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Pilotprojekt im Kanton

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Pilotprojekt im Kanton

Privatwaldbesitzer im deutschsprachigen Seebezirk wollen sich organisieren

Eigentümer von Privatwald wollen im Seebezirk eine Genossenschaft für die Holzbewirtschaftung gründen. Vielerorts muss aber noch Überzeugungsarbeit geleistet werden.

Von PATRICK HIRSCHI

Nicht erst seit Lothar fordern Waldfachleute immer wieder, dass sich die Waldbesitzer organisieren und zusammenschliessen müssen. Nur so können sie sich im Holzmarkt heute noch behaupten.

Im Bereich des öffentlichen Waldes ist dieser Schritt mit der Bildung von Revierkörperschaften schon so gut wie vollzogen (siehe FN vom 5. September). Im Bereich Privatwald sind zurzeit Planungsarbeiten zur Bildung einer Genossenschaft von Waldeigentümern im Gang.

Logische Nachfolge
der Waldzusammenlegung

Es gibt mehrere Gründe, die dafür sprechen, solch eine Genossenschaft zu gründen. Da ist zum Beispiel
einmal die Tatsache, dass die Waldzusammenlegung im Murtenbiet kurz
vor dem Abschluss steht (siehe Kasten unten). Von Beginn weg wurde von den zuständigen Ämtern des Bundes vorausgesetzt, dass nach Abschluss der Zusammenlegung eine Organisation gegründet werden muss, welche die Interessen der Waldbesitzer auch in Zukunft verfolgt. «Sonst wäre die Waldzusammenlegung ökonomisch sinnlos», sagt Kreisforstingenieur Dominique Schaller. Die Waldzusammenlegung bildet die Basis für die Holzbewirtschaftung, nun bedürfe es einer Genossenschaft als Basis für den Betrieb, erklärt Schaller weiter.

Doch noch andere Gründe sprechen dafür, dass man sich als Waldbesitzer organisiert. «Zukünftige Reglemente laufen darauf hinaus, dass Förderungsmassnahmen von Bund und Kanton nur noch an Organisationen gehen», sagt Ueli Minder. Der Gemeindepräsident von Jeuss zählt mit 14 Hektaren Wald zu den grössten privaten Waldeigentümern des Bezirks. Ausserdem ist er Vizepräsident der Waldzusammenlegung Murtenbiet.

Minder ist der Meinung, dass die Privaten in der Lage sein müssen, mit den öffentlichen Waldbesitzern Schritt zu halten. Allenfalls soll auch eine Zusammenarbeit mit den Revierkörperschaften ins Auge gefasst werden. Damit Verhandlungsmöglichkeiten für eine solche Zusammenarbeit entstehen könnten, müsse man nun aber von Seiten der Privateigentümer rasch handeln.

Am meisten soll eine Genossenschaft aber natürlich bei der Holzbewirtschaftung bringen. Ueli Minder sieht Vorteile bei der Koordination des Verkaufs. «Ein Käufer fährt heutzutage nicht mehr wegen zehn Bäumen in der halben Schweiz umher», sagt er. Wenn sich nun mehrere Besitzer zusammentun, können sie eine grössere Holzmenge anbieten. Damit hätten sie bessere Karten bei den Abnehmern.
Dominique Schaller ist ausserdem sicher, dass die Privaten bei der Holznutzung nicht mehr im gleichen Umfang von den Förstern unterstützt werden können, wie dies bisher der Fall war. «Sobald die Förster von der Revierkörperschaft angestellt sind, werden sie kaum noch Zeit haben für Beratungen.» Noch deutlicher wird Fritz Herren, Präsident der Waldzusammenlegung: «Die Gemeinden der Revierkörperschaft wollen für die Beratungsdienste des Försters zukünftig Geld sehen.» Bisher sei man als Waldbesitzer in dieser Hinsicht eben etwas verwöhnt gewesen.

Einzugsgebiet über
den Seebezirk hinaus

Rund ein Viertel des Waldes im deutschsprachigen Seebezirk ist in Privatbesitz. Es gibt mehr als 400 private Waldeigentümer.

In den Kantonen Luzern und Aargau bestehen bereits Privatwaldorganisationen. Im Kanton Freiburg hingegen noch nicht. «Die Genossenschaftsgründung im Seebezirk hat Pilotcharakter», ist Dominique Schaller überzeugt. Man leiste damit gewissermassen Pionierarbeit für die Waldbewirtschaftung im Kanton.

