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«Lieber fusionieren wollen als müssen»

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Am 19. Mai stimmen die Bürgerinnen und Bürger von Alterswil, St. Antoni und Tafers über eine mögliche Fusion ab. Kommende Woche finden Informationsveranstaltungen statt (siehe Kasten rechts), an denen sich die Ammänner Hubert Schibli (CVP) aus Alterswil, Ernst Leiser (FDP) aus St. Antoni und Gaston Waeber (SVP) aus Tafers kritischen Fragen stellen. Im Vorfeld taten die drei das bereits mit den  FN.

 

Ernst Leiser, Hubert Schibli, Gaston Waeber: Was bringt die Fusion ihrer drei Gemeinden den Bürgern?

Hubert Schibli: Die Gemeinden müssen sich langfristig professionalisieren, das Milizsystem kommt an seine Grenzen. Mit einer Fusion werden wir in der Lage sein, die Einwohnerinnen und Einwohner noch kompetenter zu beraten.

Ernst Leiser: Kleinere Gemeinden können die an sie gestellten Anforderungen kaum mehr bewältigen. Bei der Umsetzung des kantonalen Richtplans etwa kommen kleine Gemeinden kaum mit. Bereits jetzt arbeiten wir ja in diversen Bereichen gemeindeübergreifend zusammen.

Gaston Waeber: Genau, zum Beispiel in der Jugendarbeit. Nach der Fusion können wir mehr bewegen als nur in einzelnen Teilbereichen. Zudem wird ein fusioniertes Tafers als zweitgrösste Gemeinde des Sensebezirks mehr Gewicht gegenüber dem Kanton erhalten.

Ist die Fusion absolut notwendig?

Leiser: Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir noch nicht fusionieren müssen, sondern können. Wir wollen lieber, als dass wir müssen.

Waeber: Wir sind drei gesunde Gemeinden mit unterschiedlichen Stärken. Eine Fusion auf dieser Basis ist besser, als wenn einer kränkelt. Wir sollten nicht erst zusammenarbeiten, wenn es uns nicht mehr gut geht.

Was sind denn die Stärken der drei Gemeinden?

Waeber: Tafers hat eine gute Infrastruktur, die auf dem neusten Stand ist.

Leiser: St. Antoni verfügt noch über erschlossenes Bauland, was zunehmend rar wird.

Schibli: Alterswil ist finanziell noch gut aufgestellt, und wir haben ein starkes Kleingewerbe.

Was kann die Fusion nicht leisten?

Waeber: Es geht nicht ums Sparen. Wir wollen die Qualität der Dienstleistungen erhöhen, das braucht eine bessere Infrastruktur und das kostet. Es kann am Anfang eine Schwäche sein, Grosses zusammenzubringen. Aber langfristig wird sich das auszahlen. Denn die Anforderungen der Bürger an eine Gemeinde steigen.

Alles wird grösser, es gibt mehr Infrastruktur: Wird durch die Fusion nicht alles komplizierter?

Leiser: Ich denke nicht. Gewisse Dinge wie Amtsgeschäfte sind im Ablauf ja vorgegeben, da kommt es nicht drauf an, wo sie ausgeführt werden.

Schibli: Vieles und in Zukunft immer mehr läuft übers Internet. Zudem können Krankheits- oder Ferienabwesenheiten in einer grösseren Gemeinde viel besser kompensiert werden. In jedem Ressort wird künftig jemand erreichbar sein, was bei kleineren Gemeinden nicht immer sichergestellt werden kann.

In den drei Gemeinden stehen verschiedene Investitionen an, zum Beispiel das neue Mehrzweckgebäude in Alterswil. Für Alterswil und St. Antoni sinkt der Steuerfuss aber, wenn die Fusion angenommen wird. Kann die neue Gemeinde die Investitionen bewältigen?

Leiser: Wir haben den Steuerfuss berechnet aufgrund der Investitionspläne für die nächsten drei Jahre, und es geht auf. Später werden andere Leute das Ruder übernehmen; je nach der von ihnen gewählten Strategie kann dann eine Steuererhöhung nicht ausgeschlossen werden.

Schibli: Es reicht, inklusive der neuen Turnhalle.

