Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Landwirte und Umwelt profitieren

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Landwirte und Umwelt profitieren

Nachhaltige landwirtschaftliche Produktion und Einhaltung der Tierschutzbestimmungen

Adrian Schneider, Ing. HTL und Meisterlandwirt in Misery, ist seit einem Jahr Präsident der Kontrollkommission der «Fipo». Diese Vereinigung der umweltgerecht und tierfreundlich produzierenden Landwirten wurde vor zehn Jahren gegründet.

Mit ADRIAN SCHNEIDER
sprach JOSEF JUNGO

Was sind die Aufgaben der Kontrolleure bzw. der Kontrollkommission?

Die Kontrollkommission:
l genehmigt die Unterlagen, die den Landwirten, die ein Gesuch für Integrierte Produktion mit ökologischem Leistungsnachweis (ÖLN) stellen, im Spätsommer zugestellt werden;
l genehmigt das Kontrollprogramm und die Kontrolldokumente;
l prüft die zweifelhaften Kontrollrapporte und veranlasst wenn nötig weitere Betriebskontrollen;
l übermittelt die Kontrollergebnisse dem Amt für Landwirtschaft.

Die 32 Kontrolleure besuchen die auserwählten Betriebe und kontrollieren die vorgegebenen Bereiche wie die Bodenbedeckung im Herbst, das Raus- und das BTS-Programm im Februar, März oder den ÖLN im Frühsommer bzw. Sommer.

Wie viele Kontrollen werden auf den 3170 Betrieben durchgeführt?

Im Jahre 2004 wurden von den 3170 ÖLN-Landwirtschaftsbetrieben 1145 kontrolliert. 101 Betriebe wiesen Mängel auf. Im Winter 2003/2004 wurden 55 bis 60 Prozent der BTS-/Raus-Betriebe besucht.

Werden auch Kontrollen für Labelproduktion durchgeführt?

Die Kontrollen der verschiedenen Labels werden mit den offiziellen Kontrollen (ÖLN, BTS/Raus) koordiniert. Die Label im Bereich Tierhaltung werden gleichzeitig mit den BTS/Raus und Tierschutzkontrollen im Winter und die Labels im Bereich des Pflanzenbaus mit den ÖLN-Kontrollen im Sommer durchgeführt.

Die Labelkontrollen im Jahre 2004: IPSuisse Getreide 413, IPSuisse Raps 14, IPSuisse Kartoffeln 29, IPSuisse Fleisch 144, M7 51, QM Schweizer Fleisch 537.

Die Frage der Optimierung und Rationalisierung der Kontrollen taucht an den Versammlungen immer wieder auf. Lassen sich die verschiedenen Kontrollen reduzieren oder wird dadurch die Glaubwürdigkeit in Frage gestellt?

Da verschiedene Bereiche zu verschiedenen Jahreszeiten kontrolliert werden müssen, arbeiten wir so rational wie möglich. Eine Raus-Kontrolle sollte nicht im Juni durchgeführt werden, so wie eine IPSuisse-Getreide-Kontrolle nicht im Februar stattfinden kann. Laut Richtlinien des Bundesamts für Landwirtschaft müssen neue Betriebe und Betriebe mit Beanstandungen kontrolliert werden. Zusätzlich sind pro Jahr 30 Prozent der Betriebe zu kontrollieren.

Wo gibt es am meisten Probleme?

Die meisten Mängel werden bei unvollständigen oder fehlenden Aufzeichnungen wie ÖLN-Dossier, Feldkalender, Suisse Bilanz, Parzellenpläne usw. konstatiert. Vielfach sind es Nebenerwerbsbetriebe, die uns solche Dossiers präsentieren. Im Bereich Tierschutz treten ebenfalls Mängel auf (im Jahre 2004 war dies bei 11,6 Prozent der besuchten Betriebe der Fall).

Welche Folgerungen ziehen Sie aus dem Kontrolljahr 2004?

