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Kerzerslauf – von der Qual und dem Stolz

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Im Kerzerser Dorfkern wimmelt es am Samstagnachmittag nur so von Funktionsjacken, engen Sporthosen und Wasserflaschen-Gürteln: Die Unterländer bereiten sich auf den Kerzerslauf vor. Seit einigen Wochen organisiert die Interessengemeinschaft «Run and Walk Kerzers» (siehe Kasten) unter der Leitung von Bernhard Müller Trainings, die den Läuferinnen und Läufern zur Selbsteinschätzung dienen.

Die «Komfortgruppe»

Vor zwei Wochen sind sie beim grössten Hundewetter losgelaufen, an diesem Nachmittag scheint der Gruppe von 80 Leuten eine starke Märzsonne ins Gesicht. Noch ist die Stimmung locker, werden Sprüche gemacht, doch es ist auch eine gewisse Anspannung, eine Unruhe zu bemerken. Müller führt einige Einwärm-Übungen durch, die allzu grossen Muskelkater verhindern sollen. Dann wird die Gruppe aufgeteilt: Vier Minuten pro Kilometer, viereinhalb Minuten bis hin zur langsamsten Gruppe, die Müller zugunsten der Political Correctness lieber «Komfortgruppe» zu nennen pflegt. Sechseinhalb Minuten benötigt diese Gruppe pro Kilometer, und ich reihe mich optimistisch in eine etwas schnellere Gruppe ein. Ein Paradebeispiel von Selbstüberschätzung.

Der nötige Druck

Die Gruppe rennt los, vorbei an weiten Feldern, die Landschaft ist bodeneben. Schon nach einer Minute überholt mich ein dynamisches Pärchen von hinten, nach einem Kilometer bilde ich fast das Schlusslicht. Was soll’s, spreche ich mir gut zu; Hauptsache ist es, nicht nach dem zehnten Kilometer zu kollabieren, denn dort wartet der berüchtigte Golaten-Stutz. Laut den anderen Läufern ist dieser der Höhepunkt der Anstrengung. Ich mache mich aufs Schlimmste gefasst, stelle mir einen kilometerlangen 90-Grad-Winkel direkt Richtung Himmel vor.

Der Weg führt durch den Wald, vorbei an der Niederrieder Staumauer, dem See entlang. Es riecht nach Frühling, die Sonne scheint, am Boden wachsen schon die ersten Blümchen. Von der Natur her ist der Kerzerslauf umwerfend: «Deshalb finde ich Gadgets wie Stoppuhr, Pulsmesser und iPod unnötig. Viel wichtiger ist es, Freude am Training zu haben, die Landschaft zu geniessen», sagt Müller.

Langsam beneide ich die Leute mit den Wasserflaschen-Gürteln: «Was man vor dem Laufen isst, ist eigentlich sekundär. Aber schon zwei Tage vorher muss man genug trinken, den Körper ausreichend hydrieren.» Plötzlich taucht sie vor mir auf, die ungeliebte Steigung, der brenzlige Golaten-Stutz. Meine Beine brennen, die Lunge arbeitet auf Hochtouren. Es ist eine Qual, die Motivation hält sich schwer in Grenzen. Doch irgendetwas – der Stolz, der Gruppendruck, Sportskanone Müller in meinem Nacken – bringt mich dazu, weiterzumachen. Und ich bin oben, die letzten fünf Kilometer vergehen wie im Traum, keine Steigungen mehr. Nach einer Stunde und vierzig Minuten komme ich im Ziel an. Als Zweitletzte. Doch so stolz, als hätte ich soeben den echten Lauf gewonnen.

«Run and Walk: Jeder ist willkommen

Die Interessengemeinschaft «Run and Walk Kerzers» bereitet sich jeden Dienstagabend gemeinsam auf grosse Läufe vor: «Ausser vielleicht an Heiligabend – aber am 23. Dezember haben wir noch trainiert», sagt Bernhard Müller, Leiter des Teams. Ein Verein sind sie nicht: «Die Leute können kommen oder nicht, es gibt keine Mitgliederbeiträge, keinen Sekretär oder Kassier.» Dennoch hat die IG um die 50 Mitglieder, die nicht nur Läufe organisieren, sondern auch einen Duathlon, Velotouren, Bergwanderungen. «Bei uns kann jeder gerne vorbeischauen, wir haben ein tolles Verhältnis untereinander», sagt Müller. kf

www.runandwalk-kerzers.ch

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