Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Neue Strassennamen im Auquartier

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Nicole Jegerlehner

Wo liegen Poletz-Gasse, Lachsweg, Bolzweg, Rababou-Gasse und Legendenweg? Im Stadtfreiburger Auquartier. Kein Wunder, kennt noch niemand diese Strassen – sie erhielten erst vor kurzem einen Namen, und die Strassenschilder werden erst im Herbst während einer kleinen Feier angeschraubt. «Wir haben gesehen, dass es im Auquartier mehrere namenlose Strassen und Gassen gibt», sagt Yvan Jelk. Der Leiter des städtischen Grundbuchamts gehört zusammen mit Stadtarchivar Jean-Daniel Dessonnaz zum harten Kern einer Arbeitsgruppe, welche sich um neue Strassenbenennungen kümmert.

Ans Bolz erinnern

Zusammen mit Vertreterinnen und Vertretern des Quartiervereins und Historikern hat die Arbeitsgruppe nach Namen für die unbenannten Gassen und Spazierwege gesucht. Schnell einmal sei klar geworden, dass die Namen ans Bolz, die Stadtfreiburger Sprache, welche Französisch und Deutsch mischt, erinnern soll, sagt Jelk.

Kinderspiele in der Gasse

An der Schmiedgasse liegt zwischen den Gebäuden Nummer 3, 5 und 9 ein Gässchen. Dieses heisst von nun an Poletz-Gässchen – und erinnert daran, dass die Kinder hier früher mit Holzkügelchen Poletz gespielt haben, eine Art Murmelspiel. Von der Samaritergasse 34 führt neu der Bolzweg zu Hinter den Gärten 18; dieser Namen steht für die Sprache und die Personen, die sie noch sprechen.

Wink an Audriaz

Von der Samaritergasse 40 führt die Rababou-Gasse hin zum Klein-Sankt-Johann-Platz – wo am Ende der Stadtfreiburger Fasnacht der Rababou verbrannt wird. Im neubenannten Gässchen versammeln sich zudem die Karnavalsbegeisterten, die sich als Rababou – als Holzdieb – verkleiden. Und nicht zuletzt erinnert der Name eben an die «Holzdiebe» selber: Die Leute, die in den Wäldern Holz gesammelt haben, um ihre Wohnungen zu heizen.

Der neubenannte Legendenweg führt von der unteren Zähringerbrücke zum Grabensaalweg 7. «Wir dachten an alle Legenden der Stadt Freiburg, beispielsweise an den Drachen im Galterental», sagt Jean-Daniel Dessonnaz. Gleichzeitig sei der Name des Weges natürlich auch ein Augenzwinkern an Hubert Audriaz, welcher all diese Legenden wieder auferstehen lasse; Audriaz wohnt im Grabensaal.

Auf den ersten Blick etwas weniger naheliegend ist die Benennung des Lachswegs. Er führt von der Schmiedgasse 11 entlang der Saane hin zur Neiglenstrasse 11. «Hier waren uns zwei Aspekte wichtig», sagt Dessonnaz: Zum einen wurden in Freiburg noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts Lachse aus der Saane gefischt. «Das ist auch eine Erinnerung daran, dass die Wasserqualität einst viel besser und der Fluss noch unverbaut war, so dass Lachse darin schwammen», sagt Dessonnaz.

Herberge und Brauerei

Zum andern erinnert der Name an die «Auberge du Saumon», die an der Neiglenstrasse stand und bereits 1626 in Dokumenten erwähnt wurde; damals hing am Haus bereits ein Schild mit dem Namen der Herberge. «Dieses Gebäude hat eine besondere Geschichte», sagt Dessonnaz. Die Herberge verfügte über eine Lizenz, die sie als Ort für Rendez-vous ausserhalb der Stadtmauern auszeichnete.

Hier wurde gebraut

Nicht zuletzt ist die «Au-berge du Saumon» einer der Geburtsorte der industriellen Bierbrauerei im Kanton Freiburg. «Damit steht das Gebäude auch für einen charakteristischen Wirtschaftszweig der Unterstadt», sagt Dessonnaz.

Als später der «Pont Suspendu» gebaut wurde, hiess ein Pavillon auf der Schönbergseite «Le Saumon». 1880 erhielt der Pavillon das Beherbergungsrecht, das bis dahin der «Auberge du Saumon» gehört hatte. Heute steht unweit der Stelle, an der das Pavillon thronte, das Restaurant Grand-Pont.

Historisch verankert

«Uns ist wichtig, dass die neuen Strassennamen historisch gesehen eine Berechtigung haben», sagt Yvan Jelk – dass sie also zum Ort passen. Das ist auch so, wenn Strassen nach Persönlichkeiten benannt werden. «Wir erhalten immer wieder Anfragen von Familien, die eine Strasse nach einem Vorfahren benennen möchten», sagt Jelk. Das gehe aber nur, wenn die Person an einer bestimmten Strasse gewirkt habe oder dort geboren oder verstorben sei. «Die Person muss einen Zusammenhang mit der Örtlichkeit haben», sagt Jelk.

Das Gleiche gelte für die Petition, welche mehr Frauennamen im öffentlichen Raum verlangt (die FN berichteten): «Seit rund zehn Jahren schauen wir darauf, dass wir Strassen auch nach Frauen benennen – aber die Örtlichkeit muss halt auch passen», sagt der Grundbuchamtsleiter.

Keine neuen Namen

Was für die beiden Männer undenkbar ist: eine Strasse umzubenennen. «Das wurde in Freiburg auch schon gemacht, und das wird sehr schlecht akzeptiert», sagt Jelk. Noch Jahrzehnte später benutzten die Leute den alten Strassennamen. «Was noch schlimmer ist: Eine Strasse neu zu benennen und den früheren Namen auf eine andere Strasse zu transferieren», sagt Jelk. Da herrsche das totale Chaos, niemand wisse mehr, wo sich nun welche Strasse befinde: «Strassen haben eine Geschichte.»

Einen Saal benennen

Darum sei es manchmal besser, einen Saal nach einer Persönlichkeit zu benennen oder an einem Gebäude eine Gedenktafel anzubringen. «Heutzutage erst recht, denn wir haben nicht mehr viele namenlose Strassen», sagt Jelk.

Mehr zum Thema