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Leuchtende Perlen

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Untertitel: Collegium Vocale Seeland in Bösingen

Das Collegium Vocale (früher Lehrergesangverein Murten-Erlach-Laupen) unter der Leitung von Bernhard Pfammatter wählte den nicht geringen Weg eines reinen A-cappella-Konzertes. Der musikalische Erfolg war ihm sicher, weil Pfammatter als versierter Kenner der Chormusik den Zuhörern eine Perlenkette hervorragender Chorwerke präsentierte. Das Spektrum reichte vom 16. bis 20. Jahrhundert und umfasste Werke ganz berühmter Kirchenmusiker von Hammerschmitt bis Kodaly. Es fällt dabei schwer, einzelne Werke besonders hervorzuheben, denn Perlen leuchten bekanntlich alle.

Mit Zoltan Kodalys «Veni Immanuel» gelang der Einstieg hervorragend. Das choraliter beginnende Werk steigert sich zu einem prächtigen fünfstimmigen Gefüge, um dann wieder in Ruhe abzuklingen. Pfammatter scheute sich nicht, auch eine lateinische Messe des Wiener Musiktheoretikers und Komponisten J. G. Albrechtsberger ins Programm aufzunehmen. Von seinen zahlreichen Werken (über 20 Messen) sind ja bekanntlich nur wenige im Druck erschienen. Die Messe zur Adventszeit (ohne Gloria) in F-Dur scheint eines dieser Werke zu sein. Überzeugend wirkte dabei – sowohl in kompositorischer als auch in gesanglicher Hinsicht – das Agnus Dei, zweifellos der wertvollste Teil dieser interessanten Messe.
Heinrich Schütz‘ Psalm 116 und Palestrinas «O magnum mysterium» waren, wenn schon von Höhepunkten die Rede sein soll, die etwas grösseren Perlen in der Mitte der Kette. Während beim Meister der Polyphonie, Palestrina, die Musik doch eher gleichmässig und rhythmisch gedrosselt daherkommt, purzeln bei Schütz die einzelnen Teile eines Werks in überraschenden rhythmischen und tonalen Varianten daher. Schütz hat von seiner Musik selber gesagt, dass sie «gar ausschweifig, tänzerisch und am wenigsten andächtig» sei. Schütz ist es gelungen, den von Gabrieli, seinem langjährigen Lehrer, übernommenen italienischen, konzertierenden Stil mit der eher schwerfälligen deutschen Sprache zu verschmelzen und so einen ganz eigenen «modernen» Musik- und Interpreationsstil zu entwickeln. Ein grosses Lob an den Chor für die orginalgetreue und überzeugende Darbietung dieser Werke, wobei man nie oder nur ganz selten den Eindruck hatte, dass er an die Grenze der Leistungsfähigkeit stiess.
Der Chor ehrte mit zwei Werken den Komponisten Hugo Distler, der mit seiner «entarteten Musik» 1942 dem Druck des Hitlerregimes wich, indem er den Freitod wählte.
Der Organist Jörg Ulrich Busch interpretierte vier Choralbearbeitungen des bekannten Adventsliedes «Nun komm der Heiden Heiland» von Johann Sebastian Bach. Wie ein roter Faden zog sich dieses herrliche Thema durch den gelungenen Konzertabend hindurch. Busch schöpfte dabei die Möglichkeiten der Orgel dank kontrastreicher Registrierung voll aus und konnte so Akzente setzen.

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