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Kraft, Technik und keine Unterhosen

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Kraft, Technik und keine Unterhosen

Daniel Bächler entthront – Neuer Highland-Games-Schweizermeister ist Peter Michel aus Interlaken

Die Männer stärker, das Publikum zahlreicher und die Dudelsäcke lauter. Mit der dritten Ausgabe der Highland Games Schweizermeisterschaften in St. Ursen stösst der Anlass in neue Dimensionen vor. Der Titel ging an den Interlakner Peter Michel.

Von MATTHIAS FASEL

Baumstämme, die durch die Luft fliegen, Dudelsack-Spieler in karierten Röcken und Männer, die schreiend Steine herumschleudern. Das ist es, was Freunde der schottischen Tradition sehen wollen. Und das Potenzial scheint schier unerschöpflich. Über 6000 Zuschauer verfolgten am Samstag und Sonntag in St. Ursen die Highland-Games. Das sind doppelt so viele wie im vergangenen Jahr und zwölf Mal so viele wie bei der Erstausgabe vor zwei Jahren. Der Anlass hat inzwischen eine derartige Grösse erreicht, dass die Organisatoren den Standort für die nächste Austragung überdenken werden. An der Ausscheidung vom Samstag hatten 35 Athleten teilgenommen – zwölf haben sich für das Finale vom Sonntag qualifiziert.

Der Dominator ist entthront

Bei der zunehmenden Popularität ist es nicht verwunderlich, dass sich auch die sportlichen Leistungen von Jahr zu Jahr deutlich verbessern. Obwohl sich Daniel Bächler, Sieger der vergangenen beiden Jahre, in zwei von drei Disziplinen steigerte, schaffte er es nur auf Rang drei. Zu stark war der Interlakener Peter Michel. Der 1,97-Meter-Hüne warf den 15,9 Kilogramm schweren Stein über acht Meter weit, schleuderte das 25,4 Kilogramm schwere Gewicht vier Meter hoch und schaffte es auch, den Baumstamm so zu werfen, dass sich dieser überschlug. Dass er die schottische Tradition ernst nimmt, bewies er bei der Preisübergabe. Vor den Augen des britischen Botschafters zeigte er dem Publikum deutlich, was er (nicht) unter seinem Kilt trug. «Es war schön zwei Tage lang ein wenig abschalten zu können», sagte Michel bei der Siegerehrung. Noch vor wenigen Tagen standen seine Schreinerei und der Keller seines Hauses in Interlaken völlig unter Wasser.

Den zweiten Platz belegte Markus Maire aus Plaffeien. Genau wie der Sieger nahm auch er zum ersten Mal an den Highland-Games teil. Beide konzentrieren sich sonst ganz aufs Steinstossen.

Für Samstag war erstmals ein Show-Wettkampf für Frauen geplant. Von einem Wettkampf konnte dann allerdings kaum die Rede sein. Zu ungefährdet war der Sieg von Nancy Wagner. Schliesslich war sie die einzige Teilnehmerin. Ihre Kontrahentin hatte sich kurz vor Beginn der Spiele verletzt. «Wir wollen noch mehr Frauen zum Mitmachen motivieren», erklärte Stefan Piller, Medienverantworlticher der Highlandgames. Um den starken Frauen die Angst ein wenig zu nehmen, muss erwähnt werden, dass die Wettkampfgeräte leichter sind als die der männlichen Kollegen.

Wie man sich Schottland vorstellt

Auch abseits der Sportwettkämpfe fehlte nichts, was allgemein mit Schottland assoziiert wird. 43 Dudelsack- und Trommelspieler liessen sich am Samstag solo oder am Sonntag in Formationen von einer eigens aus Schottland eingeflogenen Jury beurteilen. Da der Anlass auch Volksfest-Charakter hat, durften auch der Whisky und das Guinness-Bier nicht fehlen. Die Schweizer sind ganz offensichtlich angetan von der schottischen Tradition. Bleibt einzig die Frage, wann in Schottland die erste Schwing- und Schwyzerörgeli-Veranstaltung stattfindet.

St. Ursen. Highland-Games, Schweizer Meisterschaft: 1. Michel Peter (Interlaken) 1335 Punkte; 2. Markus Maire (Plaffeien) 1309; 3. Daniel Bächler (Zumholz) 1276,5; 4. Ivo Hayoz (Jetschwil) 1251; 5. Christoph Stritt (Freiburg) 1230; 6. Daniel Schmocker (Thierachern) 1112,5; 7. Roland Stählin (Lachen) 795 8. François Baeriswyl (Hägendorf) 655,5 9. Marc Bertschy (Essert) 641 10. Urs Gloor (Büren a. A.) 607 11. Fred Weber (Schwarzenburg) 590 12. Alexander Rippl (Wangenried) 303.

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