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Neue Bulls vor alten Herausforderungen

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Der Abstieg aus der Swiss Regio League, dann die annullierte Relegation wegen Corona, ein viel diskutierter Trainerwechsel, eine in Windeseile aus dem Boden gestampfte neue Vereinsstrategie, zahlreiche Mutationen im Kader – bei den Düdingen Bulls hat sich in den letzten sechs Monaten einiges ereignet. Ob der Verein rechtzeitig zum Saisonstart der Swiss Regio League alles wieder auf die Reihe gekriegt hat, wird sich am Samstag beim Meisterschaftsauftakt in Bülach (17.45 Uhr) zeigen. Düdingens neuer Headcoach Manfred «Freddy» Reinhard ist jedenfalls zuversichtlich. Warum, das erklärt er im Interview mit den FN.

Freddy Reinhard, nennen Sie drei Gründe, weshalb diese Saison erfolgreicher verlaufen wird als die letzte?

Weil es eine neue Saison ist, alles beginnt bei Null und wir uns voll auf das Hier und Jetzt konzentrieren. Es nützt nichts, sich darüber den Kopf zu zerbrechen, was gewesen ist. Zweiter Grund: Wir hatten den Corona-Umständen entsprechend eine sehr gute Vorbereitung. Und drittens, weil ich an meine Jungs und an das Team glaube.

Der Glaube allein versetzt noch keine Berge …

Der Glaube allein vielleicht nicht, aber gepaart mit harter Arbeit, Disziplin und Leidenschaft. Das sind die Werte, die ich von zu Hause mitbekommen habe und die wir in unserer Mannschaft leben. Als Trainer habe ich die Verantwortung für diese junge Truppe übernommen, und ich freue mich darauf, diese tragen zu dürfen. Die Spieler tragen aber ebenfalls eine Verantwortung, eine Verpflichtung gegenüber dieser eishockeybegeisterten Region und dem Club, in dem sich so viele mit grosser Leidenschaft engagieren. Vom Materialwart über den Physio, vom Konditionstrainer über den TK-Chef bis zum Clubpräsidenten, sie alle arbeiten mit viel Begeisterung dafür, dass das Team die bestmöglichen Bedingungen vorfindet. Ich erwarte von den Spielern, dass sie das realisieren und sich ebenfalls mit grösster Leidenschaft und Begeisterung voll reinknien. Dann können wir Berge versetzen.

Das Hauptproblem der letzten Saison waren die zahlreichen verletzungsbedingten Ausfälle. Ihr Vorgänger Thomas Zwahlen war deshalb gezwungen, die Linien ständig umzustellen, so dass die Mannschaft gar nie richtig eingespielt war. Wie können Sie verhindern, dass sich solches wiederholt?

Verhindern kann man Verletzungen nicht, aber man kann beeinflussen, wie man damit umgeht. Ich habe schon den einen oder anderen Verletzten im Team, das bereitet mir aber kein Kopfzerbrechen. Wenn wir mit zehn Spielern antreten müssen, dann akzeptieren wir das und konzentrieren unsere Energie auf jene Jungs, die auf dem Eis stehen, anstatt über die vielen Verletzten zu klagen. Wir müssen vermehrt lösungsorientiert denken. Wenn ein Spieler verletzt ist, dann tut mir das sehr leid für ihn. Jeder will spielen, und es ist hart, wenn man so viel investiert und zuschauen muss. Für mich als Trainer sind verletzte Spieler allerdings irrelevant, ich befasse mich erst wieder mit ihnen, sobald sie wieder einsatzfähig ist. Ich lege meinen Fokus auf die gesunden Spieler, auf jene, die uns bei der Lösung unserer Aufgaben helfen können. Alles andere bringt nichts.

Düdingen hatte nicht nur letzte Saison viele verletzungsbedingte Ausfälle, sondern auch schon im Jahr davor. Pech oder Überbeanspruchung?

Das sind Überlegungen, die man sich machen muss, und die wir uns auch gemacht haben. Wenn man viele Verletzte hat, taucht immer die Frage auf, ob man falsch trainiert. Das glaube ich nicht. Mit Michel Dousse haben wir einen Konditionstrainer, der hervorragende Arbeit macht. Und wenn ich im Team eine grosse körperliche oder mentale Müdigkeit feststelle, dann ist für mich durchaus eine Option, mal eine Woche lang nicht aufs Eis zu gehen und stattdessen zu wellnessen. Das Problem der Verletzungen ist ein anderes.

