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Konsi strebt die Schaffung eines Musikzentrums im Sensebezirk an

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Heute bietet das Konservatorium Freiburg in acht Sensler Gemeinden Musikkurse an: In Alterswil, Bösingen, Düdingen, Plaffeien Schmitten, St. Antoni, Tafers und Wünnewil-Flamatt. Dort können Schulkinder von der Blockflöte über das Klavier bis hin zur Geige verschiedene Instrumente erlernen. Nicht jedes Instrument in jedem Dorf, aber das Angebot ist ordentlich. Der Unterricht findet in der Regel in einem Schulzimmer statt, das die Gemeinde zur Verfügung stellt. Doch das soll sich nun ändern, und zwar insofern, als künftig eine der vier OS-Gemeinden zum regionalen Zentrum erkoren werden soll. Das bestätigt Konsi-Direktor Giancarlo Gerosa gegenüber den FN. Im vergangenen Frühling richtete das Konservatorium eine entsprechende Anfrage an die Region Sense. Seither jassen Plaffeien, Tafers und Düdingen aus, wer den Zuschlag erhalten soll.

Argument Bezirkshauptort

Amman Gaston Waeber sieht seine Gemeinde geradezu prädestiniert als Zentrum. «Tafers ist der Hauptort und liegt in der Mitte des Bezirks.» Er kann sich vorstellen, die Räume beim künftigen Schwimmbad einzurichten – sofern Tafers das Schwimmbad bauen kann – oder beim Asta-Platz, wo unter anderem der Bau eines Hauses der Begegnung ins Auge gefasst wird.

Joker Thaddäusheim

Am deutlichsten bringt Düdingens Amman Kuno Philipona das Interesse seiner Gemeinde zum Ausdruck: «Wir haben relativ viele Musikschüler und würden sehr gerne das Thaddäusheim zur Verfügung stellen.» Die Villa mit einer ehemaligen Kapelle eigne sich optimal für den Musikunterricht und kleine Konzerte. «Wir möchten so bald als möglich wissen, ob wir den Zuschlag bekommen, damit wir planen können.» Gemäss dem Präsidenten der Region Sense, Manfred Raemy, werden die Gemeinden im November das nächste Mal zusammenkommen und dann das weitere Vorgehen besprechen.

Wünnewil verzichtet

Die Gemeinde Wünnewil-Flamatt hat entschieden, auf eine Bewerbung zu verzichten, wie Amman Andreas Freiburghaus den FN sagte. «Wir haben keinen Platz, um Räume fürs Konsi zu bauen und liegen geografisch nicht optimal, um als Zentrum zu fungieren.» Gleichwohl möchten sie ein Satellit bleiben.

Vier gleichwertige Satelliten?

Denn die angefragten Gemeinden stellten sehr bald klar, dass sie sich nicht gegen die Schaffung eines Zentrums stellen werden, aber auf zusätzliche Aussenstellen bestehen. So hat Plaffeien zwar ein Interesse, das Sensler Zen­trum der Musikschule zu beherbergen, sagt Ammann Otto Lötscher, aber: «Wir würden grundsätzlich vier gleichwertige Satellitenstationen bevorzugen.» Man rede immer vom hohen Verkehrsaufkommen. Wenn fortan die Musik aber vor allem in einem Zentrum spiele, werde dieses noch verstärkt.

Derweil warten die Gemeinden Alterswil, Bösingen Schmitten und St. Antoni mehr oder weniger ab, zu welchem Ergebnis die OS-Gemeinden kommen und wohin das Prozedere führen wird. «Wir sind da sehr neutral», sagt Louis Casali, Ammann von Bösingen. «Wichtig wäre einfach, dass das Zentrum mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar ist.»

Aussenstellen bleiben

Gemäss Konsi-Direktor Giancarlo Gerosa ist das Ziel der Restrukturierung: «Wenige Zen­tren, dafür aber mit einem hohen Entwicklungspotenzial für das Kulturleben in den Bezirken, zu schaffen.» Die aktuell acht Standorte im Sensebezirk würden weiter bestehen bleiben. «Die Klavierklasse von Schmitten wird weitergeführt», sagt Gerosa. Bedingung für die Weiterführung der Aussenstellen sei indes eine Nachfrage von mindestens drei Unterrichtsstunden pro Unterrichtsfach.

Klar ist aber auch, dass das neue Zentrum ausgelastet sein muss.

Neues Angebot

Darum und im Sinne eines eigentlichen Kulturzentrums sollen neue Angebote geschaffen werden. «Wir wollen Gruppenunterricht anbieten, wie Ensembles, Kammermusik und Theoriefächer, und zusätzliche Unterrichtsfächer für den Einzelunterricht, die momentan nicht angeboten werden», sagt Gerosa. «Wir werden die Anzahl und Art der Räumlichkeiten den Bedürfnissen und dem Entwicklungspotenzial entsprechend bestimmen.»

