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Lobenswerte Privat-Initiative

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Lobenswerte Privat-Initiative

Winter-Lunch Lichtena erhält VCS-Mobilitätspreis

Nicht allen Kindern der Lichtena-Schule im Schwarzseetal ist es möglich, im Winter nach Hause essen zu gehen. Für sie wurde der «Winter-Lunch» eingeführt – eine private Initiative, die nun den VCS-Mobilitätspreis erhält.

Von IMELDA RUFFIEUX

Die Verköstigung der Kinder in der Lichtena-Schule hat eigentlich schon eine Jahrzehnte lange Tradition. Zu früheren Zeiten hat noch die langjährige Lehrerin Marie Corpataux, zusammen mit ihrer Köchin dafür gesorgt, dass Kinder mit langen Schulwegen mittags nicht nach Hause gehen müssen. Und später waren es eine Zeitlang auch Abwartsleute, welche die Kinder verköstigten.

Auch heute gibt es unter den 58 Schülerinnen und Schülern in den drei Klassen noch Kinder, die einen langen Schulweg haben. Zu Fuss ist es zu weit, die Zeit reicht nicht und eine passende Busverbindung gibt es auch nicht. Die weiteste Distanz beträgt derzeit drei Kilometer.

Flexible Mütter

Solange das Wetter mitspielt, können die Kinder den Weg mit dem Velo zurücklegen. Für den Winter wurde aber vor fünf Jahren eine andere Lösung gefunden: Die Mütter kümmern sich abwechslungsweise darum, den betroffenen Schulkindern eine Mahlzeit zuzubereiten.

Das klappt sehr gut, vor allem dank der Flexibilität der Frauen, eine Mahlzeit für ein Dutzend Jugendlicher zu kochen.

Mobilitätspreis nur alle zwei Jahre

Ihre selbstlose Privatinitiative wurde nun honoriert. Die Freiburger Sektion des Verkehrsclubs der Schweiz (VCS) hat den diesjährigen Mobilitätspreis dem Team des Winter-Lunches zugesprochen. Der Preis ist mit 500 Franken dotiert und wird nur alle zwei Jahre vergeben. Der VCS ehrt damit Personen oder Organisationen, die sich für eine vernünftige Mobilität einsetzen. Ein früherer Preisträger war die Organisation «Nez Rouge».

Die Solidarität sei sehr begrüssenswert, erklärte VCS-Präsidentin Isabelle Carrel an der Preisverleihung vom Samstag. Sie hoffe, dass das Beispiel dieser Frauen andere dazu animiere, ebenfalls die Initiative zu ergreifen. Nicht nur die Umwelt profitiere durch das Vermeiden von unnötigem und im Winter gefährlichem Verkehr – auch in menschlicher Hinsicht sei das Zusammensein der Kinder wertvoll.

Problem erkannt und selbst gelöst

Auch Oberamtmann Marius Zosso hat es sich nicht nehmen lassen, an der kleinen Feier teilzunehmen. Er wollte auf diese Weise seine Anerkennung und Wertschätzung für die Arbeit der Frauen ausdrücken. Es sei sehr erfreulich, dass für einmal Bürger selber ein Problem erkannt und eine Lösung gesucht haben, statt sich wie sonst oft an die Behörden zu wenden. Der Preis sei auch in dem Sinn gut, weil gerade das Voralpengebiet von so positiven Meldungen nicht gerade verwöhnt sei.

In ähnlicher Weise äusserte sich auch Schulkommissionspräsident Linus Hayoz: Es sei nicht selbstverständlich, dass die Frauen sich zur Verfügung stellen und dass das Projekt laufe, ohne dass sich die Gemeinde beteiligen musste. Als kleine Anerkennung hat die Gemeinde kürzlich den Herd erneuert, so dass dem Gelingen der Mahlzeiten nun nichts mehr im Wege steht.

Essen und Aufsicht

In diesem Jahr kommen zwölf Kinder zwischen sieben und 13 Jahren in den Genuss des Winter-Lunches, der voraussichtlich ab dem 29. November bis etwa zu den Osterferien organisiert wird. In einem regelmässigen Turnus übernehmen Dorli Krattinger, Margrit Zehnder, Therese Berger, Erika Beyeler, Ursula Raemy, Patricia Lötscher, Rosmarie Hayoz und Heidi Riedo den Dienst in der einfachen Küche des Schulhauses. Nach dem Essen und dem gemeinsamen Aufräumen beaufsichtigen sie die Kinder, bis um 12.45 Uhr der Unterricht wieder anfängt.

Bescheidene Preise

Die Frauen kaufen die Lebensmittel selbst ein und verrechnen den Eltern der teilnehmenden Kinder die Mahlzeiten. Dabei versteht es sich von selbst, dass die Arbeit sowie diejenigen Dinge, welche die Frauen aus dem eigenen Haushalt mitbringen, nicht abgerechnet werden. So sind die Preise für die Mahlzeiten äusserst moderat.

Namens der Frauen bedankte sich Alfons Piller für den Preis. Man sei immer bestrebt, gewisse Dinge im Tal zu erhalten, betonte der Vater von einem der betroffenen Kinder.

Das Team des Winter-Lunches hat seine Backkünste am Apéro nach der Preisverleihung souverän unter Beweis gestellt. Und auch die zwölf Kinder zeigten mit einer amüsanten Darbietung ihre Dankbarkeit.

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