Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Mit Reanimieren Leben retten

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

 Die fünf Frauen und zwei Männer–alles Spitalangestellte–sitzen in der Runde und erzählen von ihren Erfahrungen mit Menschen, die einen Herzstillstand erlitten haben. Sie kennen die Handgriffe und wissen, was zu tun ist. Doch für viele Leute sieht die Realität anders aus: «Die Angst, etwas falsch zu machen, ist sehr gross», sagt eine Pflegefachfrau und trifft damit den Tenor in der Runde. «Um eben solche Blockaden zu vermeiden, müssen die Kurse alle zwei Jahre wiederholt werden», erklärt Kursleiter Alexander Köhler, seit kurzem neuer Chefarzt am HFR Meyriez-Murten. «Trotz richtigem Handeln sind nur 5 bis 13 Prozent der Reanimationen erfolgreich», fügt er bei.

Schnell handeln

Wie hoch sind die Überlebenschancen? Wie schnell muss gehandelt werden? Wenn nach einem Kreislaufstillstand nicht sofort mit Herzmassagen, mit der Beatmung und der Defibrillation begonnen wird, verringert sich die Überlebenschance um sieben bis zehn Prozent pro Minute. «Weil Laien oft nicht sofort mit Wiederbelebungsmassnahmen beginnen, liegen die Überlebenschancen gar noch tiefer», sagt Köhler. Andere Zahlen hingegen weist der Kanton Tessin auf: «Da jeder Staatsangestellte und jeder Schüler einen Reanimationskurs besuchen muss, liegt die Überlebensquote bei über 30 Prozent.»

 Drei Szenarien

Im Saal Maggenberg liegen drei Puppen am Boden, versehen mit elektronischen Geräten, die Daten liefern über Beatmung, Kompressionen und Defibrillation. Chefarzt Köhler konfrontiert die Teilnehmenden mit drei Szenarien: Ein 75-jähriger Patient auf der Reha erleidet einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Ein 14-Jähriger wird bewusstlos aus der Aare gezogen. Ein beleibter Mann steigt bei frostigen Temperaturen auf den Berner Münsterturm und erleidet einen Herzinfarkt. Der Kursleiter setzt sich gleich selber gekonnt in Szene und spielt im Fall «beleibter Mann» Sohn Pedro, der nicht von seinem Vater lassen will und alle Helfenden bedrängt. Wie damit umgehen?

100 Mal pro Minute

In Dreierteams sind die Teilnehmenden aufgerufen zu handeln, die anderen beobachten. So auch bei der Szene «beleibter Mann». «Hallo, hören Sie mich?», fragt eine der Teilnehmerinnen und eilt sofort herbei, kontrolliert die Atmung und übernimmt das Kommando. «Ruf die 144 an», weist sie einen anderen Teilnehmer an. Sie führt Thoraxkompressionen aus. 100 Mal pro Minute, mindestens fünf Zentimeter tief, lautet die Order. Nach 30 Stössen zieht sie den Kopf des Opfers sanft nach hinten und lässt via Beatmungsmaske zwei Atemstösse folgen. Inzwischen eilt eine weitere Kursteilnehmerin mit dem Defibrillator herbei, übernimmt, und jemand anderes macht die nächsten 30 Stösse. Jemand versucht Sohn Pedro zu beruhigen.

Eine Teilnehmerin drückt auf die grüne Lampe des «Defi»: «Patient nicht berühren», tönt es aus dem Lautsprecher. Nach einigen Sekunden leuchtet die rote Lampe auf. Sie löst den Elektroschock aus, und weiter gehts mit Massagen. Nach 15 Minuten ist die Ambulanz da. Der Computer am Phantom spuckt ein gutes Resultat aus. Kursleiter Köhler ergänzt: «Im Zweifelsfall kann die Beatmung weggelassen werden.» Und: «Bei einem Kind dürfen die Eltern nie weggeschickt werden.» Beim Fall «Ertrunkener» wiederum gilt es anders zu regieren. Eine Pflegefachfrau übernimmt die Regie und bringt den 14-Jährigen fachgerecht in Seitenlage, da er «nur» bewusstlos ist.

Köhler ist zufrieden mit den Teilnehmern. Er gibt weitere Tipps wie etwa, dass Reanimierte nie zugedeckt werden sollen: «Je kälter, desto geringer die Hirnschäden.» Und dass ein Tattoo «No Rea» zu respektieren und von jeglicher Reanimation abzulassen sei.

Spitalangestellte: Auch im Privaten Hilfe leisten

D er nationale Dachverband der Spitäler und Kliniken H+ hat als Qualitätskriterium für ein Spital die Forderung aufgestellt, dass eine Person, die in einem Spital einen Herz-Kreislauf-Stillstand erleidet, innerhalb von einer Minute reanimiert und innerhalb von drei Minuten defibrilliert werden sollte. Dies kann aber nur erreicht werden, wenn alle Spitalmitarbeitende (Pflegepersonal, Ärzte, Mitarbeitende in der Verwaltung und der Logistik) die Reanimationskurse regelmässig absolvieren. Das HFR organisiert deshalb oft interne Kurse. So können Spitalmitarbeitende auch im privaten Umfeld Erste Hilfe leisten.

Noch bietet das HFR keine Reanimationskurse für die Bevölkerung an. Solche sind aber geplant. Ein umfangreiches Schulungsangebot besteht jedoch bei der Schweizerischen Herzstiftung. il

Schweizerische Herzstiftung: www.helpbyswissheart.ch

Mehr zum Thema