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Mit den Römern an den Tisch sitzen

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Am Küchentisch wird nicht nur gegessen und getrunken, sondern auch gestritten und gefeiert. Auch die Gaststube und der Marktplatz sind Orte der Geselligkeit und des Austauschs. Essen und Trinken sind heute noch ein alltägliches Kulturgut, aber das Es- sen und Trinken verrät auch viel über die Gepflogenheiten und die Gegebenheiten in der Vergangenheit. Die Tage des Denkmals, die am Samstag und Sonntag stattfinden, haben sich dieses Thema zum Motto gesetzt: Unter dem Titel «Zu Tisch» finden in der ganzen Schweiz über 800 Veranstaltungen statt (siehe blauer Kasten). An den Denkmaltagen können Interessierte Orte der Tisch-Kultur, Ausstellungen zu Gedeck und Manieren, Ausstattungen von Küche und Esszimmer sowie verschiedene Denkmäler besuchen.

Keine Völlerei am Tisch

Im Kanton Freiburg lädt unter anderem das Römermuseum Vallon zu Tisch. Das Thema des diesjährigen Denkmaltags passt perfekt zum Thema der aktuellen Sonderausstellung. Unter dem Titel «Rund um den Tisch» steht im Römermuseum bereits seit Ende März die Tisch- und Tafelkultur der Römer im Fokus. Und die Ausstellung räumt mit vielen Vorurteilen über die römische Esskultur auf, wie einer Mitteilung zur Ausstellung zu entnehmen ist. Das römische Gastmahl wird demnach oft mit Völlerei und übermässigem Weinkonsum, mit von Speisen überladenen Tischen und mit Fett und Sossenresten verschmierten Fingern assoziiert. «Die historische Realität dürfte allerdings weit weniger ausschweifend und derb gewesen sein», schreiben die Organisatoren der Ausstellung.

 Sossen assen die Römer zwar viel, denn das Essgeschirr bestand nicht nur aus run- den und ovalen Servierplatten und Schüsseln, sondern auch aus vielen Sossenschälchen. Die Römer assen aber nicht nur mit den Fingern; zur damaligen Zeit war aber nur der Löffel das einzig gebräuchliche Besteck beim Essen.

Zu dritt auf einer Liege

Hingegen stimmt die Vorstellung, dass die Menschen auf Speisesofas assen. Archäologische Ausgrabungen belegen, dass die Römer ihre Gäste in Bankettsälen empfangen haben. Dies war auch in der Villa von Vallon der Fall. Der grosse Saal war mit Bankettsofas ausgestattet, auf denen bis zu drei Personen Platz fanden. Die Liegen wurden auf drei Seiten eines viereckigen Tischchens angeordnet. Zu Tisch–oder besser gesagt auf das Sofa–gingen die Römer jedoch erst, nachdem sie sich die Hände und manchmal sogar die Füsse gewaschen hatten.

Ja nicht kleckern!

An den Führungen erfahren die Besucher auch, warum es sich gehörte, sich mit den Fingerspitzen von den Speisen zu bedienen, ohne sich da- bei zu bekleckern. Die Ausstellung zeigt zudem, dass Schnecken und Schweineeuter für die Römer besondere Leckerbissen waren.

Römermuseum,Carignan 6, Vallon. Sa., 13. Sept., und So., 14. Sept.,Gratisführungen auf Französischund Kostproben um 10 Uhr, 11 Uhr, 12 Uhr, 13.30 Uhr und 16 Uhr. Anmeldung nicht erforderlich. Weitere Infos unter www.museevallon.ch

Denkmaltage

Das Interesse an Kulturgütern wecken

Die Idee eines Denkmaltags wurde 1991 vom Europarat initiiert, heute wird er laut einer Mitteilung des Bundesamtes für Kultur in 50 europäischen Ländern durchgeführt. Ziel der europäischen Tage des Denkmals ist es, in der Bevölkerung das Interesse an Kulturgütern und deren Erhaltung zu wecken. Am diesjährigen Denkmaltag, an dem das Thema «Zu Tisch» das Motto ist, können die Besucher etwa die historischen Gewächshäuser der Rothschild im Schloss Pregny in Genf besichtigen, in Köniz nach alter Tradition Brot backen oder an einem b(r)augeschichtlichen Rundgang in der Brauerei Egger im bernischen Worb teilnehmen. An zwei Tagen stehen Interessierten in der ganzen Schweiz über 800 Veranstaltungen offen. An den Tagen des Denkmals 2013 besuchten laut Organisatoren 40000 Personen Anlässe in der ganzen Schweiz.hs

Weitere Anlässe im Kanton: Kirchenführung und Gourmetwanderung

N eben den Führungen durch die Ausstellung «Rund um den Tisch» im Römermuseum Vallon finden im Rahmen der Denkmaltage 2014 vier weitere Anlässe im Kanton Freiburg statt. François Guex vom kantonalen Amt für Kulturgüter führt Interessierte durch die Pfarrkirche St. Martin in Tafers. Die Kirche war einst das kirchliche Zentrum eines weitläufigen Gebiets zwischen Freiburg und Bern. Unter Bewahrung des mittelalterlichen Chors mit dem achteckigen Turm wurde sie 1787 erbaut. In Estavayer-le-Lac geht Daniel de Raemy vom Kulturgüteramt auf die Spuren der alten Aubergen. Auf den Führungen erfahren die Besucher mehr über Gasthöfe, die zum Teil bis heute existieren. Auch in Bulle steht an den Denkmaltagen die Gastronomie im Mittelpunkt.

Anlässlich der Denkmaltage öffnen auch die Johanniterkomturei und die Pfarrkirche St. Johann in der Freiburger Unterstadt ihre Türen. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts erbaut, bietet die Komturei verschiedene Sehenswürdigkeiten, die 2012 saniert wurden: Wandmalereien aus den Anfängen des 16. Jahrhun derts, architektonischer Wand schmuck von 1700 und andere gemalte oder in Stein gehauene Werke. Noch früher, nämlich zwischen 1259 und 1264, wurde die Kirche St. Johann erbaut. Auch diese enthält verschiedene Kunstwerke, darunter einen Grabstein von 1545 aus dem Atelier des Bildhauers Hans Gieng. Dieser zeigt das Porträt des Komturs Pierre d’Englisberg (um 1470 – 1545). hs/rb

Programm: www.hereinspaziert.ch

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