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Last-Minute-Niederlage für Gottéron

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Jahrelang ging es in den Zähringer-Derbys um Spitzenränge oder gar um Meistertitel. Ein Derby Erster gegen Letzter, an dies konnten sich gestern selbst die älteren Jahrgänge nicht mehr erinnern. Auf dem Eis war dann der Unterschied zwischen den Teams keineswegs so gross wie in der Tabelle, trotzdem setzte sich am Ende der Favorit auch mit einer gewissen Portion Glück doch noch durch. Ausgerechnet Marko Arcobello, der ein paar Minuten davor mit einem Penalty an HCF-Keeper Denis Saikkonen gescheitert war, traf. Davor hatten sich die alten Rivalen ein ziemlich ausgeglichenes Spiel ohne allzu grossen Emotionen geliefert. Vielleicht hatte der SCB seinen kämpferischen Gegner auch etwas unterschätzt, als es am Ende um die Punkte ging, hatten die Mutzen dann eben doch etwas mehr spielerisches Gewicht in die Waagschale zu werfen.

Nicht ganz unerwartet nahm Gottéron-Trainer Larry Huras für dieses letzte Spiel vor der Weihnachtspause nochmals einen Keeperwechsel vor. Der junge Saikkonen hatte wie sein Gegenüber Leonard Genoni gute und weniger gute Momente, an der erneuten Niederlage war er aber sicher nicht schuld. Dass dieser Match bis in die Schlussminute auf des Messer Schneide stand, war vorab einem guten und kecken Auftritt der Gäste zuzuschreiben, denen der Führungstreffer von Benjamin Neukom (12.) entgegenkam. Mit einem Doppelschlag konnten die Berner bis Spielmitte den Match wieder kehren, ehe Verteidiger Larri Leeger kurz vor dem zweiten Seitenwechsel seine Mannschaft wieder auf 2:2 heranbrachte. Das beste und torreichste Drittel sahen die Fans in den letzten 20 Minuten, wo man beidseitig punkto Einsatz einen Zacken zulegte. In doppelter Überzahl konnte Martin Plüss (39.) den SCB 13 Minuten vor Schluss 3:2 in Führung bringen. Die Freiburger liessen jedoch auch in dieser schwierigen Situation mit einigen umstrittenen Strafen den Kopf nicht hängen, und Andrei Bykow glich sieben Minuten vor Schluss nochmals aus. In der Schlussphase stand der Gast dem Siegestor sogar näher, liess sich dann aber von einem schnellen Konter der Bundesstädter doch noch übertölpeln. Auch diesem Tor war ein vermeidbarer Verteidigerfehler vorausgegangen.

Wenig Lohn für eine gute Leistung

Wie schon gegen Zürich wurden die Drachen auch in Bern für eine ziemlich gute Leistung am Ende schlecht bezahlt. Wie meistens im Sport steht in solchen engen Spielen den Spitzenklubs in der Entscheidung eben auch das Glück zur Seite; leistungsmässig wäre dieser schnellen und guten Partie eine Punkteteilung gut angestanden, aber dies gibt es im Gegensatz zum Fussball leider nicht. Ob diese vermeidbare Niederlage Gottéron nun Mut für die nächsten Spiele geben wird, oder ob die Moral nochmals einen weiteren Knacks erhält, wird der Januar zeigen müssen. Vom Tabellenführer seinerseits hätte man etwas mehr erwartet. Vorab die Abwehr inklusive Goalie Genoni zogen einen durchzogenen Abend ein, trotzdem reichte es am Ende für drei Zähler, die auch Gottéron in seiner momentanen Lage gut hätte gebrauchen können. Die Freiburger gehen jetzt als Tabellenletzte in die Pause. Spielt einmal die Abwehr einigermassen solid wie gestern, gelingen vorne einfach zu wenig Tore; nur vier Treffer in zwei Spielen reichen selten zu Punkten. Offensichtlich fehlen im Team auch Leaderfiguren und Spieler, die Mal etwas über die Stränge hauen. Einzig Chris Rivera wehrte sich wenigstens gegen die Benachteiligungen seiner Mannschaft, wurde dafür frühzeitig unter die Dusche geschickt und erhält dafür wohl noch eine Sperre.

