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Nierenpatienten-Verband unterstützt Gegenvorschlag des Bundesrats

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Die Präsidenten der Regiogruppen des Verbands Nierenpatienten Schweiz waren sich am Samstag schnell einig: Sie unterstützten an ihrer Konferenz im Spital Merlach-Murten grundsätzlich den ­indirekten Gegenvorschlag des Bundesrats zur Volksinitia­tive «Organspende fördern – Leben retten». Die im März eingereichte Volksinitiative sieht die Widerspruchslösung vor: Jede in der Schweiz wohnhafte Person wird zum Organspender, falls sie sich nicht zu Lebzeiten dagegen entschieden hat. Dies soll nach dem Willen des Initiativkomitees in der Verfassung verankert werden.

Lieber den Spatz in der Hand

Im September hatte der Bundesrat einen Gegenvorschlag unterbreitet. Die sogenannt erweiterte Widerspruchslösung sieht im Gegensatz zur Volks­initiative eine Gesetzesänderung statt einer Verfassungsänderung vor. Der Gesetzesentwurf unterstützt das Kernan­liegen der Initiative – den Wechsel von der Zustimmungs- zur Widerspruchslösung. Der Bundesrat möchte jedoch wie aktuell auch die Angehörigen miteinbeziehen. Konkret heisst dies: Findet sich kein dokumentierter Wille des Verstorbenen, können die Angehörigen der Entnahme von Organen widersprechen, wenn dies dem mutmasslichen Willen des Verstorbenen entspricht. Damit der Wille festgehalten werden kann, will der Bund ein Widerspruchsregister schaffen.

Der Gesetzesentwurf befindet sich bis am 13. Dezember in der Vernehmlassung. Bis dahin können Bürger Stellung nehmen. «Wir hätten zwar Form und Inhalt der Initiative bevorzugt, sprechen uns nun aber für den Gegenvorschlag des Bundesrats aus. Er stellt eine greifbare, schnell umsetzbare Lösung dar, auf die man weiter aufbauen kann», sagte Präsidentin Andrea Schäfer aus Praz. Lieber den Spatz in der Hand, war der Grundtenor der versammelten Regiopräsidenten aus der ganzen Schweiz.

Ebenfalls anwesend waren Vertreter der Nierenpatientenverbände aus Deutschland, Bayern und Österreich. In Österreich ist die Widerspruchslösung bereits in Kraft. «Die Anzahl Spender hat sich dadurch erhöht», so Rudolf Brettbacher, Präsident der Arge ­Niere Österreich.

Der Verband Nierenpatienten Schweiz baut seine Stellungnahme auf der Position von Swisstransplant auf, der nationalen Stiftung für Or­­ganspende und Transplantation. «Das Kernanliegen wird mit dem Gegenvorschlag zielgerichtet umgesetzt», sagte Swisstransplant-CEO und Herzchirurg Franz Immer, der an der Konferenz als Redner teilnahm. «Wir begrüssen das beschleunigte Vorgehen des Bundesrats.»

Swisstransplant erhofft sich durch die Widerspruchslösung mehr Organspenden und weniger lange Wartezeiten für Betroffene. So befanden sich 2018 über 1500 Personen auf der Warteliste für eine Niere: Transplantiert wurden nur 352 Nieren. Auf ein neues Herz warteten 98 von 148 Patienten vergebens, auf eine neue Leber 251 von 407 Patienten und auf eine neue Lunge 45 von 87  Patienten. Swisstransplant spricht sich wie der Bundesrat für den Einbezug der Angehörigen und für die Einführung eines zeitgemässen, elektronischen Registers aus. «Wir wünschen uns statt eines Widerspruchsregisters jedoch ein Ja/Nein-Register. Nur dadurch herrscht Gewissheit über den Willen des Verstorbenen.» Swisstransplant würde dafür sein nationales Online-Organspenderegister zur Verfügung stellen.

«Der Gegenvorschlag des Bundesrats stellt eine greifbare, schnell umsetzbare Lösung dar.»

Andrea Schäfer

Präsidentin Verband Nierenpatienten Schweiz

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