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Monteverdi und Frescobaldi neu entdeckt

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Der Auftritt von Il Pegaso war etwas vom Feinsten. Das fünfköpfige Ensemble interpretierte klangschön, mit feinen Phrasierungen und wacher Dynamik. Mit der Kapelle im Bürgerspital Freiburg hatte es den idealen Ort gefunden. Ein kleiner, intimer barocker Raum, der aber auch seine Tücken hat. Der Widerhall forderte von den Musikern eine präzise und angepasste Artikulation.

Bislang unbekannte Werke

Das Ensemble trat im Rahmen des Internationalen Orgelfestivals auf, das heute Samstag in der Franziskanerkirche zu Ende geht. Künstlerischer Leiter ist Maurizio Croci, Organist und Professor am Standort Freiburg der Musikhochschule Lausanne. Er hat das Ensemble Il Pegaso gegründet. Ausschlag dazu hatte die Entdeckung dreier bisher unbekannter Motetten Monteverdis in der Universitätsbibliothek von Breslau (Polen) gegeben. Wie ist so etwas einige Jahrhunderte später überhaupt möglich? Christian Immler, Bariton des Ensembles, erklärt: «Es kann sein, dass solche Einzelwerke ursprünglich anderen Komponisten zugeschrieben wurden.»

Nahezu gleichzeitig wurden auch frühe Fassungen der Frescobaldi-Toccaten entdeckt. So hat sich das Ensemble entschlossen, die neu entdeckten Werke zusammen mit bekannten Kompositionen von Monteverdi, Frescobaldi und Castaldi auf CD festzuhalten. Im Februar wurde das Album «Salve Regina del Signor Monteverde» in der Dreifaltigkeitskirche in Bern aufgenommen. Mit dem Novum will Il Pegaso nächstes Jahr auf Tournee gehen. Das Ensemble wird eine begeisterte Zuhörerschaft finden, wie am Donnerstag in Freiburg. Schade nur, dass so ein stimmiges Konzert nur gerade 50 Zuhörende anzulocken vermochte.

Harmonierende Stimmen

Mit dem Japaner Makoto Sakurada bekam das Publikum eine selten gehörte Tenorstimme zu hören: natürlich, ausgewogen, ohne Vibrato. Aber auch der italienische Tenor Mirko Guadagnini überzeugte. Der gemeinsame Auftritt zweier Tenöre mit unterschiedlichem Timbre hätte nicht spannender sein können. Mit Christian Immler, ebenfalls Professor an der Musikhochschule in Freiburg, gesellte sich eine bekannte, mit stimmlicher Substanz glänzende Baritonstimme zum Team. Begleitet wurden sie von Croci an der Orgel und von der aus Buenos Aires stammenden Evangelina Mascardi. Mit viel Sinn für Nuancen spielte sie die Théorbe. Und als Solistin liess sie ein feines, zartes Instrument entdecken, das man sonst eher als Orchesterinstrument wahrnimmt.

Perlen, die gefielen

Maurizio Croci wiederum spielte virtuos die kleine Barockorgel. Ein Instrument, das nicht wohltemperiert ist und daher zeitweise den Eindruck erweckte, nicht gestimmt oder defekt zu sein. Die Verwunderung im Publikum war dementsprechend. Doch der intime Charakter dieser Perlen aus dem 16. und 17. Jahrhundert hat gefallen, und die Zuhörenden bedankten sich mit einem warmherzigen Applaus.

 

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