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«Können nicht jedes Spiel gewinnen»

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Autor: Matthias Fasel

«Die Flaggen gehisst – zum Angriff bereit» hatten die Berner Fans auf der Stehrampe mittels Banderole vor dem Derby verlauten lassen. Das ist das Berner Selbstverständnis, das ist der Grund, warum Trainer Larry Huras trotz akzeptabler Resultate vor einigen Wochen entlassen wurde – Geschäftsführer Marc Lüthi verlangte schlicht mehr Spektakel. Das Spiel der Berner hat sich unter dem neuen Headcoach Antti Törmänen indes kaum verändert. Immer noch steht im Zentrum des Spiels des SCB das Verhindern von Toren. Das allerdings machen die Berner richtig stark. Sieben Siege aus den letzten acht Spielen und ein 4:1-Sieg im Zähringer-Derby sind der beste Beweis dafür.

«Die Berner haben einen sehr guten Match gezeigt, sie haben im Stile einer sehr guten Auswärtsmannschaft gespielt», sagte Freiburgs Trainer Hans Kossmann. Pavel Rosa unterstrich, welch schwierigen Stand die Freiburger Stürmer gehabt hätten. «Bern hat extrem defensiv gespielt. Sie standen meist zu viert an der blauen Linie, und wir hatten überhaupt keinen Platz zur Entfaltung.»

«Wir waren nicht bereit»

Gottéron hat den Bernern allerdings auch tüchtig dabei geholfen, mit einem Vorsprung im Rücken die gewohnte Kombination aus sicherer Defensive und überfallartigen Gegenangriffen aufziehen zu können. Und zwar indem die Freiburger zu fahrig in die Partie starteten und Bern so früh zu einem Zwei-Tore-Vorsprung kam. Nach nur 54 Sekunden liess Cristobal Huet bei einem Konter den Schuss des Düdingers Christoph Bertschy nach vorne abprallen. Den Nachschuss verwertete Martin Plüss. Kurz darauf kassierte Freiburg wegen eines Wechselfehlers auch noch eine dumme Strafe. Ryan Gardner nutzte dies aus und erzielte mit dem vierten Schuss aufs Freiburger Tor das 2:0. Gespielt waren nicht einmal vier Minuten. «Wir waren zu Beginn des Spiels nicht bereit und haben die Quittung dafür erhalten», so Kossman.

Tatsächlich waren die unterschiedlichen Herangehensweisen zu Beginn der Partie augenscheinlich. Denn bei den Bernern hat sich nach der Trainerentlassung zwar nicht die Spielweise geändert, dafür allerdings, nimmt man das Spiel gegen Freiburg als Massstab, die Art des Auftritts. Von Beginn weg waren die Berner aggressiv und aufsässig. Sämtliche Spieler zogen ihre Checks jeweils bis zum Schluss durch. Dass mit dem unermüdlichen Freiburger Tristan Scherwey ein Stürmer, der genau diesen Spielstil verkörpert, zum besten Spieler des SCB gewählt wurde, ist kein Zufall. Fast schon im Playoff-, zumindest aber im Derby-Modus kauften sie den Freiburgern früh den Schneid ab.

Wende im Mitteldrittel verpasst

Zwar besannen sich die Freiburger nach dem frühen Schock auf ihre Stärken, nahmen das Spiel in die Hand und verkürzten zu Beginn des Mitteldrittels durch Shawn Heins. «Danach hatten wir viele Chancen und hätten im zweiten Drittel eigentlich den Ausgleich schaffen müssen. Doch der Berner Goalie hat in dieser Phase gut gehalten», so Rosa. Tatsächlich zeigte Marco Bührer eine gute Partie, auch wenn er nur 18 Schüsse abwehren musste.

Darunter waren allerdings einige Grosschancen. Insbesondere der Sturm um Simon Gamache und Christian Dubé erspielte sich gute Möglichkeiten. Nutzen konnte das Duo, das in Sachen Skorerpunkte immer noch weit unter Wert liegt, allerdings keine davon. Im Gegenteil: Der Block stand in der 43. Minute beim entscheidenden 3:1 von Adrian Brunner auf dem Eis. Wieder war es ein Tor nach einem Abpraller, was zeigt, dass die Berner im Slot präsenter waren.

Dubé: Test nicht bestanden

Trotz der Niederlage, es war die zweite Auswärtsniederlage in Folge, steht Freiburg nach exakt der Hälfte der Qualifikation weiter auf dem ersten Rang. Kossmann hatte das Lächeln nach dem Spiel deshalb bald wiedergefunden. «Wir können nicht jedes Spiel gewinnen. Wir werden aus der Niederlage lernen.» Dass die Niederlage dem Team nicht schaden werde, glaubt auch Dubé. «Vielleicht haben einige im Team uns nach den vielen Siegen gleich wieder ein bisschen überschätzt. Wir haben zwar genügend Talent für Platz eins. Aber auf Dauer macht Talent eben noch nicht automatisch ein Spitzenteam aus.» Einen guten Test, ob Gottéron ein Spitzenteam ist, habe Freiburg in Bern jedenfalls nicht bestanden. «Es war eines unserer schlechtesten Saisonspiele.»

Gegen Ende des Spiels, als bei den Freiburgern plötzlich immer mehr Emotionen aufkamen und Gottéron gar für einige unnötige Nickligkeiten verantwortlich war, zeigten die Gäste jedenfalls, wie sehr sie die Niederlage gegen Bern wurmte. «Da war sicher Frust dabei. Man will ja auf keinen Fall verlieren. Erst recht nicht gegen Bern», so Rosa. Die Spieler dürften sich umso mehr auf das Heimspiel vom Freitag gegen Biel freuen. Dann bietet sich bereits die Chance zur Rehabilitierung.

Ryan Gardners 2:0 nach nicht einmal vier Minuten SpielzeitBild Keystone

Telegramm

Bern – Freiburg 4:1 (2:0, 0:1, 2:0)

17131 Zuschauer (ausverkauft). – SR Rochette, Huggenberger/Wüst.

Tore: 1. (0:54) Martin Plüss (Bertschy, Rüthemann) 1:0. 4. Gardner (Roche, Rüthemann/Ausschluss Hasani) 2:0. 21. Heins (Plüss) 2:1. 43. Brunner (Froidevaux, Roche) 3:1. 59. Froidevaux (Brunner) 4:1 (ins leere Tor).

Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Bern, 5-mal 2 Minuten gegen Freiburg.

Bern:Bührer; Roche, Furrer; Jobin, Hänni; Höhener, Beat Gerber; Morant; Dumont, Ritchie, Déruns; Bertschy, Plüss, Rüthemann; Vigier, Gardner, Pascal Berger; Neuenschwander, Froidevaux, Scherwey; Brunner.

Freiburg: Huet; Heins, Collenberg; Birbaum, Loeffel; Gerber, Barinka; Ngoy, Abplanalp; Gamache, Dubé, Hasani; Sprunger, Bykow, Plüss; Rosa, Lüssy, Knoepfli; Cadieux, Botter, Vauclair.

Bemerkungen: Bern ohne Kwiatkowski, Vermin, Lötscher und Reichert, Freiburg ohne Afanasenkow, Jeannin (alle verletzt) und Brügger (überzählig). Dumont verletzt ausgeschieden (48.). – Timeout Freiburg (58:30).

Die FN-Besten: Bührer, Heins.

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