Als mögliche Genossenschaftsmitglieder sieht Ueli Minder nicht nur Eigentümer, die Parzellen im Perimeter der Waldzusammenlegung Murtenbiet besitzen. Auch Waldbesitzer aus den angrenzenden Regionen seien willkommen.

Leider hat im Grossraum Gurmels nie eine Zusammenlegung stattgefunden. Trotzdem dürfte laut Minder eine Genossenschaft auch für die dortigen Eigentümer interessant sein, allein wegen den Vermarktungsmöglichkeiten. Fritz Herren könnte sich sogar vorstellen, dass Eigentümer beitreten, die zwar im Seebezirk wohnen, aber Wald in einem anderen Bezirk oder gar in einem anderen Kanton besitzen.

Skepsis bei den «Kleinen»

Noch sind bei weitem nicht alle Waldbesitzer von der Notwendigkeit einer Genossenschaft überzeugt. «Für Eigentümer mit einer bis zwei Hektaren sind schon zwei bis drei zusätzliche Versammlungen im Jahr eine Belastung», sagt Hansueli Schlegel aus Ulmiz. Als Waldbesitzer mit einer realtiv kleinen Fläche sehe er keinen Nutzen in der Genossenschaft.

Von seinem Holz verkaufe er sehr wenig bis gar nichts. Das meiste brauche er für den Eigenbedarf seines Hofes, erklärt der Landwirt weiter. Und mit kleinen Sägereien und Schreinereien könne er gelegentlich eine Art Tauschhandel vornehmen, der ihn sehr günstig zu stehen komme. «Ich liefere selber den Rohstoff für das Fertigprodukt, das ich später von ihnen beziehe.»

Weil er nicht auf den Holzverkauf angewiesen sei, könne er ausserdem auch flexibel genug reagieren. Seit die Preise im Keller seien, habe er beispielsweise kaum je Holz gefällt. Und wenn er dann doch einmal einen Holzschlag vornehmen wolle, könne er es sich leisten, mit professionellen Unternehmen zusammenzuarbeiten.

Ueli Minder hat Verständnis dafür, dass die Besitzer von kleinen Parzellen die Vorteile einer Genossenschaft noch nicht erkennen. «Aber jährlich gehen in der Schweiz gegen 300 Sägereien ein.» Wenn die kleine Sägerei im Dorf nicht mehr existiere, werde es der Waldbesitzer schwer haben, seine kleine Holzmenge zu einem fairen Preis zu verkaufen. «Auch wenn einer sein Holz nur gelegentlich auf den Markt bringt.»

In der Sicherheit am Arbeitsplatz sieht Minder zudem ein weiteres Argument: «Die Suva wird schon bald strengere Richtlinien vorschreiben.» Dann seien auch Private zur Teilnahme an Kursen verpflichtet. «Eine Genossenschaft könnte Kurse in der Nähe organisieren», ist Minder überzeugt.

Zukunft erscheint viel versprechend

Nicht zuletzt wegen dem Borkenkäfer und wegen Lothar ist aber bei vielen Waldbesitzern eine gewisse Resignation eingetreten. Es sei schwierig, diese Leute nun zum Beitritt in eine Genossenschaft zu motivieren. «Aber in zehn bis fünfzehn Jahren dürfte das Holz viel gefragter sein als heute», meint Minder. Dies eben gerade deshalb, weil der Borkenkäfer in letzer Zeit die Bestände arg reduziert habe.

Das oberste Gebot müsse aber die Eigenständigkeit bleiben. «Jeder soll selber entscheiden können, ob er die Holznutzung eigenhändig vornehmen will oder mit einem professionellen Betrieb zusammenarbeiten möchte.» Um sich aber im Holzmarkt behaupten zu können, ist ein Zusammenschluss laut Minder unumgänglich: «Wenn wir uns nicht organisieren, werden wir organisiert!»
Wald im Umbruch

In einer Miniserie haben die FN den Umbruch in der Waldwirtschaft – insbesondere im Seebezirk – unter die Lupe genommen. Mit dem dritten Teil findet die Serie nun ihren Abschluss.

Bisher sind erschienen: «Raus aus dem Auflagen-Dschungel» (2. September) und «Gemeinsame Sache im Forstwesen» (5. September). hi
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