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Präventionskurse stärken Familien

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Präventionskurse stärken Familien

Ergebnisse einer Studie des Instituts für Familienforschung und -beratung

Mit Präventionsprogrammen, auch wenn sie bloss von kurzer Dauer sind, können das Befinden der Paare, das Familienklima und das Gedeihen der Kinder eine deutliche Verbesserung erfahren. Dies ist das Hauptergebnis einer Studie der Uni Freiburg, die soeben veröffentlicht wurde.

Von WALTER BUCHS

«Seit längerem ist bekannt, wie wichtig eine gut funktionierende Familie für die Entwicklung der Kinder, das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit aller Familienmitglieder ist», schreibt Professor Guy Bodenmann, Direktor des Instituts für Familienforschung und -beratung der Universität Freiburg, in einem Bericht zu den neuesten Ergebnissen einer Studie über Präventionsprogramme für Familien. Dabei zeige sich in mehreren Untersuchungen, dass insbesondere eine zufriedenstellende Partnerschaft sowie erzieherische Kompetenzen seitens der Eltern hiefür wichtige Voraussetzungen schaffen.

Grenzen und Möglichkeiten
von Vorbeugeprogrammen

Es stellt sich nun die Frage, ob aus den einleitenden Feststellungen der Schluss gezogen werden kann, dass eine Förderung der Erziehungskompetenzen der Eltern oder eine Verbesserung der Partnerschaftsqualität auch mit einem besseren Befinden der Kinder einhergeht und diese Zielsetzung mittels Präventionsprogrammen erreicht werden kann. Diese Frage wurde in einer Ein-Jahr-Längsschnittstudie am Institut von Professor Bodenmann an der Uni Freiburg untersucht. Unterstützt wurde die Studie von der Gebert-Rüf-Stiftung und dem Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV).

Zu diesem Zweck wurden 150 Eltern nach Zufall drei Gruppen zugeteilt. Die erste Gruppe nahm an einem «Triple P»-Elternkurs teil (siehe Kasten), die zweite Gruppe an einem «Freiburger Stresspräventionstraining für Paare» (FSPT), und die dritte Gruppe bildete die Kontrollgruppe, erhielt somit keine Intervention. Alle Eltern wurden vor der Teilnahme an einem der beiden Kurse, zwei Wochen danach, sowie sechs Monate und ein Jahr später mittels Fragebogen untersucht.

Verbesserung des
elterlichen Erziehungsverhaltens

Wie Professor Bodenmann in einem den FN zur Verfügung gestellten Bericht festhält, zeigt die Studie deutlich, dass am «Triple-P-Programm» die teilnehmenden Eltern nach dem Kurs «deutlich weniger inkonsistent erziehen». Sie würden also weniger häufig nachgeben oder von ihren mit den Kindern ausgehandelten Zielen abweichen. Sie würden auch weniger oft Überreaktionen zeigen (z. B. Anschreien des Kindes im Zorn). Verbesserungen im Erziehungsverhalten verzeichneten auch die Teilnehmenden des FSPT. Bei diesen sei ebenfalls eine Abnahme in Bezug auf das Überreagieren zu beobachten, allerdings kein Effekt auf konsequenteres Erziehen nachweisbar. Diese Ergebnisse würden aber zeigen, «dass durch einen besseren Umgang mit Stress und einen harmonischeren Umgang zwischen den Partnern ebenfalls unangemessenes Erziehungsverhalten reduziert werden kann».

Abnahme des Problemverhaltens

Weitere positive Effekte der beiden Präventionsprogramme finden sich gemäss den Forschern im Hinblick auf eine deutlich geringere Einschätzung von Problemverhalten bei den Kindern nach der Teilnahme an einem der beiden Kurse. So beurteilen nach dem «Triple-P-Kurs» nur noch 20 Prozent der Eltern ihr Kind als auffällig, während es vor der Teilnahme noch 39 Prozent waren. Bei den Eltern, welche das FSPT besucht hatten, wurden vor dem Training 41 Prozent und nachher nur noch 21 Prozent der Kinder als schwierig in ihrem Verhalten beurteilt. Laut Bericht sind die Effekte beider Trainings über den Zeitraum von einem Jahr stabil. Damit werde dokumentiert, dass es sich nicht nur um kurzfristige Verbesserungen handle.