Die freiburgische Landwirtschaft hat sich sehr gut auf die Situation der Integrierten Produktion mit ökologischem Leistungsnachweis eingestellt. Die Anzahl Beanstandungen war mit neun Prozent gegenüber dem Vorjahr etwa gleich geblieben. Die jährlichen Änderungen vom Bundesamt für Landwirtschaft, so zum Beispiel der Bodenschutzindex, der sich gut etabliert hat, wurde auf das Anbaujahr 2004/2005 total geändert, leider zuungunsten der Natur, angeblich zur Vereinfachung der Verwaltung. Auch werden Anstrengungen für Labels nach zwei bis drei Jahren zu Standards und die Grossverteiler lancieren immer neue und strengere Richtlinien, um so ihren Marktanteil zu erhöhen.

Was passiert mit Dossiers von Betrieben, wo im Bereich ÖLN oder Tierschutz Beanstandungen angebracht werden müssen?

Diese Dossiers werden mit unsern Bemerkungen, die abgestimmt sind auf das Sanktionsschema, an das Landwirtschaftsamt und an das Veterinäramt in Freiburg weitergeleitet. Das Sanktionsschema sieht finanzielle Abzüge ab zehn Strafpunkten vor.

Wer befindet letztlich darüber und welches sind die Konsequenzen?

Entscheidungen über Kürzung der Direktzahlungen trifft das Landwirtschaftsamt. Sie werden nach dem Sanktionsschema nach einem Punktesystem vorgenommen.
Ökologische
Leistungen

Damit Landwirte Direktzahlungen erhalten, haben sie ökologische Leistungen zu erbringen. Als solche gelten:
l Regelmässiger Auslauf der Tiere (Raus)
l Besonders tierfreundliche Stallsysteme (BTS)
l Sieben Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche als sog. Ausgleichsflächen
l Vernetzung von zusätzlichen Ausgleichsflächen laut Öko-Qualitätsverordnung (ÖQV)
l QM Schweizer Fleisch
l Verschiedene Labelanforderungen

Kontrollen kosten weniger

Die 2000 Mitglieder zählende «Freiburger Vereinigung der umwelt- und tiergerecht produzierenden Landwirte» (Fipo) hat am Mittwoch ihre 11. Hauptversammlung abgehalten. Nachdem die Produzenten-Organisation, die ein Mandat des Landwirtschaftsdepartementes hat und als Kontrollorgan akkreditiert ist, mit erhöhten Beiträgen das Betriebskapital aufstocken konnte, können für die Mitglieder die durchschnittlichen Kontrollgebühren von 160 Fr. um 40 Fr. reduziert werden. Die Gebühren für die Labelkontrollen werden leicht erhöht. Die von Geschäftsführer Heinrich Moser an der Generalversammlung in Düdingen präsentierte Rechnung schliesst mit einem Überschuss von 143 000 Fr. ab.

Pro verdienten Franken im Kanton Freiburg stammen 19 Rappen von Landwirtschaft und nachgelagerten Sektoren, erklärte Landwirtschaftsdirektor Pascal Corminboeuf. Er übte Kritik an der bundesrätlichen Agrarpolitik, welche einem 50-km-Marathonlauf gleiche, wo man den Läufern bei Kilometer 49 sage, dass die zurückzulegende Strecke noch zehn Kilometer betrage. Es scheine, dass Bundesrätin Micheline Calmy-Rey bald das einzige Bundesratsmitglied sei, welche die Strukturprobleme der Landwirtschaft erkenne.

Der Präsident des Freiburgischen Bauernverbandes, Josef Fasel, kritisierte die von den Schlachtbetrieben für Kühe erhobene Entsorgungsgebühr von 25 Fr. Die Direktzahlungen an die Freiburger Landwirte betrugen im vergangenen Jahr 113 Millionen Franken. ju

Mehr zum Thema