Eine Dreier-Meisterschaft unter dem Strich

Noch sind in der NLA 17 Qualifikationsrunden zu absolvieren und vieles ist möglich, aber an Weihnachten machen die Klubs trotzdem jeweils eine erste Saisonbilanz. Vieles deutet im Moment darauf hin, dass das Trio Langnau/Gottéron/Ambri ab sofort eine eigene Meisterschaft unter sich bestreiten wird, mit dem Ziel, Ende der Relegationsrunde Platz 10 zu holen, der dann den Ligaerhalt bedeuten würde. Auf dem Papier und in den bisherigen Spielen konnte sich keines der drei Teams entscheidend absetzen.

Vorweg wird es also auch für die Freiburger in diesen noch ausstehenden Direktbegegnungen darum gehen, sich durchzusetzen. Punkte gegen Teams oberhalb des Playoff-Strichs sind wohl reine Zugabe. Rein leistungsmässig ist auch der zuletzt schwächelnde EHC Kloten sicher noch nicht aus dem Schneider, aber die Zürcher Unterländer gehen immerhin mit einem schönen Vorsprung in die Endphase der Qualifikation. Entscheidend in diesem hektischen Abstiegskampf wird auch die mentale Komponente sein, hier könnten Ambri und die SCL Tigers einen leichten Vorteil haben, wussten sie doch schon zu Beginn der Saison, dass es für sie hart Zeiten geben könnte. Dies ganz im Gegenteil zu den Drachen, wo die Klubverantwortlichen die Substanz ihrer Mannschaft vor Saisonbeginn komplett falsch einschätzten. Dass die Huras-Truppe trotz der miesen Rangierung praktisch in jedem Match an ihre Limiten geht, haben die drei Spiele in dieser Woche ja gezeigt. Leider stimmt bei den Saanestädtern seit Wochen Aufwand und Ertrag in keiner Weise überein. Dies wird auch in Zukunft das grösste Problem des Trainers bleiben.

Telegramm

Bern – Gottéron 4:3 (1:1, 1:1, 2:1)

17 031 Zuschauer (ausverkauft). – SR Prugger/Wiegand, Borga/Castelli. Tore: 12. Neukom (Mauldin) 0:1. 20. (19:26) Lasch (Ebbett) 1:1. 29. Reichert (Kamerzin, Berger) 2:1. 38. Leeger (Rathgeb, Schmutz) 2:2. 47. Plüss (Lasch, Bodenmann/Ausschlüsse Rathgeb, Abplanalp) 3:2. 53. Bykow (Mottet, Sprunger) 3:3. 60. (59:10) Arcobello (Moser, Noreau) 4:3. Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Bern, 5-mal 2 plus 2-mal 10 Minuten (Rathgeb, Rivera) plus Spieldauer (Rivera) gegen Gottéron.

SC Bern: Genoni; Andersson, Untersander; Noreau, Gerber; Jobin, Krueger; Kamerzin; Lasch, Ebbett, Bodenmann; Rüfenacht, Arcobello, Moser; Hischier, Plüss, Scherwey; Berger, Reichert, Müller; Ran degger.

Freiburg-Gottéron: Saikkonen; Stalder, Leeger; Rathgeb, Picard; Kienzle, Abplanalp; Chavaillaz; Fritsche, Rivera, Neuenschwander; Mauldin, Cervenka, Birner; Sprunger, Bykow, Mottet; Steiner, Schmutz, Neukom; Chiquet.

Bemerkungen: Bern ohne Macenauer (überzähliger Ausländer) und Blum. Gottéron ohne Ritola, Loichat, Schilt, Maret (alle verletzt) und Marchon (U20-Nati). – 25. Tor von Abplanalp aberkannt (Torhüterbehinderung). – 27. Lattenschuss Mottet. – 53. Saikkonen hält Penalty von Arcobello. – Timeout Bern (60.). – Got­téron von 59:25 bis 60:00 ohne Goalie.

Die FN-Besten: Lasch, Bykow.

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