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Marc Abplanalp auf Abschiedstour – oder doch nicht?

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Immer mit vollem Einsatz: Marc Abplanalp.
Bild Charly Rappo

Warum war Gottéron erst einmal in Quarantäne? Wieso ist das Team in dieser Saison so konstant? Spielt Marc Abplanalp nächstes Jahr noch Eishockey? Der 36-jährige Verteidiger im Interview.

Nur gerade neun Feldspieler standen am Montagmorgen beim freiwilligen Training auf dem Eis. Es waren vor allem jene, die zuletzt nicht allzu viel spielten, etwa Andrei Bykow, der am Sonntag verletzt fehlte. Zwei Spieler tanzten allerdings aus der Reihe: Musterprofi Ryan Gunderson, mit 24:31 Minuten der Spieler mit der drittmeisten Einsatzzeit der Liga, und Marc Abplanalp, 36 Jahre alt und ebenso unverwüstlich.

Marc Abplanalp, Sie kommen mit 36 noch ins fakultative Training. Nicht schlecht…

(lacht) Dafür war ich weniger lang im Kraftraum. Ich bin gerne regelmässig auf dem Eis. Grundsätzlich mache ich einfach das, was meinem Körper erfahrungsgemäss guttut. 

Am Sonntag gewann Gottéron im fünften Versuch erstmals in dieser Saison gegen die ZSC Lions. Hat die Mannschaft einen grossen Match abgeliefert oder doch eher davon profitiert, dass die Zürcher ihr fünftes Spiel innert acht Tagen absolvierten?

Ein bisschen beides. Wir wussten, dass das Energielevel eher für uns sprechen würde. Trotzdem mussten wir solide spielen, um davon zu profitieren. Wir haben es recht gut gemacht, haben vorbildlich gekämpft. Aber klar, wäre Zürich frischer gewesen, wäre es vielleicht enger geworden. Das weiss man nie.

Nach zuvor teils wilden Spielen mit vielen Gegentoren stand die Defensive in den letzten zwei Spielen wieder besser. Was hat die Mannschaft anders gemacht?

Wir wussten, dass wir vor dem Tor besser spielen müssen, vor allem bei Abprallern. Und dass wir den Puck schnell aus dem Drittel bringen müssen, um nicht unnötige Extrasekunden in unserer Zone zu verbringen. Das gelang uns auch in den letzten zwei Spielen nicht immer optimal, aber immerhin besser. Grundsätzlich haben wir aber nicht allzu viel anders gemacht. In den Spielen zuvor lagen wir teils wohl auch zu komfortabel in Führung, so dass die Konzentration nachliess. Wichtig ist, dass wir am Sonntag gezeigt haben, dass wir imstande sind, auch einmal einen Vorsprung nach Hause zu schaukeln, wenn wir denn fokussiert bleiben.

Nächster Gegner ist am Dienstag der SC Bern. Ein Club, gegen den Sie in Ihrer langen Karriere unzählige Male gespielt haben. Fast immer hatte der SCB eine Mannschaft, vor der die Gegner Angst hatten. Momentan sind die Berner hingegen das fast schon bemitleidenswerte Schlusslicht. Das muss sich für die Gegner merkwürdig anfühlen.

Also Angst hatten wir auch in den guten SCB-Jahren nie. Es war immer eine coole Challenge. Mitleid haben wir derzeit aber ebenfalls nicht. Wir waren auch schon in solchen Situationen, da hatte auch niemand Mitleid mit uns. Warum auch? Es läuft dem SCB einfach nicht, das kommt vor, jedes Jahr gibt es mindestens eine Mannschaft, die überraschend untendurch muss. Aber Bern bleibt ein gutes Team, das wird einem sofort klar, wenn man sich das Matchblatt anschaut. Deshalb dürfen wir den SCB auf gar keinen Fall unterschätzen.

Trotzdem: Was macht Bern in dieser Saison weniger gut als während seiner Topjahre?

Ich glaube, es hat sehr viel mit Selbstvertrauen zu tun, das ist wohl alles. Das haben wir selbst schon oft erlebt: Da verzweifelt man dann fast, wenn der Puck an die Latte geht statt ins Tor. Dann versucht man es noch besser zu machen, macht viel fürs Spiel. Und was passiert? Beim nächsten Einsatz kassierst du ein Gegentor. Und wenn man immer wieder Dämpfer erlebt, ist das mental irgendwann nicht mehr so cool.

Gottéron hingegen spielt in dieser Saison bemerkenswert konstant. Im Gegensatz zu den letzten Jahren hatte das Team bisher keine längere Schwächephase. Woher kommt das?

