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«Jeder unterstützt die Mannschaft»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Thomas Gander, wie erklären Sie sich, dass Menschen mit verschiedenster sozialer Herkunft Fans desselben Clubs sind?

Ich denke nicht, dass es relevant ist, in welchen Verhältnissen eine Person lebt oder welchen Beruf der eine oder andere ausübt. Es gibt verschiedene Gründe, warum jemand einen Match besucht: der Zusammenhalt unter den Fans, Lokalpatriotismus–also die Identifikation mit dem Club und der Stadt–oder einfach als Ausgleich zum Alltag. Es kann auch ein gewisser Machtanspruch sein, im Sinn von «Wir sind die Besten», weil das teilweise im «normalen Leben» nicht ausgelebt werden kann. Das Interesse am Sport selber ist natürlich auch nicht zu vergessen. Dann gibt es aber auch Gelegenheitsbesucher, welche das Spiel als Event und als Unterhaltung sehen.

 

 Was kann es einem Menschen persönlich bringen, Fan zu sein?

Der Sport bietet Emotionen, die man im Alltag nur selten erlebt. Zuschauer durchleben verschiedenste Gefühlslagen: Höchste Spannung, grosse Freude und herbe Enttäuschungen wechseln sich ab. Schön an einem Matchbesuch im Stadion ist, dass die Fans diese Emotionen zum Ausdruck bringen dürfen. Vor allem aber ist der Zusammenhalt untereinander wichtig. Zusammen singen, zusammen jubeln, zusammen leiden–auch das ist ein Bedürfnis des Menschen. Viele Zuschauer nutzen den Matchbesuch aber auch als Ventil für gestaute Emotionen oder um bewusst zu rebellieren, weil sie es in ihrem Alltag nicht können.

 

 Was bedeutet es für einen Fan, wenn die Saison plötzlich zu Ende geht, wie es bei den Eishockey-Playoffs irgendwann der Fall ist?

Am Anfang kommt es wahrscheinlich bei vielen schon zu gewissen Entzugserscheinungen. Wenn man während einigen Monaten jedes Wochenende–oder im Moment fast alle zwei Tage–Spiele besucht, ist die Umstellung relativ gross. Die meisten sind wohl trotzdem froh, dass die Saison vorbei ist, da nun auch wieder Zeit für andere Hobbys oder für die Familie vorhanden ist. Dafür warten sie umso ungeduldiger auf den Beginn der neuen Saison. Im Eishockey ist die «Leidenszeit» ja relativ lange …

 

 Was ist überhaupt ein Fan? Gibt es eine Definition?

Den Begriff zu definieren ist schwierig. Ich mag es auch nicht, die Fans zu kategorisieren. Jeder im Stadion unterstützt in seiner Weise die Mannschaft. Unterschiede gibt es jedoch meist in den Sektoren des Stadions. Jüngere sind nicht unbedingt im gleichen Sektor wie ältere, solche, die jeden Match anschauen, haben ihren Stammplatz oder einen Stammsektor. Gelegenheitsbesucher sind vielleicht eher die ruhigeren Fans, da sie die Gesänge und die Ambiance nicht so kennen. Dann gibt es solche, die alleine kommen oder in verschieden grossen Gruppen. Das Schöne am Sport ist, dass die Grenzen und Unterschiede schnell verschwinden, alle werden von der Stimmung mitgerissen, wenn der Funke überspringt.

 

 Gibt es «richtige» und «nicht richtige» Fans?

Sie wollen auf den Begriff «Modefan» hinaus. Natürlich gibt es Leute, die nur dann an die Spiele gehen, wenn die Mannschaft gerade erfolgreich ist. Da gibt es schon einen Unterschied zu den Hartgesottenen, die an fast jedem Spiel dabei sind, Gesänge anstimmen und Choreografien gestalten. Doch wie gesagt, jeder im Stadion unterstützt die Mannschaft in seiner Weise.

«Der Sport bietet Emotionen, die man im Alltag nur selten erlebt.»

Thomas Gander

Geschäftsleiter Fanarbeit Schweiz

Thomas Gander:«Es gibt hartgesottene und Modefans.» Bild zvg

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