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Keine Angst vor Sprachbarrieren

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Die Proben, die derzeit im Théâtre des Osses in Givisiez für das Stück «Röstigraben» stattfinden, könnten fast schon selber ein Theater sein: Der Regisseur Nicolas Rossier und die Schauspielerin Geneviève Pasquier sprechen Französisch, der Schauspieler Niklaus Talman spricht Deutsch, und die Kenntnisse in der jeweils anderen Sprache sind einigermassen begrenzt. Trotzdem versteht sich das Trio irgendwie und stellt gemeinsam ein zweisprachiges Theaterstück auf die Beine.

Passenderweise geht es im Stück ebenfalls um Sprachbarrieren, Vorurteile und eine langsame Annäherung zwischen Deutsch und Welsch: Die Autoren Guy Krneta und Antoine Jaccoud, ebenfalls eine deutsch-welsche Paarung, erzählen darin von einem bundesrätlichen Projekt, das die Beziehungen zwischen den Landesteilen verbessern soll. Die Regierung hat für alle Bürger einen einjährigen Aufenthalt in einer anderen Sprachregion als obligatorisch erklärt. Und so landet der eingeschüchterte Basler Niklaus Fischer (Talman) bei seiner wortgewandten welschen Gastgeberin Daisy Golay (Pasquier), und die Sprachverwirrungen nehmen ihren Lauf.

Theater und Essen

Die Eigenkreation des Théâtre des Osses kam im Auftrag des Nuithonie für die Reihe «Midi, Théâtre!» zustande. Dafür haben sich sieben Westschweizer Theaterhäuser zusammengeschlossen, um in Mittagsvorstellungen rund einstündige Produktionen in Kombination mit einem Essen anzubieten. Die Aufführungen im Nuithonie finden im hauseigenen Restaurant «Le Souffleur» statt, wo das Publikum zwischen den beiden Akten eine Rösti serviert bekommt.

Dass es in ihrer Kreation um den «Röstigraben» gehen sollte, war für Geneviève Pasquier und Nicolas Rossier rasch klar, ebenso wie die Tatsache, dass es ein zweisprachiges Stück werden sollte. Das Duo, das im vergangenen Mai die Leitung des Théâtre des Osses übernommen hat, hat seine Offenheit für solche Projekte eben erst mit dem Stück «Chambre d’amis» unter Beweis gestellt (die FN berichteten). «Die Zweisprachigkeit liegt uns am Herzen», sagt Rossier. «Dieses Thema ist in Freiburg wichtig, und wir möchten vermehrt das deutschsprachige Publikum ansprechen.»

 Zweisprachige Stücke funktionierten nur dann, wenn auch Zuschauer folgen könnten, die nur eine der beiden Sprachen beherrschten, sagt Geneviève Pasquier. Die Vorgabe für das Autorenduo war darum klar: Es sollte um das Aufeinandertreffen einer französischsprachigen Frau und eines deutschsprachigen Mannes mit sehr mangelhaften Kenntnissen der anderen Sprache gehen. So sollen auch Zuschauer abgeholt werden, die diese Situation aus eigener Erfahrung kennen.

Wie es ist, vor einer scheinbar unüberwindbaren Sprachbarriere zu stehen, weiss auch Schauspieler Niklaus Talman. Der gebürtige Basler, der mit seinem Talman Ensemble seit 2003 in Überstorf ansässig ist, spricht selber kaum Französisch. Niklaus Fischer aber muss sich im Stück irgendwie auf Französisch durchschlagen. «Als ich meinen Text zum ersten Mal gelesen habe, schien es mir unmöglich, das zu lernen und zu spielen», so Talman.

Irgendwann aber habe er seinen Respekt vor der französischen Sprache verloren und sich mit ihr angefreundet. Er erlebe so genau das, worum es auch im Stück gehe: «Aufeinander zugehen und irgendwie miteinander kommunizieren: So lassen sich Berührungsängste am besten überwinden.» Er habe sogar richtig Lust auf Französisch bekommen: «So sehr, dass ich mir vorgenommen habe, die Sprache wie Niklaus Fischer in einem Jahr zu lernen.»

Nuithonie/Le Souffleur,Villars-sur-Glâne. Di., 17. März, Mi., 18. März, und Do., 19. März, jeweils 12.15 Uhr. Weitere Vorstellungen finden am 24. und am 31. Mai im Théâtre des Osses in Givisiez statt.

«Als ich meinen Text zum ersten Mal gelesen habe, schien es mir unmöglich, das zu lernen und zu spielen.»

Niklaus Talman

Schauspieler

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