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Nach 86 Jahren segensreicher Arbeit

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Nach 86 Jahren segensreicher Arbeit

Die Kanisiusbuchhandlung bei der Kathedrale hat ihre Tätigkeit eingestellt

Am Mittwoch ist die von den Kanisiusschwestern geführte Buch- und Devotionalienhandlung im Freiburger Burgquartier geschlossen worden. Die Schwestern waren aus personellen Gründen nicht mehr in der Lage, diesen Laden selber zu führen. Ein Betrieb ausschliesslich mit Laienkräften lag wirtschaftlich nicht drin.

Von WALTER BUCHS

«Wir bedauern die Aufgabe der Buchhandlung an der Hängebrückstrasse sehr, doch wir können das Rad der Zeit nicht aufhalten.» Dies stellte Rechtsanwalt Elmar Perler, Präsident des Vereins Kanisiuswerk, am Mittwoch im Gespräch mit den FN fest. Eine Weiterführung sei wirtschaftlich nicht zu verantworten gewesen; es war ein Werk des Apostolats.

Kein optimaler Standort

Die Schliessung eines weiteren Ladens im Burgquartier kommt nicht überraschend, auch wenn die Buchhandlung direkt neben der Kathedrale und an einer Bushaltestelle lag. Der Standort an einer dicht befahrenen Durchgangsstrasse mit wenigen, meist besetzten Parkplätzen erwies sich als ungünstig. Laufkundschaft konnte kaum gewonnen werden. So stellte Schwester Maximiliana, die den Laden seit 1993 leitete, nachdem sie vorher während 40 Jahren in der Buchhandlung am Bahnhofplatz tätig war, fest, dass die Buchhandlung hauptsächlich von der Tradition und von der Stammkundschaft gelebt hat.

Dazu kommt die personelle Situation der in Freiburg überalterten Gemeinschaft der Kanisiusschwestern. Als Schwester Alberta Bürdel, die den Laden seit 1964 umsichtig führte, 1991 aus Alters- und Gesundheitsgründen angehalten werden musste, die Arbeit endgültig in andere Hände zu geben, wurde die Leitung zwei Laien übertragen. Doch diese Lösung erwies sich trotz engagierter und kompetenter Führung als wirtschaftlich nicht tragbar. In dieser Situation erklärte sich Schwester Maximiliana 1993 bereit, die Leitung der Buchhandlung am Bahnhofplatz aufzugeben und jene im Burgquartier zu übernehmen, wie der von Pater Georg Schelbert geschriebenen Geschichte des Kanisiuswerks zu entnehmen ist (Freiburg, 1998).

Elf Jahre später muss nun auch die mittlerweile 73-jährige Schwester Maximiliana kürzer treten und ein Ersatz aus der Gemeinschaft fehlt. So war der Schliessungsentscheid für die Verantwortlichen unumgänglich. Dazu kommt, dass das Haus, in dem die Buchhandlung untergebracht war, von den Freiburger Domherren als Besitzer vor einem Jahr verkauft wurde. Es musste in absehbarer Zeit mit einem bedeutend höheren Mietzins gerechnet werden.

Weiterführung am Bahnhofplatz

Die im Sommer 1918 an der Hängebrückstrasse in Freiburg unter dem Namen «Josephsladen» gegründete Buchhandlung hat sich in den vergangenen Jahrzehnten auf Bücher und Schriften zu Spiritualität, Katechese und praktische Pastoral spezialisiert. Das Angebot an Devotionalien (Kreuze, Ikonen, Statuen, Rosenkränze und Medaillen) war ebenfalls umfassend und von hoher Qualität. Ergänzt wurde dieses unter anderem durch Geschenkbüchlein, Karten, Papeterieartikel usw. Dieses umfassende Angebot wird nun im Quartier fehlen und die treue Kundschaft verliert ein Stück Heimat, wie am gestrigen Tag verschiedentlich zu hören war.

Wie die Verantwortlichen ihrer Kundschaft mitgeteilt haben, wird das Angebot im Bereich des religiösen Buchs in der Kanisiusbuchhandlung an der Bahnhofstrasse 6 vollumfänglich integriert. Das bisherige Sortiment wird somit noch erweitert. Im Laden am Bahnhof sind ab sofort auch religiöse Kunst (Kreuze, Ikonen) und Devotionalien (Rosenkränze usw.) erhältlich. Ebenfalls werden die bekannten Weihnachtskrippen übernommen. Die Verantwortlichen sind sich bewusst, dass auch hier schlussendlich die Nachfrage die Antwort liefern wird, wie lange das Angebot verfügbar ist.

Verlust an unersetzlicher Erfahrung

Viel Stamm- und gelegentliche Kunden sind sich einig, dass jetzt nicht bloss der Verlust einer weiteren katholischen Buchhandlung zu beklagen ist, wie aus verschiedenen Gesprächen hervorgeht. Während nun über fünfzig Jahren habe Schwester Maximiliana ihre «hervorragenden Kenntnisse» der Literatur, namentlich der theologischen, aber auch der Belletristik, einfühlsam in den Dienst der Kundenberatung gestellt. Sie stand mit wertvollen Ratschlägen zur Seite, ohne aufdringlich zu sein. Dass ihrem alters- und gesundheitlich bedingten Rückzug in die Gemeinschaft dieses «unersetzliche Wissen» nun nicht mehr direkt zur Verfügung steht, wird allgemein bedauert.
Katholische Verlage betroffen

Mit dem Ende der Kanisiusbuchhandlung schrumpft die Zahl der katholischen Buchhandlungen in der Schweiz weiter. Verschiedene haben ihr Angebot einer säkularisierten Kundschaft angepasst oder sich ökumenisch zusammengeschlossen, wie zum Beispiel die Buchhandlung Paul Voirol in Bern. Neben der Kanisiusbuchhandlung am Bahnhof gibt es in Freiburg noch zwei weitere, religiösen Gemeinschaften gehörende Läden, jedoch mit französischsprachigem Schrifttum: die Paulusbuchhandlung im Perolles und die Buchhandlung St-Augustin in der Lausannegasse.

Die Vereinigung des katholischen Buchhandels zählt in der Deutschschweiz noch rund dreissig Mitglieder. Hans Thomas, Lektor beim Paulusverlag in Freiburg und von 1996 bis 2002 Präsident der Vereinigung des katholischen Buchhandels, erklärte gegenüber der Kipa, das Sterben der katholischen Buchhandlungen stehe in direktem Zusammenhang mit dem fehlenden Ordensnachwuchs. Der Einbruch sei in Deutschland noch grösser als in der Schweiz. Eine Zeitlang habe es sogar im katholischen München keine katholische Buchhandlung mehr gegeben, bis die Salesianer Don Boscos und das Bistum wieder eine solche ins Leben riefen.

Wenn eine katholische Buchhandlung schliesse, treffe dies auch die katholischen Verlage, gibt Thomas zu bedenken. Entsprechende Buchhandlungen würden über das fachlich qualifizierte Personal verfügen. Fehle dieses, sei es schwieriger, Bücher in den Verkauf zu bringen. Eine Alternative zu katholischen Buchhandlungen seien Klosterbuchhandlungen. Von denen gebe es aber in der Schweiz quasi keine. Bücherecken in Kirchen oder an Veranstaltungen seien keine Alternative zu den fehlenden katholischen Buchhandlungen. FN/Kipa

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