Waeber: Und die Turnhalle bringt ja nicht nur den Alterswilern etwas, sondern der ganzen Region. Die neue Gemeinde kann die Investitionen verkraften, ja, sie braucht sie. Die Bürger zahlen Steuern und erwarten etwas dafür.

Rund 7000 Einwohner wird die neue Gemeinde haben. Drängt sich bei dieser Grösse ein Generalrat auf wie in Düdingen oder Wünnewil-Flamatt?

Waeber: Es ist tatsächlich vorgesehen, dass der neue Gemeinderat sich Gedanken darüber macht. Eine Gemeindeversammlung bei dieser Einwohnerzahl ist nicht mehr wirklich repräsentativ. Das wäre aber ein späterer Schritt.

Man munkelt von alten Feindschaften zwischen den drei Orten. Wird die Fusion diese überbrücken können?

Leiser: Ich glaube nicht, dass es viele Feindschaften gibt. Man kennt sich, die Kinder aus St. Antoni und Alterswil besuchen in Tafers die OS.

Waeber: Zudem sind viele Leute aus den drei Orten in den gleichen Vereinen. Gerade für die Jüngeren ist das Zusammenleben selbstverständlich.

Schibli: Ich glaube, die Situation ist bei dieser Fusion relativ ausgeglichen: Alterswil und St. Antoni sind bevölkerungsmässig gleich gross, Tafers als Hauptort ist etwas grösser. Die Verhältnisse sind anders als bei der Fusion im Oberland, wo ganz kleine Gemeinden mit einer viel grösseren Gemeinde fusionierten.

Gibt es denn unterschiedliche Mentalitäten?

Waeber: In Tafers sagt man ja sogar, dass es Unterschiede zwischen den Quartieren gibt. Gleichzeitig höre ich ständig Sprüche wie «typisch Sensler». Jeder ist doch ein bisschen speziell.

Schibli: Und diese Vielfalt ist doch gut.

Leiser: Die Gemeindegrenzen verlaufen ja bereits jetzt teils willkürlich. Ich bin der Ammann von St. Antoni, bin von meinem Wohnort aus aber schneller in Alterswil als im Dorf St. Antoni.

Waeber: Die Bürger der neuen Gemeinde sollen sich im Dorfzentrum von Tafers genauso wohl fühlen wie am Sodbach. In einer Generation wird niemand mehr die alten Grenzen kennen.

Wie reagiert die Bevölkerung auf die Fusionspläne?

Leiser: Das ist momentan schwer abschätzbar, und das macht mir etwas zu schaffen. Ich höre wenig negative Stimmen, aber auch wenig positive. Die Leute schweigen.

Ist es möglich, dass Sie mit Ihren Fusionsplänen an der Bevölkerung vorbeidiskutieren?

Schibli: Ja, das ist schon möglich. Ich glaube, die Jungen sind eher bereit für die Fusion als die Älteren. Die Älteren sagen sich, es geht uns ja gut, und wir haben keine Probleme, Leute für den Gemeinderat zu finden. Aber diese Generation kommt jetzt ins Pensionsalter. Wir haben bereits Probleme, Vorstandsmitglieder für Vereine zu finden. Die Gesellschaftsstrukturen ändern sich.

Waeber: Es herrscht tatsächlich eine gewisse Gleichgültigkeit, so lange alles gut geht. Aber wir sollten vorausdenken. Die Taferser Bevölkerung hat bereits einmal in einer Abstimmung Ja gesagt zur Prüfung einer Fu­sion. Ich höre da aber auch Fragen. Und von einigen Alterswilern habe ich gehört, dass eine Fusion jetzt an der Zeit wäre.

Bei der Fusion im Sense-Oberland kursierten kurz vor der Abstimmung Flugblätter, die sich gegen die Fusion aussprachen. Könnte das hier auch passieren?

Leiser: Das kann passieren, das können wir nicht verhindern. Ich hoffe es aber nicht. Jeder hat die Möglichkeit, sich zum Thema zu äussern und an der Diskussion teilzunehmen. Diese zu verweigern und kurz vorher so einzugreifen, das fände ich schade.

Waeber: Eine solche Kampfansage fände ich nicht fair. Die Taferser, Alterswiler und Santoner haben die Geschichte im Oberland auch mitgekriegt, und ich glaube nicht, dass sie das goutieren würden. Angst davor habe ich nicht, das darf man sowieso nicht haben vor so einer Abstimmung.

