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«Meh Dräck» aus dem Rockerleben des Chris von Rohr

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«Überall ist Sündenland. Es gibt keinen Zweifel: Die hirnrissigen Achtzigerjahre hatten uns voll im Griff.» Chris von Rohr ist kein Mann der leisen Töne. Auch in seinem neuen Buch «Himmel Hölle Rock’n’Roll» haut der berühmteste Schweizer Rocker voll auf den Putz. Wer von Rohrs Auftritte aus Radio oder Fernsehen kennt, weiss, was er zwischen den Buchdeckeln zu erwarten hat. Unverblümt schildert der Musiker und Produzent die Bandgeschichte der Schweizer Rocklegende Krokus – mit all ihren Ausschweifungen auf ihren Tourneen durch die USA. Sex, Drugs and Rock’n’Roll pur. Der Leser erlebt die Reise der Band mit all ihre Höhen und Tiefen hautnah mit, feiert mit bei den Erfolgen der Band auf den grössten Stadionbühnen der Welt, leidet mit beim langsamen Zerfall der Gruppe.

Musik als Befreiung

Rückschläge gab es einige im Leben des Rockstars. Lange dauerte es überhaupt, bis aus dem Freigeist, geboren 1951, ein erfolgreicher Musiker wurde. Im bünzligen Solothurn der 60er-Jahre hatte es der wilde von Rohr schwer mit seiner Art. Nach den Leiden in der Schule und im Internat kam die doppelte Befreiung: erst Flower-Power anno 1967 – Make Love Not War – und dann die musikalische Revolution. Beatles, Rolling Stones, Led Zeppelin und Co. – Chris von Rohr hatte seinen Lebensstil gefunden. Der Musiker analysiert seinen Werdegang kritisch und beleuchtet dabei sowohl Erfolge wie Misserfolge, um damit auch sein Credo zu verknüpfen: ­Bleibe mutig, stehe immer ­wieder auf.

Perfektionismus und Arbeit

So geht von Rohr mit sich selbst wie mit seinen Wegbegleitern hart ins Gericht. Minutiös bespricht er Charakter und Macken von Musikern, Managern, Produzenten und Journalisten – kurz: Jeder kriegt sein Fett weg.

Die Tiefgründigkeit und Ehrlichkeit dieser Passagen offenbaren von Rohrs grösste Stärke: Der Musiker verstand es bei seinen Projekten, seine Mitmenschen mit voller Energie vorwärtszutreiben. Professionalität und Perfektionismus zeichnen sein Schaffen aus. Oder wie lässt sich verstehen, dass die Rocker von Krokus nach einer Megashow erst einmal in der Garderobe ihren Auftritt analysierten und Verbesserungsmöglichkeiten besprachen, bevor sie sich auf die sexhungrigen Groupies einliessen? Chris von Rohr macht seinen Lesern immer wieder klar: Rock’n’Roll ist ein Traumjob, aber es ist auch knochenharte Arbeit. Wer nur das Vergnügen sucht, wird es im harten Musikbusiness nie weit bringen.

Krokus hingegen hat es weit gebracht: Die Hardrock-Band wurde 1975 in Solothurn gegründet und hat innert weniger Jahre zahlreiche Gold- und Platin-Auszeichnungen für ihre Alben erhalten. Für den Rocker-Freigeist von Rohr ging mit Krokus der Traum seines Lebens in Erfüllung. Umso schmerzhafter der zeitweilige Rausschmiss aus der Band 1984. Doch wie von Rohr hervorhebt, hätten er und die Band einfach eine Pause gebraucht. Der Abstand vom Dauererfolg eröffnete ihm neue Chancen, sei es als Produzent von Gotthard, als Moderator im Radio oder als liebender Vater seiner Tochter.

Chris von Rohrs neustes Buch schliesst nahtlos an seine Vorgänger «Hunde wollt ihr ewig rocken. Mein Trip durch den Rockdschungel» (1991) und «Bananenflanke. Neue Geschichten aus dem Rock-Dschungel» (2003) an. Warum also noch eine Autobiografie? Erstens sind die beiden Bücher längst vergriffen, zweitens führt von Rohr die Leser noch mehr durch die jüngere Vergangenheit und sein Schaffen ausserhalb von Krokus. Dabei überrascht der Autor nicht nur durch seine Belesenheit und seine Liebe zur Literatur, sondern auch durch seine Gesellschaftskritik. Von Rohrs «Himmel Hölle Rock’n’Roll» liest sich flüssig und bietet dazu noch zahlreiche Fotos aus allen Phasen seines Lebens. Lesenswert für alle Freunde der Rockmusik.

Chris von Rohr: «Himmel Hölle Rock’n’Roll». 640 Seiten, illustriert. Verlag Wörterseh, 2019.

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