Welches?

Es ist zwar megacool, gegen Teams wie Arosa, Martigny oder Dübendorf spielen zu dürfen, aber der Ligaalltag ist extrem intensiv. Während der Woche stehen wir dreimal auf dem Eis, entweder für Trainings oder Matches. Am Wochenende ist auch immer ein Spiel. Die Jungs absolvieren ein ähnliches Programm wie Profi-Eishockeyspieler, nur dass sie Amateure sind und nebenbei noch ihre Brötchen verdienen müssen. Das geht an die Substanz.

Haben Sie das Kader verbreitert, um Ausfälle besser zu kompensieren?

Mit 15 Stürmern, acht Verteidigern und zwei Goalies sind wir nun breit aufgestellt. Das macht es uns einfacher, Ausfälle wegzustecken. Der gute Kern vom Vorjahr ist geblieben und wir hatten das Glück, dass wir den einen oder anderen starken Zuzug tätigen konnten. Unser Kader ist nur breiter als letzte Saison. Ich weiss auch, dass jeder im Team eine Rolle übernehmen kann. Zudem pflegen wir weiterhin unsere Zusammenarbeit mit Gottérons Nachwuchs, mit SenSee Future, La Chaux-de-Fonds und Sierre. So können wir Spieler mittels B-Lizenz zu uns holen, wenn es nötig ist.

Die Zusammenarbeit mit Gottéron hat in den letzten Jahren aus diversen Gründen nicht so gut funktioniert.

Wir haben alle unsere kleinen Schlachtfelder, auf denen wir uns aufreiben und die dafür sorgen, dass nicht immer alles so läuft, wie man es geplant hat. Aber auch hier gilt: Es ist eine neue Saison, alles beginnt bei Null. Und das letztjährige Problem, dass die Spieler mit einer B-Lizenz zwar für Düdingen gespielt, aber nicht mit dem Team mittrainiert haben, wird es in dieser Saison so nicht mehr geben.

Ziel der «Vision Bulls 2025» ist es, nicht nur die Partnerschaften zu pflegen, sondern vermehrt Freiburger Spieler ins Team zu holen. Wie haben Sie das umsetzen können?

Wir haben kürzlich zusammengezählt: Unsere 25 Spieler haben in ihren bisherigen Karrieren rund 5500 Matches für Teams im Kanton Freiburg bestritten. Ich finde, das ist sehr viel Region. Die regionale Identifikation mit den Düdingen Bulls ist sicherlich gegeben, was für die Spieler, aber auch den Verein und die Zuschauer ein wesentlicher Punkt ist.

Mit neun Abgängen und dreizehn Zuzügen hat sich das Gesicht Ihres Teams sehr verändert. Wie schwierig war es angesichts der Corona-Pandemie, die neue Mannschaft zu einer Einheit zu formen?

Corona hat es insofern erschwert, als dass wir lange nicht gemeinsam trainieren konnten und sich die Integration der neuen Spieler hinausgezögert hat. Da dürften andere Mannschaften, die weniger Wechsel im Kader hatten, schon weiter sein. Aber weil wir nicht irgendwelche Spieler holen gegangen sind, sondern sehr darauf geachtet haben, dass die Neuen charakterlich ins Team passen, konnten wir in den letzten sieben Wochen grosse Fortschritte machen.

Mit einem Durchschnittsalter von knapp 24 Jahren ist Ihre Equipe relativ jung. Könnte das zu einem Nachteil werden?

Die fehlende Erfahrung könnte tatsächlich unser wunder Punkt sein. Da sind die Älteren im Team gefordert, da bin ich als Trainer gefordert, damit sich das nicht negativ auswirkt. Und die jungen Spieler zwingt es, schneller erwachsen zu werden und zu lernen, Verantwortung zu übernehmen. Das ist etwas, das ihnen auch im Privat- und Berufsleben zugutekommt.

Wie zufrieden sind Sie mit der Vorbereitung inklusive Testspiele?