Schibli: Es gibt ja noch die drei Info-Abende in den Gemeinden, an denen wir drei anwesend sein werden. Dort haben Fragen und Kritik Platz.

Treffen die Bürgerinnen und Bürger am 19. Mai eine rationale oder eine emotionale Entscheidung?

Leiser: (überlegt eine Weile) Ich hoffe, sie treffen eine ratio­nale Entscheidung. Emotionale Entscheidungen gibt es sicher auch. Aber wenn man sich die ganze Sache überlegt, muss man rational sagen, dass es nur in die Richtung einer Fusion gehen kann.

Waeber: Es wird rationale und emotionale Entscheide geben. Wenn beides in die gleiche Richtung geht, ist es ja gut (lacht).

Schibli: Wir können den Leuten nicht in die Köpfe schauen. Bis jetzt sagt niemand klar Nein, es gibt aber sicher eine gewisse Angst vor der Grösse der neuen Gemeinde. Darum wird es vielleicht doch einige Bauchentscheide geben.

Aber Sie hoffen doch alle auf ein Ja?

Waeber: Ich glaube, wichtig ist nicht, ob es ein Ja oder ein Nein gibt, sondern dass möglichst viele Leute an die Urne gehen. So haben wir ein klares Resultat. Mir ist ein Nein mit 60 Prozent Stimmbeteiligung lieber als ein Ja mit 20 Prozent Stimmbeteiligung. Denn das wäre kaum repräsentativ.

Leiser: Ich hoffe schon auf ein Ja, aber das schlimmste Szenario ist tatsächlich, dass nur wenige Bürgerinnen und Bürger abstimmen.

Schibli: Am 19. Mai findet noch eine eidgenössische Abstimmung statt, wir hoffen da­rum auf eine hohe Beteiligung. Nicht gut wäre es, wenn eine Gemeinde Nein sagte und zwei Ja. Dann wäre die Fusion gescheitert.

Waeber: Die Menükarte ist offen, nun können die Bürgerinnen und Bürger wählen, welches Menu sie wollen. Dann werden wir die Küche machen …

Schibli: … und nach dem 19.  Mai noch verdauen müssen.

Leiser: Und auch wenn die Fusion im Mai abgelehnt wird – ich bin sicher, dass wir in einigen Jahren wieder darüber reden werden. Und dann möglicherweise über eine noch grössere Fusion, zusammen mit Heitenried und St. Ursen. Die Zukunft liegt in der Zusammenarbeit.

«Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir noch nicht fusionieren müssen, sondern können.»

Ernst Leiser

Ammann von St. Antoni

«Es geht nicht ums Sparen. Wir wollen die Qualität der Dienstleistungen erhöhen, und das kostet.»

Gaston Waeber

Ammann von Tafers

«Ich glaube, die Jungen sind eher bereit für eine Fusion als die Älteren.»

Hubert Schibli

Ammann von Alterswil

Alterswil

«Mehrzweckgebäude bietet Mehrwert»

Just vor einer möglichen Fusion steht in der Gemeinde Alterswil ein Grossprojekt an. Am 5. April stimmen die Alterswilerinnen und Alterswiler über den Bau eines neuen Mehrzweckgebäudes mit einer Dreifachturnhalle und einem Vereins- und Schultrakt ab. Sagen die Stimmbürger Ja, erhält die Gemeinde auch gleich ein kantonales Leistungszentrum für den Unihockeynachwuchs. Das Projekt wird rund 14,3 Millionen Franken kosten (die FN berichteten).

Ändert dies etwas an den Fu­sions­plänen? «Nein», sagt Hubert Schibli, Ammann von Alterswil. «Aber etwas unglücklich ist es schon, dass wir noch vor der Fusion darüber entscheiden.» Unglücklich, weil im Investitionsplan nicht die genauen Kosten vermerkt seien, weil das Projekt nachträglich vergrössert wurde. Und weil nicht alle Bürgerinnen und Bürger der neuen Gemeinde darüber entscheiden könnten. «Das Mehrzweckgebäude bietet nicht nur für Alterswil einen Mehrwert, sondern für die ganze Region.» Alterswil arbeite seit drei Jahren am Projekt, und es sei besser, wenn es der jetzige Gemeinderat zu Ende bringe. «Wenn nach einer Fusion ein neues Team übernehmen müsste, wäre das viel Arbeit. Da ginge viel Knowhow die Galtera hinunter.»

