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Neuer Fall von sexuellen Übergriffen unter Jugendlichen im Broyebezirk

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Autor: Regula Saner

«Trotz der Schwere einiger Handlungen kann man den Fall nicht mit Schmitten und Bulle vergleichen», betonten der Präsident der Jugendstrafkammer, Michel Lachat, und Untersuchungsrichterin Yvonne Gendre anlässlich einer Medienkonferenz. «Es handelt sich weder um eine Gruppenvergewaltigung noch um Prostitution von Minderjährigen», präzisierten sie weiter. Die Rede ist vom jüngsten Fall sexueller Übergriffe unter Jugendlichen im Kanton, welcher sich in Estavayer-le-Lac abspielte und am Mittwoch von der Westschweizer Zeitung «Le Temps» öffentlich gemacht wurde. Nicht zuletzt zum Schutze der Opfer luden deshalb die Justizbehörden zu einer kurzfristig anberaumten Medienkonferenz ein, um präzise zu informieren.

Was war geschehen? Eine 14-jährige OS-Schülerin aus Estavayer-le-Lac liess sich von einem 17-jährigen Jungen – in welchen sie verliebt war – überreden, zusammen mit einer gleichaltrigen Freundin mehrere Jungs zu befriedigen. In der Folge kam es an verschiedenen Orten zu Oralsex (bei einigen Jungs zuhause, in öffentlichen Toiletten, auf Parkplätzen, beim Bahnhof und einmal in einem Jugendraum der Gemeinde).

Ein Arztbesuch eines der Mädchen setzte den Geschehnissen ein Ende, welche sich bis Mitte November 2008 abspielten.

Bedingte Gefängnisstrafen drohen

Die Behörden eröffneten von Amtes wegen gegen 15 Jugendliche eine Strafuntersuchung. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Mädchen glaubten, dass sie die sexuellen Handlungen hinnehmen müssten, um in der Gruppe akzeptiert zu sein.

Die zwei Haupttäter, ein Minder- und ein Volljähriger, wurden befristet in Untersuchungshaft genommen und später wieder entlassen. Die Angeschuldigten sind vier Schweizer, ein Spanier, ein Portugiese, ein Jugendlicher stammt von den Kapverdischen Inseln und acht kommen aus dem Balkan.

Gemäss Yvonne Gendre riskierten die mündigen Angeschuldigten eine bedingte Gefängnisstrafe. «Der Sachverhalt ist jedoch schwierig abzuklären. In erster Linie muss geklärt werden, ob die Angeschuldigten das Alter der Mädchen kannten.»

Prävention ist besonders wichtig

Anlässlich der Medienkonferenz kamen auch Vertreter der Erziehungsdirektion (EKSD) zu Wort. Sie setzten den Akzent auf die Prävention. Sie betonten allerdings auch, dass die Vorfälle nicht in der Schule stattfanden. «Die Schule kann viel, aber nicht alles. Sie hat insbesondere keine Handhabe gegen allgemeine gesellschaftliche Entwicklungen», sagte Patrice Borcard, wissenschaftlicher Berater bei der EKSD. Er kritisierte jedoch den allzu leichten Zugang zur Pornografie im Internet.

Léon Gurtner, Leiter des Amtes für französischsprachigen obligatorischen Unterricht, ergänzte: «Ein wichtiger Punkt ist, dass die Jugendlichen zwischen der realen und der virtuellen Welt unterscheiden können.»

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