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Menschenhandel und Geldwäscherei

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Sie stammen alle aus demselben Gebiet im Südosten Rumäniens: 16 Frauen, die sich in der Alten Brunnengasse in Freiburg zwischen 2014 und 2017 prostituiert haben. Ein Clan aus der Region hat die jungen Frauen dazu genötigt. Ein Dreissigjähriger und seine 22-jährige Frau – eine ehemalige Prostituierte – sollen eine Rumänin rekrutiert haben, die beim Präventionsprogramm Grisélidis mitmachte. Sie arbeitete zudem im Café de la Grand-Fontaine und hatte somit eine privilegierte Position inne.

Vor zwei Jahren zeigte eine Prostituierte diese Frau an, weil sie ihr Geld abgenommen haben soll, und brachte so den Fall ins Rollen. Die Freiburger Staatsanwältin Yvonne Gendre liess die Kellnerin abhören und kam auf diese Weise dem Clan auf die Spur. Im Februar 2017 liess sie den dreissigjährigen Hauptangeklagten und seine Frau inhaftieren; die beiden streiten jegliche Verstrickung in den Fall ab und sitzen noch immer in Untersuchungshaft. Vorgesehen ist, dass sie sich noch dieses Jahr vor dem Bezirksgericht Saane verantworten müssen.

Der Cousin hat gestanden

Einer aber hat geredet: ein 29-jähriger Cousin des vermutlichen Chefs. Er hat bei Befragungen zugegeben, seine eigene Partnerin zur Prostitution gezwungen zu haben. Er streitet jedoch ab, an der Ausbeutung der anderen Frauen beteiligt gewesen zu sein.

Offenbar hat er seine Frau deren Familie abgekauft, als sie 16  Jahre alt war. Er schlug sie und sagte ihr, dass sie ihre Kinder nicht mehr sehen könne, wenn sie sich nicht prostituiere und Geld nach Rumänien schicke. Die beiden haben drei Kinder. Eines, ein behindertes Mädchen, haben sie in Griechenland zurückgelassen. Die anderen beiden leben bei den Grosseltern in Rumänien. Der Mann zwang die Frau zur Prostitution, obwohl sie an Unterleibsschmerzen leidet. Er verprasste das Geld im Casino und kaufte sich teuere Autos. Zudem schickte er Geld auf nur schwierig nachvollziehbaren Wegen nach Rumänien; damit wusch er das Geld aus der Prostitution.

«An meine Kinder gedacht»

Gestern fand der Prozess am Bezirksgericht Saane statt. «Ich habe an meine Kinder gedacht, habe überlegt und daraus geschlossen, dass es nicht gut ist, wenn meine Frau sich prostituiert», sagte der Angeklagte. Allerdings erst, nachdem Gerichtspräsident Benoît Chassot ihn mehrere Minuten lang mit Fragen gelöchert hatte.

Da der Mann seine Taten zugegeben hat, hat sich die Staatsanwältin mit seinem Verteidiger auf ein vereinfachtes Verfahren geeinigt. Der Mann wird zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, 15   Monate davon unbedingt. Diese hat er mit der Untersuchungshaft abgesessen. Zudem wird er für acht Jahre des Landes verwiesen und muss dem Kanton Freiburg 50 000 Franken überweisen. Diese Summe soll verhindern, dass er von seinen Taten profitieren kann. Laut Staatsanwältin Gendre ist der Mann mit seinem Geständnis ein Risiko eingegangen: Das habe sich auf das Strafmass ausgewirkt.

njb/Lib/mrz

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