Kein Identitätsverlust

Hat Schibli Angst, dass durch eine Fusion die Identität von Alterswil verloren geht? «Nein», sagt er bestimmt. «Die Dorfvereine werden bleiben. Vielleicht werden sie mit den Vereinen der anderen Orte zusammenarbeiten, aber davon können sie profitieren.» Auch vor einer Übermacht von Tafers hat Schibli keine Angst. Tafers werde im Gemeinderat der fusionierten Gemeinde vier von neun Sitze haben, fünf sind für Alterswil und St. Antoni vorgesehen. So werde eine Gleichberechtigung der drei Orte sichergestellt.

Auch dass die Alterswilerinnen und Alterswiler nach einer Fusion für Amtsgeschäfte nach Tafers müssten, hält er nicht für problematisch. «Unsere Gemeindeverwaltung ist jeweils an einem Samstag im Monat geöffnet, aber dieses Angebot wird immer weniger genutzt.» Viele Geschäfte könnten übers Internet erledigt werden. Und zahlreiche Leute führen bereits heute zum Einkaufen oder für den Arbeitsweg nach Tafers.

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Zu den Personen

Drei langjährige Gemeinderäte

Hubert Schibli ist 61-jährig. Er ist 2006 auf der Liste der CVP in den Gemeinderat mit neun Mitgliedern gewählt worden und hat seit 2012 das Amt des Syndics inne. Alterswil zählt rund 2000 Einwohnerinnen und Einwohner.

Ernst Leiser ist seit 2014 Mitglied des Gemeinderats von St. Antoni, seit den Wahlen 2016 ist er Syndic der Gemeinde mit gut 2000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Der 56-Jährige vertritt die FDP im siebenköpfigen Gemeinderat.

Gaston Waeber ist 54 Jahre alt und seit 2006 im Gemeinderat von Tafers, seit 2016 ist er Ammann. Er ist bei den letzten Wahlen als SVP-Vertreter auf der gemeinsamen Liste von CSP, SP und SVP in die neunköpfige Exekutive des Hauptorts gewählt worden. Tafers zählt rund 3400 Einwohnerinnen und Einwohner.

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Vorschau

Informationsabende in drei Gemeinden

Sagen die Bürgerinnen und Bürger von Alterswil, St. Antoni und Tafers am 19. Mai 2019 an der Urne Ja, entsteht auf den 1. Januar 2021 eine neue Gemeinde mit rund 7400 Einwohnern und 41 Quadratkilometern Fläche. Sie soll Tafers heissen. Der Steuersatz der neuen Gemeinde ist auf 75 Rappen pro Franken Staatssteuer festgelegt worden. Nächste Woche findet in jeder Gemeinde eine Informationsveranstaltung statt. In Tafers ist dies am Montag, 18. März, um 19.30 Uhr in der Aula der Gemeinde in der OS. In St. Antoni wird der Anlass am Mittwoch, 20. März, um 19.30 Uhr im Restaurant Senslerhof durchgeführt. In Alterswil ist der Termin für den Informationsanlass auf den Donnerstag, 21. März, um 19.30 Uhr im Restaurant Alpenrose angesetzt.

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Tafers

«Wir werden mehr Büros brauchen»

Wenn die Fusion zustande kommt, hat die Gemeinde Tafers plötzlich rund 7000 statt wie bisher 3400 Einwohnerinnen und Einwohner. Die Verwaltung dieser dann zweitgrössten Gemeinde im Sensebezirk soll in Tafers zentralisiert werden. Dafür dürfte das Amtshaus zu klein sein. «Ja, wir werden mehr Büros und Räume brauchen», sagt Gemeindepräsident Gaston Waeber. Es gebe aber bereits Ideen und bestimmt genug Möglichkeiten in Tafers für eine grössere Gemeindeverwaltung. «Wir arbeiten daran», sagt Waeber. Bevor es konkret werde, warte man aber die Abstimmung vom 19. Mai über die Fusion ab.

