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Kerzers erhält «endlich grünes Licht»

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Der Kerzerser Gemeinderat hat mit dem Entscheid des Kantons gerechnet: «Wir haben gut gearbeitet und diesen Entscheid erwartet», sagt Gemeindepräsidentin Susanne Schwander. Wie dem aktuellen Amtsblatt zu entnehmen ist, genehmigt der Kanton die Änderung der Ortsplanung von Kerzers. Damit ist die Gesamtrevision unter Dach und Fach. Im April 2014 hatte der Kanton das Dossier bereits gutgeheissen, jedoch unter Vorbehalten. Daraufhin reichte Kerzers Korrekturen ein. Nun haben auch diese den Weg durch die Amtsmühlen gemeistert. «Nach über zehn Jahren Planung verfügen wir nun über die rechtliche Grundlage, damit sich Kerzers weiterentwickeln kann», sagt Schwander. «Jetzt können wir arbeiten.»

Auch der Gemeindeschreiber von Kerzers, Erich Hirt, ist erfreut über den positiven Entscheid des Kantons: «Nun haben wir endlich grünes Licht für die Weiterentwicklung des Dorfes.» Hirt war bei der neuen Ortsplanung von Anfang an mit dabei. Rund um die Mitsprache der Dorfbewohner gab es von Beginn an Unstimmigkeiten: «Auch wenn dies vielleicht nicht alle so sehen, wir haben die Bevölkerung von Anfang an miteinbezogen und in den Kommissionen gut gearbeitet», so Hirt. Jetzt wüssten sie endlich, wie es mit Kerzers weitergeht, sagt Hirt, «die genehmigte Ortsplanung dient uns nun als Arbeitsinstrument».

 Umgestaltung Bahnhof

Ein erstes Projekt, das Kerzers nach dem Entscheid an die Hand nehmen will, betrifft die Bahnhofstrasse als Dreh- und Angelpunkt für die künftige Standortentwicklung von Kerzers. An Workshops mit Bürgerinnen und Bürgern hatte sich gezeigt, dass sich die Kerzerser einen einladenden Bahnhofplatz und eine attraktive Bahnhofstrasse wünschen. Deshalb soll deren Aufwertung nun nach der definitiven Genehmigung der Ortsplanung als Erstes vorangetrieben werden: «Wir ziehen auch temporäre Massnahmen in Betracht, bis eine endgültige Lösung vorliegt», sagt Schwander. «Der Gemeinderat trifft sich Ende Januar mit Mitgliedern der Arbeitsgruppe Standortentwicklung und wird über Vorschläge und das weitere Vorgehen beraten.»

 Die Dächer von Kerzers

Der alte Dorfkern der Gemeinde ist jedoch aus der Revision ausgeklammert und steckt in einem separaten Verfahren. Der Kern ist von nationaler Bedeutung, viele Häuser stehen unter Denkmalschutz. Er liegt innerhalb des Strassenrechtecks Kreuz- und Fräschelsgasse sowie Vordere und Hintere Gasse. Den Perimeter aus der Ortsplanung auszuschliessen, ist nicht aussergewöhnlich: «Das wurde zum Beispiel auch in Estavayer-le-Lac so gemacht», sagt Stanislas Rück, Vorsteher des kantonalen Amts für Kulturgüter. Doch auch die Planung dieses Ortsteils sei auf gutem Weg: «Es sind nur noch letzte Details zu klären», sagt Rück. Die öffentliche Auflage soll noch dieses Jahr erfolgen. Schützenswert in dieser Zone ist insbesondere die Dachlandschaft: «Es ist absolut wichtig, dass sie bestehen bleibt.» Um die Umnutzung der oberen Stockwerke der Bauernhäuser dennoch zu ermöglichen, betritt die Behörde Neuland: «Wir erlauben grössere Öffnungen, aber keine Lukarnen», sagt Rück. Damit die Häuser weiterhin gepflegt und genutzt werden, gehe man nun diesen Weg mit Dachfenstern. «Oft ist der Lichteinfall über Öffnungen an der Giebelfassade zu gering für eine Umnutzung von Estrich- als Wohnraum.» In diesem Fall seien Öffnungen auf der Dachfläche zum Beispiel mit Dachfenstern erlaubt.

 Auch wichtig für die Beibehaltung des Dorfkern-Charakters sind die Vorgärten: «Der grüne Raum darf nicht für Parkplätze umgenutzt werden.» Die Parkplatzsituation müsse die Gemeinde jedoch in einem separaten Verfahren klären. «Auch in Murten hat nicht jede Altstadtwohnung einen Parkplatz», gibt Rück zu bedenken. In ländlichen Gemeinden wie Kerzers gestalte es sich aber oft schwieriger, von Regelungen abzusehen, die für jede Wohnung einen oder gar mehrere Parkplätze vorschreiben. «Aber das ist Sache der Gemeinde», so Rück.

Der Stolperstein: Lösung für Verkehrsproblem

Auf dem Weg zur Genehmigung der Revision der Ortsplanung lief für die Gemeinde Kerzers nicht immer alles rund: Nach der ersten Auflage bildete sich die «Aktionsgruppe Planung und Entwicklung», die eine Beschwerde einreichte. Die Gruppe forderte Lösungen für die Verkehrsprobleme und zog die Beschwerde an das Kantonsgericht weiter. Im September 2014 einigten sich die Gemeinde und die Aktionsgruppe, diese zog die Beschwerde zurück. Die beiden Parteien beschlossen in einer Vereinbarung, dass eine neue Arbeitsgruppe innerhalb von zwei Jahren ein Verkehrskonzept erarbeitet. Auch die BLS hatte eine Beschwerde beim Kantonsgericht eingereicht. Diese betraf Böschungen entlang der Gleise. Und auch hier fanden sich die beiden Parteien: Die Gemeinde lockerte die Bestimmungen für den Schutz von Hecken, und die BLS zog die Beschwerde zurück. emu

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