Der Chef des Kulturamts, Philippe Trinchan, stellt klar, dass es grundsätzlich nur ein Zentrum und nicht vier gleichwertige Satelliten geben kann. Ihm sei jedoch auch bewusst, dass der Sensebezirk aufgrund seiner Geografie weniger auf einen Zentrumsort ausgerichtet ist. «Darum werden wir nicht dogmatisch, sondern pragmatisch handeln. Das Ganze ist ein Prozess.»

Kein Leistungsabbau

Zudem sei es möglich, dass einzelne Instrumente weiterhin in den Dörfern unterrichtet werden, so Trinchan. Dabei hebt er hervor, dass es nicht um einen Leistungsabbau gehe. «Die Nähe zu den Schülerinnen und Schülern bleibt wichtig.» Die Schaffung eines Zentrums werde aber insofern einen Einfluss auf die Aussenstellen haben, als dort gewisse Leistungen nicht mehr ausgebaut würden, weil der finanzielle Aufwand zur Aufrechterhaltung der Qualität zu hoch wäre. «In einem Zentrum dagegen kann diese Qualität gewährleistet werden. Es fördert die Stimulation der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrpersonen.»

«Das Ziel sind wenige Zentren, dafür aber mit einem hohen Entwicklungspotenzial für das Kulturleben in den Bezirken.»

Ginacarlo Gerosa

Direktor des Konservatoriums

«Die Nähe der Musikschule zu den Schülerinnen und Schülern bleibt wichtig.»

Philippe Trinchan

Vorsteher des Amts für Kultur

«Wir würden grundsätzlich vier gleichwertige Satellitenstationen bevorzugen.»

Otto Lötscher

Ammann von Plaffeien

Pläne

In Romont kommt das Zentrum ins Schwimmbad

Die dezentrale Struktur des Konservatoriums Freiburg mit verschiedenen Musikschulen in den Bezirken hat Tradition. 1991 legte das Gesetz über die kulturellen Institutionen des Staates das Prinzip der dezentralen Organisation fest. Ziel war es, ein möglichst niederschwelliges Angebot zu schaffen, damit alle Kinder die Chance haben, möglichst unkompliziert am ausserschulischen Musikunterricht teilnehmen zu können. Häufiges und kompliziertes Reisen sollte Eltern und Schülern erspart werden. Der Grundsatz hat aber auch mit der Art der Finanzierung des Konservatoriums zu tun. Die Lasten tragen zu 51 Prozent der Kanton und zu 49 Prozent die Gemeinden.

Von 60 auf 40 reduziert

In der Folge entstanden über 60 Zweigstellen, bis ein grossrätliches Postulat aus dem Jahr 2006 die Wende brachte. Heute gibt es im ganzen Kanton noch 40 Standorte, die 13 Standorte im Sensebezirk wurden auf acht reduziert. Der Staatsrat begründete damals das Vorgehen in seiner Antwort auf das Postulat mit dem Argument, dass die Dezentralisierung an ihre Grenzen stosse: Die Kräfte würden bei einer so grossen Anzahl Unterrichtsorte verzettelt, die zur Verfügung gestellten Infrastrukturen würden von Ort zu Ort stark variieren, und bei der Erstellung der Stundenpläne komme es zu unüberwindbaren Problemen, nicht zuletzt, weil die Schulzimmer nicht jederzeit zur Verfügung stehen.

Prozess geriet 2013 ins Stocken

Der Staatsrat schlug darum den schrittweisen Aufbau von regionalen Zentren des Konservatoriums vor, die den Orientierungsschulen angekoppelt sind. Ausser im Greyerzbezirk, wo es nur noch eine zentrale Musikschule in Bulle gibt, passierte bisher allerdings wenig. Grund war unter anderem das 2013 beschlossene kantonale Sparpaket.

Doch nun kommt wieder Bewegung in die Sache, wie Konsi-Direktor Giancarlo Gerosa gegenüber den Freiburger Nachrichten bestätigte. So wird im Glanebezirk neu Romont zum Musikzentrum. Dort werden im neuen Schul- und Sportkomplex mit Schwimmbad exklusiv auch Räume fürs Konservatorium entstehen. 2020 sind sie bezugsbereit. Im Broyebezirk soll das Zentrum bis im Jahr 2022/23 im Institut du Sacré-Coeur von Estavayer-le-Lac eingerichtet werden. Im See- und im Vivisbachbezirk sind gemäss Gerosa verschiedene Projekte geprüft worden, keines sei indes spruchreif.

rsa

 

 

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