Es wurde somit festgestellt, dass beide Präventionsprogramme zu einem besseren Befinden der Eltern nach dem Kurs führten und dass diese positive Veränderung auch ein Jahr nach der Teilnahme am Training anhielt. Hingegen kommt die Studie zum Schluss, dass nur das «Freiburger Stresspräventionstraining für Paare» auch deutliche Verbesserungen im Hinblick auf die Partnerschaft zeigte. Danach hatte das «Triple P» zwar auch günstige Effekte auf die Kommunikation der Eltern, doch insgesamt schwächere partnerschaftsstärkende Auswirkungen als das Paarprogramm.

Hohe Akzeptanz der Programme

Für die Forscher zeigen die Ergebnisse der Freiburger Untersuchung «in beeindruckender Weise, dass Präventionsprogramme von kurzer Dauer in vielen wichtigen familiären Bereichen eine deutliche Verbesserung in der subjektiven Sicht der Teilnehmer und Teilnehmerinnen bewirken können». Eltern könnten damit mit wenig Aufwand ihren Umgang mit Alltags- und Erziehungsanforderungen optimieren. Schliesslich stossen die in den Trainings gelernten Inhalte bei den Eltern auf eine hohe Akzeptanz und Zufriedenheit, da im Alltag positive Veränderungen spürbar seien.
Zwei bewährte Programme

Das Erziehungstraining «Triple P» (Positive Parenting Program), das gezielt versucht, das Erziehungsverhalten der Eltern zu verbessern, wurde von Professor Matthew Sanders an der Queensland University in Australien in langjähriger Forschungs- und Praxisarbeit entwickelt. Es ist ein mehrstufiges Programm zur Unterstützung von Eltern bei der Kindererziehung.

Inzwischen wird es in verschiedenen Ländern angeboten. Allein in der Schweiz besuchten im vergangenen Jahr rund 3000 Eltern einen Triple-P-Kurs. Im Mittelpunkt steht dabei das aktive Trainieren von Eltern in positiven Erziehungsstrategien, um einerseits eine bestmögliche Förderung des Kindes und andererseits eine für die Eltern möglichst stressfreie Erziehung zu erreichen.

Das Freiburger Stresspräventionstraining für Paare (FSPT) wurde von Professor Guy Bodenmann an der Universität Freiburg entwickelt und ist ein kompetenzorientierter Ansatz. Es zielt auf die Förderung relevanter Kompetenzen zur Führung einer zufriedenstellenden und harmonischen Partnerschaft ab.
Konkret lernen die Paare im Training angemessener miteinander Konflikte auszutragen, dem Partner eigene Bedürfnisse, Wünsche, Gefühle und Sorgen ohne Vorwürfe konstruktiv mitzuteilen, Alltagsprobleme effektiver zu lösen sowie Stress allein und gemeinsam wirkungsvoller zu bewältigen. Mittlerweile ist das FSPT bereits in mehreren Längsschnittuntersuchungen (über sechs Monate bis zwei Jahre) bezüglich seiner Wirksamkeit zur Verbesserung der Partnerschaftsqualität ausgewiesen. – Beide Kurse dauern je lediglich zwischen 10-15 Stunden. FN/Mitg.

Weitere Informationen zu den Programmen: Institut für Familienforschung und
-beratung, Bahnhofallee 1, 1700 Freiburg. Tel.: 026 300 73 59. www.unifr.ch/iff
Bald auch für Eltern mit Teenagern

Viele Eltern haben bereits einen «Triple P»-Kurs für die Altersgruppe 2- bis 12-jährige Kinder besucht. Der nächste findet übrigens vom 24. Februar bis 17. März statt. Anmeldung hiefür bis 10. Februar.

Nun wird ab April 2005 in Freiburg auch ein Kurs für Eltern mit Teenagern angeboten, der auf die neuen Herausforderungen für die Familien eingeht. Für diesen Kurs ist eine unverbindliche Voranmeldung ab sofort möglich. Das positive Erziehungsprogramm für Eltern von Teenagern soll helfen, eine freundschaftliche und vertrauensvolle Beziehung

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