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Nach 143 Jahren geht der Zeitungsdruck zu

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Am heutigen 30. Dezember laufen die Rotationsmaschinen der Zeitungsdruckerei St. Paul im Freiburger Perolles-Quartier zum letzten Mal: Noch einmal drucken sie die Zeitungen Freiburger Nachrichten und La Liberté. Danach schliesst die Zeitungsdruckerei (die FN berichteten).

Mehrheit hat eine Lösung

Damit gehen 21 Stellen verloren, die sich 50 Personen geteilt haben. Die allermeisten haben eine Lösung gefunden, wie Thierry Mauron, Direktor der St. Paul Holding AG, ausführt: Mit dem Sozialplan über 2,4 Millionen Franken wurden Umschulungen sowie mehrere frühzeitige Pensionierungen ermöglicht. Zudem haben einige Angestellte das Pensionsalter erreicht, so dass 18 Personen in Rente gehen werden. Vier Angestellte werden innerhalb der St. Paul Holding AG weiter beschäftigt, fünf können eine Stelle im Druckzentrum der Tamedia AG in Bern antreten: Dort werden die FN und La Liberté ab Januar gedruckt. «Eine Person hat keine Lösung gefunden und ist ab Januar arbeitslos», sagt Mauron. Einige Angestellte haben bereits in den letzten zwei Jahren, seit bekannt ist, dass die Zeitungsdruckerei Ende 2014 schliesst, St. Paul verlassen. «Es sind aber nur sehr wenige gegangen», sagt Mauron. «Das Team ist sehr treu und professionell und arbeitet bis zum letzten Tag.»

Holding besteht weiter

Die St. Paul AG sah sich zur Schliessung der Zeitungsdruckerei veranlasst, nachdem die Freiburger Nachrichten AG vor zwei Jahren aus wirtschaftlichen Gründen entschieden hatte, die FN in Zukunft in Bern drucken zu lassen: Die Offerte des Druckzentrums der Tamedia AG lag deutlich unter jener von St. Paul. «Wir hätten gerne noch fünf bis sechs Jahre auf unserer Maschine gedruckt», sagt Mauron. «Danach hätten wir uns grundlegend überlegen müssen, ob wir grosse Investitionen in neue Maschinen tätigen oder den Zeitungsdruck aufgeben.»

Die St. Paul Holding AG besteht weiterhin: Zur Gruppe gehören der Akzidenzdruck, der Buchsektor, die Anzeigenregie Media F und die Zeitung «La Liberté». Die Holding erhalte mit der Schliessung der Zeitungsdruckerei ein neues Gesicht, sagt Mauron. «Wir geben dem Akzidenzdruck eine neue Dynamik, wir wollen neue Märkte erobern.»

Synergien verloren

«Die Schliessung der Zeitungsdruckerei betrifft das ganze Unternehmen», sagt Mauron. Zum einen sei die Rotationsmaschine noch nicht vollständig amortisiert gewesen, so dass ein Verlust resultiere. Zum andern gingen Synergien verloren, beispielsweise beim Transport, aber auch beim Unterhalt: Bisher konnten die Techniker des Akzidenzdrucks und des Zeitungsdrucks sich aushelfen und bei Ferienabwesenheiten einspringen. «Das alles geht nun nicht mehr», sagt Mauron. «Wir mussten die Struktur des ganzen Unternehmens neu überdenken – nun starten wir im Januar auf einer neuen, gesunden Basis.»

 Maschine wird demontiert

Keine Lösung hat das Unternehmen für die Zeitungsdruckmaschine gefunden. «In der Schweiz werden wir keine Käufer für die Maschine finden, wenn sogar die NZZ mit grösseren und moderneren Maschinen ihre Druckerei schliesst», sagt Mauron. Nur Teile der Spedition fanden Abnehmer. «Wir werden die Rotationsmaschine so schnell als möglich demontieren.»

Was kommt ins Gebäude?

Mit der Einstellung des Zeitungsrucks wird im Perolles-Quartier eine grosse Fläche frei. Allerdings ist das Gebäude quasi rund um die Maschine gebaut worden. «So können wir die Räumlichkeiten nicht weitervermieten.» Eine Arbeitsgruppe erstelle eine Analyse und erarbeite verschiedene Möglichkeiten. «Noch ist alles offen», sagt Mauron. Zurzeit befinden sich im Gebäude nebst der Zeitungsdruckerei die Büros der Direktion, der Rechnungsabteilung, des Personalwesens und der Buchverlage von St. Paul, die Marketingabteilung der Zeitung La Liberté – und die Redaktionsräume der Freiburger Nachrichten.

Druckereisterben: Immer weniger Druckereien

D ie Zeitungsdruckerei der St.-Paul-Holding in Freiburg ist nicht die einzige, die schliesst: Das Druckzentrum Société neuchâteloise de presse (SNP) geht Ende April 2015 zu. Die 31 Arbeitsplätze werden abgebaut. Die Zeitungen «L’Express», «L’Impartial» und «Le Courrier neuchâtelois» werden ab Mai in der Tamedia-Druckerei im waadtländischen Bussigny gedruckt. Die Besitzer wollten aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr in eine neue Rotationsdruckmaschine investieren. Das SNP-Druckzentrum gehörte der Editions Suisses Holding (ESH) der französischen Hersant-Gruppe. Diese arbeitet beim In- und Ausland-Bund mit der Walliser Zeitung «Le Nouvelliste» zusammen; diese Zeitung ist von den Veränderungen nicht betroffen. Hingegen werden ab Mai neu auch die Regionalzeitung «La Côte» und die beiden regionalen Wochenpublikationen «Journal de Cossonay» und «Echo rollois et aubonnois» in Bussigny gedruckt.

Auch die NZZ schliesst ihre Druckerei in Schlieren. Von den 184 Arbeitsplätzen fallen maximal 125 weg. Die «Neue Zürcher Zeitung» und die «NZZ am Sonntag» werden künftig im Druckzentrum Zürich der Tamedia AG gedruckt.

Das Bieler Medienhaus Gassmann druckt seine Zeitungen «Journal du Jura» und «Bieler Tagblatt» bereits seit 2012 in der Tamedia-Druckerei in Bern. Damals stand das Bieler Medienunternehmen vor der Frage, ob es die erneuerungsbedürftige Zeitungsdruckerei und Speditionsanlage ersetzen oder eine Kooperation eingehen soll. Wegen Überkapazitäten bei bestehenden Anlagen entschied sich Gassmann für die Kooperation. njb

 

Produktion: Keine Änderung für Redaktion

D ie Freiburger Nachrichten werden ab Januar in Bern produziert, so wie die Zeitung La Liberté. Der Wechsel des Druckstandorts hat für die FN-Redaktion nur geringfügige technische Änderungen zur Folge. Die Betriebs- und Produktionsabläufe bleiben unverändert: Die Redaktion arbeitet nach wie vor im Gebäude der St. Paul AG im Perolles sowie am Irisweg in Murten. Die Abschlusszeiten bleiben dieselben wie bisher. Der Grossteil der Zeitungen wird von der Post nach Freiburg geliefert; die anderen bringt Tamedia direkt zu den Auslieferstellen. njb

 

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