Das hängt mit unserem guten Start zusammen. In den Saisons zuvor war der Start oft nicht optimal, so dass wir schnell einmal in die Bredouille gerieten und von aussen Druck entstand. Bist du hingegen vorne dabei, kannst du auch einmal einen Match verlieren, ohne dass es als Weltuntergang angesehen wird. Dazu kommt natürlich, dass wir in dieser Saison auch wirklich ein starkes Kader haben. Die Ausländer sind sehr gut, machen viele Punkte. Überhaupt ist die Last des Toreschiessens auf sehr viele Schultern verteilt. Aussergewöhnlich gut ist auch das Powerplay, ich kann mich nicht erinnern, dass wir je ein derart gutes Powerplay hatten.

Mit einer Erfolgsquote von 25 Prozent ist es klar das beste der Liga. Das spricht wohl auch für die Trainer.

Ja, sicher. Aber es zeigt auch, dass wir gute Einzelspieler haben. Die Trainer geben etwas vor, die Spieler setzen das dann um – besitzen aber auch gewisse Freiheiten.

Was zum Problem werden könnte, ist das knappe Kader. Mit drei verletzten Schweizer Stürmern brachte Freiburg am Sonntag bereits keine vier Sturmlinien mehr aufs Matchblatt. 

Ich seh das nicht so dramatisch. Wir haben jetzt noch diese und nächste Woche drei Spiele, dann wirds wieder ruhiger. Ausserdem kommen nun Spieler zum Einsatz, die zuvor weniger gespielt haben und sicher noch die nötige Energie aufbringen, um in die Bresche zu springen.

Was auffällt: Gottéron war im Oktober zwar das erste Team, das in Quarantäne musste, seither aber waren andere Mannschaften bis zu drei Mal in Quarantäne, es ist ein ständiges Kommen und Gehen – nur Gottéron musste nie wieder in die Zwangspause. Ist das nur Zufall oder steckt da mehr dahinter?

Ich weiss nicht, wie viel das ausmacht, aber viele von uns hatten das Virus halt schon. Bereits im Frühling waren einige von uns betroffen, unter anderem ich. Kaum war die Saison abgebrochen worden, hatte ich Gliederschmerzen und lag zehn Tage flach. Im Oktober kamen dann noch einmal einige andere Spieler dazu. Aber ob das der Grund dafür ist, dass wir seither verschont blieben, weiss niemand so genau, es ist ja nicht einmal ganz klar, ob und für wie lange man nach einer Erkrankung immun ist. Jedenfalls bin ich froh, waren wir bloss einmal in Quarantäne – hoffentlich bleibt es dabei. Allerdings weiss ich nicht genau, was man als Mannschaft besser oder schlechter machen kann, um Einfluss darauf zu nehmen.

Abschotten können sich die Spieler jedenfalls schlecht. Sie zum Beispiel unterrichten nebenbei an der Berufsschule, in Corona-Zeiten nicht gerade der sicherste Ort.

Da mache ich mir keine allzu grossen Sorgen. Nicht dass das eine hundertprozentige Sicherheit garantieren würde, aber bei uns an der Schule herrscht schon lange Maskenpflicht. Auch sonst gibt es verschiedene Massnahmen, die dafür sorgen, dass die nötige Distanz eingehalten wird. Entsprechend hatten wir sehr wenige Fälle.

Apropos Schulen: Haben Sie das Gefühl, dass Sie ab Herbst noch mehr unterrichten werden? Oder würden Sie lieber noch eine Saison als Eishockeyprofi anhängen?

Ich halte mir alle Türen offen. Was mein berufliches Leben nach der Karriere angeht, ist alles aufgegleist. Aber ich fühle mich fit genug, um noch eine Saison anzuhängen. 

Sie spielen seit fast 20 Jahren für Gottéron. Kommt für Sie nur eine weitere Saison in Freiburg infrage oder sind Sie auch offen für andere Clubs?

Wenn von Gottéron kein Angebot kommt, wieso nicht? Ich schliesse nichts aus, auch nicht, dass ich noch einmal für einen anderen Verein spiele. Mal schauen, was in nächster Zeit so kommt.

Eine Vertragsverlängerung bei Gottéron dürfte schwierig werden, der Club wird die Verteidigung wohl verjüngen wollen, zumal mit Raphael Diaz ein weiterer Ü35-Verteidiger dazustösst.

Schwierig zu sagen, ich kann es wirklich nicht genau abschätzen. Ich gebe einfach weiter mein Bestes auf dem Eis, alles andere kann ich nicht kontrollieren.

Spiel gegen Bern: Bykow zurück im Team

Beim Heimspiel vom Dienstagabend gegen den SC Bern kann Gottéron wieder mit vier kompletten Sturmlinien auflaufen. Andrei Bykow hat seine Beinverletzung auskuriert und trainierte am Montag normal mit. Nicht auf dem Eis standen hingegen Viktor Stalberg (Verdacht auf Gehirnerschütterung) und Yannick Herren (Rücken). Ohnehin noch einige Wochen fehlen wird Matthias Rossi mit einer nicht näher definierten Verletzung im unteren Bereich des Körpers.

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