Tafers 15.11.2017

Der harte Weg zum Eishockeyprofi

Andrea Glauser (r.), Spieler der ersten Mannschaft bei Freiburg-Gottéron, mit Ausbildungschef Gerd Zenhäusern.
Welcher Junior träumt nicht davon, mal als Profi auf dem Eis zu stehen? Was ist das Erfolgsrezept, fragte sich eine Klasse aus Tafers.

Im Interview mit Andrea Glauser, 21-jähriger Verteidiger der ersten Mannschaft von Freiburg-Gottéron, und Ausbildungschef Gerd Zenhäusern haben wir von der Klasse 25 der OS Tafers Spannendes herausgefunden.

Andrea Glauser, wie sind Sie dazugekommen, sich als Hobbyeishockeyspieler auf den Weg zum Profispieler zu begeben?

Ich habe bei den Düdingen Bulls angefangen und konnte danach nach Freiburg wechseln. Dort habe ich alles gegeben, und so hat sich für mich die Chance ergeben.

 

Haben Sie in den Trainings schon früh gemerkt, dass Sie mehr Talent haben als andere Spieler?

Nein. Ich bin früher eher der Zurückhaltende gewesen. Und es hat Spieler gegeben, die besser waren. Aber ich habe immer hart weitergearbeitet.

 

Mit welchen Schwierigkeiten hatten Sie während Ihrer Karriere zu kämpfen? Wer hat Sie dabei unterstützt, diese zu bewältigen?

Als ich noch jung war, wollte ich einmal aufhören, Hockey zu spielen. Ich mochte das Sommertraining nicht so gern. Die Eltern standen dabei immer hinter mir. Es hat mich aber auch niemand gezwungen, Eishockey zu spielen.

«Hart arbeiten –auch im Sommer. Und ab und zu einfach den Mund halten und auf die Zähne beissen.»

Andrea Glauser

Eishockeyspieler bei Freiburg-Gottéron

 

Wie haben Sie es geschafft, Ihre Sportleidenschaft mit der Schule, Ihrer Freizeit und der Familie unter einen Hut zu bringen?

Wir mussten vor den Trainings Hausaufgaben machen. Auf dem Eis dachten wir nicht mehr an die Schule. Meine Kollegen sind auch im Hockey, mit ihnen habe ich viel unternommen. Die Eltern und die Trainer haben mir natürlich viel geholfen.

 

Wie hat sich Ihr Trainingsprogramm von der U14-Auswahl bis zur ersten Mannschaft verändert?

Man ist nun viel selbständiger. Ich gehe morgens in Freiburg Frühstück essen. Dann habe ich einen Plan, was ich machen muss: Zuerst gibt es Kraftübungen, und dann gehen wir aufs Eis. Bei den Jungen ist es so, dass der Trainer viel erklärt und dabei ist. Und die Trainingseinheiten werden stetig gesteigert.

 

Man hört immer wieder vom Leistungsdruck im Profisport. Wie gehen Sie persönlich damit um?

Natürlich hat man immer einen gewissen Druck. Alle wollen immer die Besten sein. Man versucht deshalb immer, dranzubleiben und den Druck zu vergessen. Dann geht das wie von selbst.

 

Wie schwer ist der Weg vom Junior zum Profi auf einer Skala von eins bis zehn?

Zwölf! Es geht nicht nur um das Hockeyspielen, sondern du musst auch gut sein in der Schule – und menschlich. Du kannst nicht jemand sein, der dauernd schläft. Du musst auch im richtigen Moment bereit sein, und wenn du deine Chance bekommst, dann musst du sie packen.

«Der Spassfaktor ist der grösste Motivator, um dranzubleiben.»

Gerd Zenhäusern

Ausbildungschef bei Freiburg-Gottéron

 
 

Welche Tipps können Sie jungen Spielern geben, die davon träumen, Profispieler zu werden?

Hart arbeiten – auch im Sommer. Und ab und zu einfach den Mund halten und auf die Zähne beissen. Und den Spass nie vergessen.

 

Gerd Zenhäusern, Talent allein genügt wohl kaum, um an die Spitze zu gelangen. Was ist Ihrer Meinung nach das Rezept zum Erfolg?

Ein gewisses Talent braucht es. Die wichtigsten Instrumente der Talentbox sind Hartnäckigkeit und eine gute Einstellung. Man sollte nicht nach dem ersten Rückschlag den Kopf hängen lassen, sondern weiter hart arbeiten, um seine Träume zu verwirklichen. Der Spassfaktor ist der grösste Motivator, um dranzubleiben.

 

Bietet der Kanton Freiburg die nötigen Rahmenbedingungen, um junge Talente zu fördern?

Nein, wir sind jetzt dran, mit einem Komitee aus verschiedenen Bereichen etwas auf die Beine zu stellen, damit auch politisch reagiert wird. Im Kanton Freiburg haben die Sekundarschulen und Gymnasien am Mittwochnachmittag zum Beispiel nicht schulfrei. Ein Athlet sollte bessere Rahmenbedingungen bekommen, indem die Schule mehr Freiheiten gibt. Die Trainingszeiten müssen verbessert werden, sonst verlieren wir den Anschluss an die grossen Mannschaften, die bessere Rahmenbedingungen haben als wir.

Zahlen und Fakten

Von den Bambis zu den Junioren Elite A

Neben der ersten Mannschaft gibt es beim Eishockeyclub Freiburg-Gottéron noch weitere Teams. Diese tragen zur Nachwuchsförderung bei. Für die verschiedenen Altersgruppen existieren verschiedene Teams: Nach Alter aufgelistet, angefangen mit den Jüngsten, heissen sie «Bambis», «Binis», Piccolos», «Moskitos», «Mini Top» und «Novizen Elite». Die Ältesten sind die Elite-A-Junioren.

Klasse 25, OS Tafers.