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Man lässt sich leicht ins Scharbockshorn jagen

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Es gibt Unkräuter, bei denen man nicht anders kann, als ihnen Respekt zu zollen. Manchen möchte man gar ein macchiavellisches Ränkeschmieden unterstellen. Das Scharbockskraut (

Ficaria verna

) ist so eines. Sie meinen, Sie kennen es nicht? Wenn Sie sich da mal nicht täuschen! Gerade jetzt müssten seine kleinen rundlichen Blätter grün glänzen und je nach Standort auch schon die leuchtend gelben Sternchenblüten zu sehen sein. Richten Sie Ihre Augen nicht zu weit nach oben, das listige Ding wird höchstens 30 Zentimeter gross. Das haben Sie doch schon mal gesehen, oder?

Eigentlich schaut es ganz nett aus so als Bodendecker, und es blüht entzückend. Gerade das ist sein Trick: Tu so, als wärst du ein Gewinn für jeden Garten. Wir schauen also hin und lächeln, bis es Ende Mai welkt und unsere Mundwinkel nach unten sinken. Schön wäre wahrlich anders. Doch bevor wir das Jäten andenken, ist es bereits komplett eingezogen, lacht sich ins Fäustchen und schlummert unterirdisch bis zum nächsten März: Nutze die menschliche Vergesslichkeit. Clever, nicht wahr? Aber es geht noch weiter. Fasst man sich rechtzeitig ein Herz und greift zum Unkrautstecher, dann kommt die schlimme Erkenntnis: Abgefeimtes kennt mehr als eine Vermehrungsstrategie. Das Kraut versamt sich nicht nur, es breitet sich auch durch neue längliche Wurzelknöllchen aus und bildet zudem noch kuglige Brutknöllchen in den unteren Blattachseln. Übersieht man nur eines der beiden Letzteren, aufersteht es im März erneut. Da hülfe auch rigoroses Aufessen nicht. Tatsächlich wurden früher die Vitamin-C-haltigen Blätter als vorbeugendes Mittel gegen den «Scharbock», den Skorbut, genutzt. Aber nur massvoll, denn sein schwachgiftiges Protoanemonin ist wenig bekömmlich. Eben, das Kraut ist schlau.

Früher tat ich mir die penible Sisyphusarbeit an und jätete verbissen, heute bin ich deutlich entspannter. Solange das Scharbockskraut im Rasen bleibt, wo es keine zarten Nachbarn vergrault, lasse ich es walten. Und ziehe den Hut vor ihm.

Nicole Häfliger arbeitet im Bereich Gartenberatung/-planung und ist ­Verfasserin des Buchs «Grüntöne». haefliger@gartenhaende.ch

Ratgeber Garten

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