Land liegt mir am Herzen», sagt sie. 2014 kündigte der Bund an, im Landessprachen-Unterricht zu intervenieren. «Wir mussten das eigentlich nicht tun; zu sagen, dass wir bereit sind, hat genügt».

Der Austausch junger Menschen über die Sprachgrenzen hinweg, in der Schweiz und im Ausland, ihre Mobilität, sei ein wichtiges Thema für die künftige Ständerätin. Der nationale Austausch habe in den letzten acht Jahren um einige Prozent zugenommen – wenn auch Covid die Dynamik gebremst habe. Isabelle Chassot misst etwa Übersetzungen von Literatur als auch im Theater grosse Bedeutung bei: «Es ist von zentral, Zugang dazu zu haben, was den Anderen kulturell atmen lässt.»

Pro-Helvetia-Direktor Philippe Bischof bestätigt, dass die Schweizer Kulturstiftung erhebliche Anstrengungen zur Unterstützung und Förderung von Übersetzungen unternimmt. Die Zahlen sprechen für sich: Pro Helvetia hat ihre Unterstützung für literarische Übersetzungen in der Schweiz und im Ausland in den letzten fünf Jahren um rund zwei Drittel erhöht. Die Förderung von Übersetzungen umfasst dabei ein breites Spektrum von Massnahmen, so auch deren weltweite Verbreitung.

Die Nachfolge von Isabelle Chassot im BAK soll erst in einigen Wochen bekannt gegeben werden. Vordringlich für die neue Direktorin, den neuen Direktor wird sein, «den Einfluss von Covid im Bereich der Kultur zu verwalten», sagt die abtretende BAK-Direktorin ohne zu zögern.

Aufgabe der Nationalbibliothek

Darüber hinaus werde ein weiteres wichtiges Thema die Renovierung der Nationalbibliothek (NB) sein. Denn von 2021-2024 bis 2026-2027, während dieser Arbeiten, werden die NB und das BAK in denselben Räumlichkeiten untergebracht. «Es ist die Gelegenheit und Chance, darüber nachzudenken, welche Nationalbibliothek wir in Zukunft wollen, welche Aufgaben diese übernehmen soll, an wen sich die Dienstleistungen einer solchen Bibliothek richten sollen und welchen Beitrag sie zur kulturellen Teilhabe leistet.»

Was Isabelle Chassot von ihrer Amtszeit an der Hallwylstrasse 15 in Bern in Erinnerung bleiben wird, ist die «ausserordentliche kulturelle Vielfalt der Schweiz, ihre Kreativität, der Reichtum ihres Angebots». Sie habe die Kulturwelt als äusserst widerstandsfähig, kreativ und innovativ erlebt. Vor diesem Hintergrund ermutigt sie das Publikum, in die Theater zurückzukehren: «Alle Hygienemassnahmen werden eingehalten», versichert sie. «Kultur ist nicht gefährlich: Sie ist die Lösung, nicht das Problem.»

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