Als ich die Mannschaft übernommen habe, war sie physisch top. Ich kann nur rühmen, was andere für mich für Vorarbeit geleistet haben. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass wir weiterhin die besten Bedingungen haben und richtig Gas geben können. Bei den Testspielen ist uns das schon ziemlich gut gelungen. In acht Partien haben wir fünfmal gewonnen und dreimal verloren, wobei einmal nur knapp in der Verlängerung. Die Resultate der Vorbereitungsspiele sind für mich nicht massgebend. Wichtiger war, dass wir erste Automatismen einüben konnten und die Jungs mein Spielsystem zu verstehen lernten.

Wie würden Sie das Spielsystem von Freddy Reinhard beschreiben?

Meine Philosophie ist es, dass auf dem Eis nicht Deutsch, Französisch oder Italienisch gesprochen wird, sondern dass alle die Bulls-Sprache beherrschen.

Und wie tönt die Bulls-Sprache?

Das werden Sie am Samstag beim ersten Spiel sehen.

Was ist das Saisonziel der Düdingen Bulls?

Man soll nicht zu weit nach vorne schauen, weil man sonst den Fokus auf das Hier verliert. Aber mein Ziel ist es, die Playoffs anzuvisieren. Die Playoffs in der Swiss Regio League hat Düdingen noch nie erreicht. Es ist höchste Zeit dafür.

Wie schätzen Sie die Konkurrenz ein?

Es gibt verschiedene Niveaus innerhalb der Liga. Da sind Vereine wie Martigny, Basel oder Dübendorf, die budget- und zielgesteuert arbeiten. Sie verfügen über ganz andere finanzielle Mittel als wir und haben ihre Aufstiegsambitionen klar formuliert. Aber ich glaube im Sport mehr an die Arbeit als an die Kohle. Wer Disziplin, Leidenschaft und harte Arbeit investiert, der wird am Ende belohnt.

Beim Saisonauftakt müssen die Düdingen Bulls auswärts beim EHC Bülach antreten. Wie schätzen Sie die Zürcher ein?

Bülach hat ein sehr gutes Team, profitiert von der Partnerschaft mit Kloten. Die Zürcher spielen ein schnelles, technisch hochstehendes Eishockey. Für uns wird das gleich ein richtiger Gradmesser.

Am Mittwoch bestreiten Sie dann gegen Martigny das erste Heimspiel. Während den Spielen in der Eishalle Sense-See herrscht Maskenpflicht. Haben Sie Angst, dass deswegen weniger Publikum kommen könnte und die Stimmung leidet?

Die Zuschauer kommen dann in die Halle, wenn wir sie begeistern können, wenn sie Spass haben an den Spielen und wenn sie sich mit dem regionalen Team identifizieren können – unabhängig von einer Maskenpflicht. Es ist an uns, dafür zu sorgen, dass wir eine volle Halle haben und an unseren Matches die Party abgeht.

Saison 2020/21

Das Kader derDüdingen Bulls

Torhüter: Andreas Brülisauer (Jahrgang 1998/neu, Uni Neuenburg), Lucas Gaudreault (99).

Verteidiger: Gaël Bulliard (98), Ludovic Hayoz (91), Maxime Jaquet (98/neu, Martigny), Matthias Jörg (99), Aurélien Mroczek (00), Sandro Nussbaumer (95/neu, Saane-Freiburg), Andres Pinana (99/neu, Bellinzona), Sandro Thom (96).

Stürmer: Bryan Abreu de Nobrega (98), Marco Baeriswyl (92), Jonas Braichet (91), Yannik Chassot (96), Philipp Fontana (82), Lionel Heughebaert (99/neu, Lausanne U20-Elit), Gian Knutti (00/neu, Gottéron U20-Elit), Luca Knutti (95), Manuel Kreuter (99/neu, SenSee Future), Antoine Maillard (94), Mathys Mojonnier (00/neu, Gottéron U20-Elit), Marc Moser (90/neu, Saane-Freiburg), Simon Perdrizat (94/neu, Plaffeien), Damien Riedi (93), Alessio Vezzoli (00/neu, Ambri-Piotta U20-Elit).

Trainer: Freddy Reinhard. Assistenz-Trainer: Patrick Rigolet, Thomas Müller.

Abgänge: René Bruni (Huttwil), Benjamin Bussard (-), Benoit Grandjean (Château d’Oex), Damian Guggisberg (-), Guillaume Leva (Martigny), Elton Shala (Bulle), Yannick Stettler (Oberlangenegg), Noel Tschanz (-), Michel Zwahlen (Bösingen).

 

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