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Parlamentarier im «angenehmen Stress»

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Der CVP-Fraktionsausflug führte in den Kanton Freiburg

Autor: Von MARCEL WAEBER

«Nein, diese Region hier kenne ich nicht», sagte Bundesrätin Ruth Metzler auf dem legendären Fofenhubel oberhalb des Dorfes Rechthalten, wobei sie gleichzeitig darauf hinwies, dass ihr natürlich Freiburg nicht fremd ist. «In meiner Studienzeit war ich eher nach Murten beziehungsweise gegen das Seeland hin ausgerichtet.» Mit Interesse liess sich die Bundesrätin in der Folge die Lage des Mont Vully (Wistenlacherberg) erklären, auf dem nicht nur einmal ein Oppidum (keltische Befestigungsanlage), sondern auch ein mittelalterliches Frühwarnsystem bestand. Und ein solches, wird im höchstgelegenen Dorf des Sensebezirks erzählt, gab es auch auf dem Fofenhubel, der nach allen vier Himmelsrichtungen beste Beobachtungen erlaubt. Bundesrat Joseph Deiss jedenfalls suchte den Horizont nach den Übergängen im Rahmen seiner Weitwanderungen ab.

Corpaato im Element

Die Parlamentarier standen auf dem Fofenhubel zwar im Mittelpunkt, aber nicht der Fraktionspräsident, Nationalrat Jean-Philippe Maitre, gab den Takt an, sondern Corpaato, mit bürgerlichem Namen Jean-Pierre Corpataux. «Metzger, Koch, Familienvater, das sind meine Berufe», meinte das Multitalent, das sich vor der Hundertschaft in Szene zu setzen wusste. Corpaato nahm fast militärische Haltung an, als er sich und seine Equipe (die fünfte und sechste Rechthaltner Primarschulklasse mit Lehrer Hubert Marchon) gegenüber den Bundesräten «zur Inspektion bereit» erklärte. Diese Aufforderung hätten die Parlamentarier nicht auf die leichte Schulter nehmen sollen, denn Corpaato konfrontierte die Volks- und Standesvertreter mit der Warnung, dass seine Küche eine Cuisine courage sei. Was der Metzgerkünstler und Künstlermetzger vorsetzte, wirkte auf der grünen Wiese gar improvisiert, doch besänftigte das Pot-o-fö (Corpaato schreibt und denkt phonetisch) die Geister etwas, nachdem die Parlamentarier zuvor im Espace Jean Tinguely-Niki de Saint Phalle in Freiburg dem Weissen zugesprochen hatten. Der einstige Fechter Corpataux (wer traut ihm das heute noch zu?) kennt die Notwendigkeit der Flüssigkeitszufuhr bei erhöhten Temperaturen und liess deshalb bald echten Göfferscher-The (so stands auf einer Tafel geschrieben) nachreichen. Dass der Tee aus Rechthalten stammen könnte, dagegen verwahrte sich Corpaato in aller Form. «Das könnte ich diesen hochgeachteten Damen und Herren wirklich nicht antun», meinte er mit einem listigen Augenaufschlag. «Frag den Tobias, was ineinem Giffers-Tee so herumschwimmt», ermunterte Corpaato den Berichterstatter.

Trossleta in Giffers

Dass mit Spatz und Tee allein die Frauen und Männer der Christlichdemokratischen Fraktion nicht satt werden konnten, war schon von vornherein klar. Die beiden Organisatoren der Freiburger Visite, Grossrat Nicolas Bürgisser und Grossrätin Isabelle Chassot, die persönliche Mitarbeiterin der Bundesrätin, hatten darum bei Tobias Zbinden im «Roten Kreuz» in Giffers vorgespurt. Verabschiedet haben sich die Rechthaltner mit einer so genannten Tängeleta, einem Glockenkonzert vom Kirchturm, das üblicherweise am letzten Sonntag im Juli zu Ehren des Patrons St. German erklingt. Die Melodie erinnert an ähnliche Weisen, die in Italien ihren Ursprung haben. Ein Söldner soll sie nach Rechthalten gebracht haben, erzählt Pfarrer Moritz Sturny. In Giffers kamen die CVP-Gäste sodann in den Genuss einer Trossleta, wobei natürlich die schaurig tönende Backmulde spezielle Beachtung fand. Der Brauch, der der Lärmerzeugung zugrunde liegt, scheint indessen die Parlamentarier nicht besonders interessiert zu haben; vielleicht auch darum, weil der eigene Magen zu sehr knurrte!? Tobias Zbinden und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgten für das kulinarische Erlebnis des Tages, jedenfalls versprach die Auflistung der Gerichte auf der Menükarte, die von einheimischen Spezialitäten nur so strotzte, leibliche Genüsse der besonderen Art. In einer Pause hiess der Ammann von Giffers, Grossrat Rudolf Vonlanthen, die Gästeschar auch im Namen der Behörden von Rechthalten und Tentlingen willkommen. Das Dessert nahm die Parlamentariergruppe bei der Bauernfamilie German Riedo in Tentlingen ein. Was es gab? Meringues und Nidla, selbstverständlich. Alles andere hätte nicht dem Stil des Besuchs im Sensebezirk entsprochen.

Altenryf zum Schluss

Die letzten Stationen der «Schulreise» im Freiburgerland bildeten das Kloster Altenryf sowie die Eidgenössische Forschungsanstalt in Posieux und das Landwirtschaftliche Institut des Kantons Freiburg in Grangeneuve. «Unser Ziel war es, der CVP-Fraktion die Lieblichkeit der Region und die Gastfreundschaft der Bevölkerung vor Augen zu führen», sagte der Hauptorganisator Nicolas Bürgisser. Einen unvergesslichen Tag hatten die Kinder von Rechthalten, die in ihrer adretten «Verkleidung» im Service-Einsatz Bundesräte zum Anfassen erlebten: Mit Stolz wurden die Signaturen der Mitglieder unserer obersten Landesbehörde herumgereicht.

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