Für die Taferser dürfte sich mit einer Annahme am wenigsten ändern: Die neue Gemeinde wird nämlich Tafers heissen und auch das Wappen der jetzigen Gemeinde Tafers übernehmen. Das Dorf wird auch Hauptort des Sensebezirks bleiben. Wird sich mit dem Zuwachs trotzdem etwas an der Identität des Ortes ändern? «Ich glaube, auf die Grösse kommt es nicht an», sagt Waeber. Ziel sei es irgendwann sowieso, eine noch grössere Gemeinde im Sense-Mittelland zu bilden. «Wichtig ist es, alle Einwohnerinnen und Einwohner zu berücksichtigen: jene die in den Ortszentren wohnen, aber auch jene, die ausserhalb in den Weilern wohnen.» Das sei aber bereits jetzt zentral.

«Tafers wird die kleineren Gemeinden nicht fressen», versichert Waeber und lacht. Dank der angestrebten Sitzverteilung im Gemeinderat – vier Sitze für Tafers, fünf für Alterswil und St. Antoni – werde der Ort keine Mehrheit haben.

Kein Mehrverkehr

Waeber befürchtet auch keinen Mehrverkehr durch Alterswiler oder Santoner, die in Tafers Amtsgeschäfte erledigen werden. «Bereits jetzt gibt es ziemlich viel Verkehr mit all den Pendlern aus dem Oberland.» Nicht Tafers habe ein Verkehrs­problem, sondern die ganze Region. Durch Tafers führe aber nun einmal die Hauptachse für all jene, die aus dem Sensebezirk schnell nach Freiburg gelangen wollten, sagt Waeber. Es sei ihm bewusst, dass Tafers als Haupt­ort eine gute Infrastruktur haben müsse. Dazu zählten neben den Strassen auch gute Busverbindungen – und die seien noch ausbaufähig.

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St. Antoni

«Trotz Schulden ein attraktiver Partner»

Die Gemeindeversammlung von St. Antoni hat im Dezember eine Steuersenkung beschlossen (die FN berichteten). Geht die Gemeinde dennoch mit einer guten Finanzlage in eine Fusion? «Ja», sagt Gemeindepräsident Ernst Leiser. «Wir sind zwar nicht ganz schuldenfrei, wie etwa Alterswil, aber unsere Finanzlage ist gut.» Durch den Bevölkerungszuwachs habe die Gemeinde in den letzten Jahren nämlich mehr Steuereinnahmen verzeichnet. «Wir sind trotz Schulden ein attraktiver Hochzeitspartner», sagt Leiser und lacht.

Keine Angst vor Übermacht

Vor einer Übermacht von Tafers in einer fusionierten Gemeinde fürchtet sich der Santoner Ammann nicht. «Mit den vorgesehenen Wahlkreisen und den vier Sitzen im Gemeinderat für Tafers und fünf für St. Antoni und Alterswil beugen wir dem vor.» Wie viele Sitze St. Antoni und Alterswil jeweils erhalten werden, ist noch offen. «Das entscheiden die Stimmbürger. Wenn sich niemand aus St. Antoni zur Wahl stellt, sind wir selbst schuld.»

Auch vor einem Identitätsverlust hat Leiser keine Angst. «Die Identität geht bei einer Fu­sion ganz klar nicht verloren. Der Ortsname und das Dorf bleiben so, wie sie sind.» Kommt die Fusion zustande, ist vorgesehen, dass die Ortsschilder von St. Antoni und Alterswil den Zusatz «Gemeinde Tafers» in Klammern erhalten. Sowieso entscheide nicht die politische Zugehörigkeit über die Identität eines Dorfs, sondern dessen Einwohnerinnen und Einwohner und wie aktiv diese seien, zum Beispiel in den Vereinen. «Die Nachwuchsprobleme haben wir sowieso, Fusion hin oder her.» Für ein aktives Dorfleben und Identität müssten sich die Menschen engagieren.

Trend Digitalisierung

Dass die Santonerinnen und Santoner künftig für Amtsgeschäfte nach Tafers fahren müssen, sieht Leiser nicht als problematisch. «Der Trend geht in Richtung Digitalisierung.»

Zudem werde die Verwaltung in St. Antoni bei einem Ja an der Urne nicht mit Inkrafttreten der Fusion am 1. Januar 2021 schlies­sen. «Es wird eine Übergangsphase geben.» Für ältere Menschen sei ein Schalter in der Nähe wichtig, da werde man eine Lösung suchen.

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