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Neues Leben für Jaundeutsch-Verein

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Der Förderverein Jaundeutsch hat sich ganz dem eigentümlichen Deutsch aus Jaun verschrieben. Doch dessen Mitglieder wohnen zu einem grössten Teil gar nicht mehr da. Es sind Heimwehjauner: Sie sind zwar in dem Tal im Greyerzbezirk aufgewachsen, aber im Laufe ihres Lebens weggezogen. So erging es Leo Buchs, dem ehemaligen Vereinspräsidenten und Autor des Jaundeutschen Wörterbuchs, aber auch Aldo Buchs, dem jetzigen Präsidenten.

«Erst wenn man Jaun verlässt, wird einem bewusst, wie speziell diese Sprache ist», meint Aldo Buchs. «Einmal hat mich ein Zürcher gefragt, was ich denn für einen Dialekt spreche, er verstehe mich ja gar nicht», fügt er an und lacht. Das sei wahrscheinlich mit ein Grund, weshalb im Vorstand des Vereins vornehmlich Leute sässen, die ausgewandert seien. Vergangene Woche kamen sie für die Generalversammlung des Vereins alle im Fang zusammen. Dort wurde Aldo Buchs, selbst in St. Silvester wohnhaft, zum neuen Präsidenten gewählt. Leo Buchs musste das Amt aus gesundheitlichen Gründen abgeben, wie Aldo Buchs ausführt.

2012 gegründet

Leo Buchs war es, der den Verein initiiert hatte. Denn er ist der Autor des Jaundeutschen Wörterbuches und zur Unterstützung für dieses Buch wurde der Verein ursprünglich gegründet, im Jahr 2012. Zwei Jahre später, 2014, ist das Wörterbuch gedruckt worden. Und was passiert mit dem Verein? «Er soll bestehen bleiben», sagt Aldo Buchs bestimmt. Er ist zwar erst seit einigen Tagen Präsident, hat aber bereits Ideen: Er wolle Kontakt suchen mit den jungen Einwohnerinnen und Einwohnern von Jaun. Er fügt an: «Ich möchte das Jaundeutsche bekannt machen und Interesse daran wecken.»

Denn: Jaundeutsch sei eine eigene Sprache, das hätten Forschungen der Linguistin Marie-José Kolly ergeben. Es habe eine viel grössere Anzahl Vokale als andere Sprachen. Neben Jaun existierten nur zwei weitere Orte in Europa mit einer eigenen Sprache: Gibraltar und Worms in Deutschland.

Leo Buchs habe unglaubliches geleistet für die Sprache, sagt der neue Vereinspräsident. In jahrelanger Arbeit habe er Wörter gesammelt, übersetzt und im Wörterbuch zusammengefasst.

Begonnen damit hatte bereits sein Bruder Eduard Buchs, der in den 1980er-Jahren Mundartwettbewerbe in Jaun durchführte. Den ersten gewann Leo Buchs. Nach dem Tod seines Bruders führte er dessen Arbeit weiter. Nach dem Jaundeutschen Wörterbuch veröffentlichte er 2017 ein weiteres Werk: In «Früer ìsch mengs gònz òndersch gsyy» erzählt er kleine Geschichten aus Jaun, in Jaundeutsch und in hochdeutscher Übersetzung.

Seit mehr als 60 Jahren wohne Leo Buchs nicht mehr in Jaun. Doch mit seinen Werken habe er «allen auswärtigen Jaunerinnen und Jaunern die Heimat ins Haus gebracht», sagt Aldo Buchs.

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